Versteckte Botschaft und ein Loch: Geheimnisse der Vredener Pfarrkirche

mlzPfarrkirche Vreden

Auf dem Hochaltar in der Pfarrkirche ist etwas zu sehen, das dort nicht hingehört. Hinter dem Altar gibt es geheimes Loch. Und was ist unter der Kirche? Wir decken einige Geheimnisse auf.

Vreden

, 12.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pfarrkirche St. Georg steht mitten in der Innenstadt von Vreden. Gesehen hat sie wohl jeder schon einmal, die meisten kennen sie auch von innen sehr gut. Aber wir haben mit Pastoralreferent Tobias Beck noch genauer hingeschaut und decken einige Geheimnisse auf.

Die versteckte Botschaft auf dem Hochaltar

Auf dem Hochaltar in der Pfarrkirche St. Georg sind je nach Zeit im Kirchenjahr unterschiedliche Motive zu sehen. Doch ein Bild beinhaltet einen kleinen „Fehler“. Denn ein Gegenstand, der dort zu sehen ist, passt nicht in diese Zeit und auch nicht an diesen Ort.

Auf dem Hochaltar ist eine Mühle zu sehen, die dort nicht hingehört.

Auf dem Hochaltar ist eine Mühle zu sehen, die dort nicht hingehört. © Markus Gehring

Im Hintergrund, ganz klein, steht eine Mühle. Die gehört natürlich eigentlich nicht nach Jerusalem.

Die Mühle ist ein Zeichen der Antwerpener Schule. Alle Werke aus diesem Ort haben irgendwo eine kleine versteckte Mühle.

Die Krypta unter der Pfarrkirche

Die Legende besagt, dass auf dem Grundstück der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg ein alter Pfeiler aus dem Boden schaute. Deswegen begann man dort zu graben. Nach und nach wurden so die Fundamente von ganzen acht Vorgängerbauten freigelegt.

Die Krypta wird mit Lichteffekten präsentiert.

Die Krypta wird mit Lichteffekten präsentiert. © Markus Gehring

Diese sind heute in der Krypta unter der Pfarrkirche St. Georg zu sehen. Ganz deutlich ist dort auch zu erkennen, wie die heutige Kirche auf die alten Mauern aufgesetzt wurde.

Kaum ein Vredener kennt die Krypta, dabei ist sie sogar mit Wegen, Lichteffekten und Präsentationen perfekt für Besucher hergerichtet. Das Stadtmarketing bietet Führungen an – natürlich erst wieder nach der Corona-Krise.

Die Muschel am Heiligen Jakobus

„Immer wenn ein Pilger aus der Gemeinde unterwegs ist, hängt an der Statue des Jakobus eine Muschel“, erklärt Tobias Beck. Eine große Jakobsmuschel an einer Kette symbolisiert, dass die Gemeinde in Gedanken bei dem Pilger ist.

Der heilige Jakob

Der heilige Jakob © Markus Gehring

Das unscheinbare Loch im Boden

Hinter dem Alter, unter ein kleine Klappe führt ein Loch direkt bis ins Erdreich. Wenn eine Hostie auf den Boden gefallen ist, kann sie nicht einfach im Müll entsorgt werden. Sie wird in Wasser aufgelöst und dann über das Loch wieder der Erde zugeführt.

Hier können Hostien der Erde zugeführt werden.

Hier können Hostien der Erde zugeführt werden. © Markus Gehring

Der Engel an der Nepomuk-Statue

Die Statue von Nepomuk steht im hinteren Teil der Kirche. Nepomuk war der Beichtvater im Königshaus. Die Königin soll fremdgegangen sein und der König hat von Nepomuk verlangt, dass er erzählt, was ihm die Königin gebeichtet hat. Weil er das nicht tat, wurde er von der Brücke geworfen. Ein kleiner Engel an der Statue symbolisiert die Verschwiegenheit der Beichtväter.

Der kleine Engel an der Nepomuk-Statue symbolisiert die Verschwiegenheit der Beichtväter.

Der kleine Engel an der Nepomuk-Statue symbolisiert die Verschwiegenheit der Beichtväter. © Markus Gehring

Die Kreuze auf dem Altar

Der Altar ist normalerweise mit einem Tuch verdeckt. Doch darunter sind fünf kleine Kreuze eingraviert. Sie erinnern an die Wundmale Christi. Bei der Einsegnung des Altars wurde an diesen Stellen Weihrauch verbrannt.

Kreuze auf dem Altar erinnern an die Wundmale Jesu Christi.

Kreuze auf dem Altar erinnern an die Wundmale Jesu Christi. © Markus Gehring

Der verborgene Friedhof

Wer rund um die Pfarrkirche spazieren geht, geht über Leichen. Denn von 800 bis 1807 war genau dort der Friedhof. Die Verstorbenen, die damals begraben wurden, liegen dort auch heute noch.

Kreuz und Bronzetafel erinnern an den ehemaligen Friedhof an der St.-Georgs-Kirche.

Kreuz und Bronzetafel erinnern an den ehemaligen Friedhof an der St.-Georgs-Kirche. © Markus Gehring

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