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Was einst als Zweimannbetrieb begann, ist heute eine ganz große Nummer im Geschäft mit Biogasanlagen. Die Firma PlanET hat einen rasanten Aufstieg hingeliegt.

Vreden

, 03.12.2018 / Lesedauer: 4 min

Ein ganz kleines bisschen erinnert die Entwicklungsgeschichte der PlanET Biogastechnologie GmbH aus Vreden an die des großen US-amerikanischen Technologieunternehmens Apple. Zwar hatte Apple drei Firmengründer und PlanET Biogastechnologie hingegen zwei und auch die Umsatzzahlen unterscheiden sich deutlich, dennoch: Was die Studienfreunde Jörg Meyer zu Strohe und Hendrik Becker 1998 mit PlanET Biogastechnologie aus der Taufe gehoben haben, kann sich heute mit Blick auf die Unternehmensstruktur sehen lassen – vom Zweimannbetrieb zum Großunternehmen.

Es liegt also eine rasante Entwicklung hinter dem Unternehmen, die laut Geschäftsführer Jörg Meyer zu Strohe 2010/2011 ihren vorläufigen Höhepunkt hatte. Aktuell arbeiten mehr als 200 Mitarbeiter für PlanET, davon alleine 180 im Hauptwerk in Vreden. „Und mittlerweile haben wir weltweit 450 Biogasanlagen gebaut“, so der Geschäftsführer, „jüngst erst eine auf den Philippinen.“

Aus Gärmasse wird Biogas erzeugt

Zum besseren Verständnis: Mit Biogasanlagen, die es in unterschiedlichen Größen gibt, wird durch die Vergärung von Biomasse jeglicher Art Biogas erzeugt. Das Gas kann dann zur Erzeugung von elektrischer Energie, zum Betrieb von Fahrzeugen oder zur Einspeisung in ein Gasversorgungsnetz genutzt werden.

Dabei beinhaltet das Leistungsportfolio von PlanET alle Bereiche der Biogastechnik, des Re-Powering inkl. Komponentenvertrieb sowie die Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität. „Das Gute am Biogas ist, dass es eine neutrale CO2-Bilanz hat“, so Jörg Meyer zu Strohe, „und für viele Landwirte ist es eine gute und zusätzliche Einnahmequelle, den daraus erzeugten Strom können sie veräußern.“

Maschinenbau-Studium legte den Grundstein

Dass Jörg Meyer zu Strohe und Hendrik Becker 1998 PlanET gründeten, hatte mehrere Ursachen. Beide Gründer studierten Maschinenbau mit der Fachrichtung Energie- und Umwelttechnik. Ein Fach dabei war Energieerzeugung aus Biomasse. „Mich hat einfach fasziniert, wie man im wahrsten Sinne des Wortes aus Mist noch Geld machen kann“, erinnert sich Jörg Meyer zu Strohe.

PlanET – ein Biogaspionier aus Vreden expandiert in die ganze Welt

Die fertige Anlage sieht dann so aus © PlanET

Und nach einigen Praktika bei kleineren Ingenieursbetrieben in Bayern, die sich dem Thema Biogastechnik bereits im kleinen Umfang verschrieben hatten, gründeten Jörg Meyer zu Strohe und Hendrik Becker PlanET in Vreden. „Das ging ganz schnell. Wir wollten nicht, dass irgendjemand anderes das vor uns im Münsterland macht“, so der Geschäftsführer.

Im Hauptwerk werden viele Dinge erledigt

Einen konkreten Firmenschwerpunkt gibt es aufgrund der vielfältigen Bereiche der Biogastechnik nicht. „Wir bedienen alle Bereiche“, so der Geschäftsführer. Wohl aber gibt es einen lokalen Schwerpunkt. „Viele Dinge werden bei uns im Hauptwerk erledigt“, sagt Jörg Meyer zu Strohe.

Dazu zählen zum Beispiel die Vorplanungen für die Baugenehmigung der Biogasanlage oder auch die Ausführungsplanung während der Bauphase. Die vier- bis zehnköpfigen Montagetrupps rücken allerdings aus dem Hauptwerk in Vreden für den Bau der Anlagen aus. „Egal, wo das in der Welt auch ist“, so Jörg Meyer zu Strohe.

Zwar ist PlanET mittlerweile auch an fünf internationalen Standorten vertreten, unter anderem in den Niederlanden und in Frankreich, aber diese Außenstellen dienten in der Regel nur Vertriebs- und Serviceangelegenheiten im betreffen Land. „Wir fertigen hier in Vreden auch die meisten Komponenten an“, berichtet der Geschäftsführer.

Dazu zählten zum Beispiel die Pump-, Heizungs- oder Steuerungstechnik. „Vor Ort arbeiten wir beim Aufbau dann mit Fachfirmen zusammen. Diese übernehmen dann Dinge wie Kabel- und Rohrverlegung.“

Landwirte wollen 75 KW-Anlagen

In Deutschland seien derzeit, erklärt Jörg Meyer zu Strohe, vor allem 75 KW Biogasanlagen bei den Landwirten gefragt. Der Grund: Diese werden mit Mist und Gülle betrieben und sind sehr sparsam im Energieverbrauch. „Das sind Anlagen, die sich vor allem für Betriebe mit etwa 300 Rindern eignen“, sagt Jörg Meyer zu Strohe. Zudem seien diese in der Regel innerhalb von drei Monaten gebaut und lägen hinsichtlich des Kostenvolumens bei etwa 400.000 bis 500.000 Euro.

Eine ganze Nummer größer sind da hingegen die drei Megawatt-Anlagen, die PlanET ebenfalls baut. „Bei diesen dauert der Bau ein Jahr und die Kosten belaufen sich auf zwei bis drei Millionen Euro“, so der Geschäftsführer. Und im Kommen seien zudem die Kompaktanlage „Valentin“.

Diese Biogasanlage wurde nach dem Baukastenprinzip entwickelt, hat dadurch einen maximalen Vorfertigungsgrad und die Inbetriebnahme kann schnell erfolgen. Was alle Anlagen jedoch eint, ist: In diesen lässt sich organischer Abfall effizient in Energie umwandeln.

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