Gülle war im November in den Moorbach geflossen. Die Verschmutzung war anhand der Farbe, der Schlieren und des Schaums gut zu erkennen. © Ludger Kremer
Gewässerverunreinigung

Polizei sieht keinen Vorsatz bei Moorbach-Verschmutzung mit Gülle

Mehrere tausend Liter Gülle sind im November in den Moorbach geflossen. Nun steht fest, wie das passieren konnte. Die Polizei sieht darin keine vorsätzliche Gewässerverunreinigung.

Stinkend und tief schwarz zeigte sich der Moorbach Ende November 2020. Er wurde massiv mit Gülle verschmutzt. 35 Kubikmeter, also 35.000 Liter Gülle sind damals in den Bach geflossen. Das teilt die Polizei jetzt auf Nachfrage der Redaktion mit.

Inzwischen steht auch fest, wo das Problem an dem Wochenende damals lag. „Ein Schieber hatte sich geöffnet. Warum, ist völlig unklar“, sagt Dietmar Brüning von der Pressestelle der Kreispolizei Borken. Möglich wäre zum Beispiel ein Versehen oder ein zu hoher Druck. Doch das sei nicht mehr nachzuvollziehen.

Die Ermittler gehen nach einer Befragung des Landwirts aus Wendfeld jedoch nicht von einem Vorsatz aus. „Im Moment weist nichts auf eine vorsätzliche Tat hin. Der Verursacher hat selbstständig das Ordnungsamt und den Kreis informiert und direkt Maßnahmen ergriffen“, sagt Dietmar Brüning.

Polizei übergibt Ermittlungsergebnisse an Staatsanwaltschaft

Für die Polizei ist der Fall damit abgeschlossen. Die Ermittlungsergebnisse gehen nun an die Staatsanwaltschaft, die entscheidet, wie es weitergeht. Denn auch eine fahrlässige Gewässerverunreinigung ist eine Straftat und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft werden. Die Polizei sieht jedoch momentan auch keine Fahrlässigkeit.

Die Gülle war Ende November in Wendfeld in den Moorbach gelaufen und hatte sich von dort aus bis in den Ölbach und die Berkel in Vreden ausgebreitet. Passanten entdeckten mehrere tote Fische, der Angelverein schätzt, dass der Moorbach ein halbes bis dreiviertel Jahr komplett tot sein wird.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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