Selbsttests in der Schüler als Freibrief für Erleichterungen in der Freizeit? Unser Autor findet, dass das eine falsche Idee ist. © dpa
Wechselmodell in Schulen

Präsenzunterricht in Vreden: St.-Marien-Schule öffnet mit Testpflicht

Das Land NRW hat die Testpflicht an den Schulen eingeführt. So soll der Unterricht zumindest teilweise in Präsenz möglich sein. An der Vredener St.-Marien-Schule hat das am Montag gut geklappt.

Seit Montagmorgen gehen Kinder und Jugendliche in den Wechselunterricht, lernen abwechselnd zu Hause oder in der Schule. Ein Beispiel ist die St.-Marien-Schule in Vreden. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich selbst testen, um am Unterricht teilnehmen zu dürfen. Negative Ergebnisse aus den Schnellteststationen in der Stadt werden aber auch akzeptiert.

Was das Testverfahren angeht, sind viele Eltern bundesweit geteilter Meinung. Die eine Seite der Eltern sorgt sich um den Datenschutz und die psychische Belastung der Kinder. Die andere Seite findet, dass die Tests ihre Kinder nicht belasten, sondern ihnen Sicherheit geben. So wie Susanne Wissing (53). Ihre Tochter Finja besucht an der St.-Marien-Schule eine dritte Klasse.

Vorfreude auf den Schulalltag

„Die Tests sind meiner Meinung nach völlig in Ordnung. Sie dienen zur Vorsorge und wir möchten alle, dass unsere Kinder sicher sind“, erzählt Susanne Wissing. An der Marienschule werden die Kinder zwei Mal wöchentlich getestet. Sie selbst ließe sich auch regelmäßig testen.

Dieses Thema gehe alle etwas an, betont die Mutter einer weiteren schulpflichtigen Tochter. Auch die neunjährige Finja erzählt, dass sie keine Angst oder andere Bedenken bei den Tests habe. Im Gegenteil: Für sie überwiegen die Vorteile: „Ich freue mich einfach, dass ich wieder in die Schule gehen kann“, sagt sie.

Lehrerzimmer wird zu Teststation

Elisabeth Olthoff-Watermann (47), Direktorin der St.-Marien-Schule in Vreden, berichtet, dass die Selbsttests am Montagmorgen gut verlaufen seien. „Es lief sogar besser als erhofft. Die Kinder haben sehr gut mitgemacht“, erklärt die Schulleiterin. Dann die positive Nachricht: Alle Kinder wurden negativ getestet.

Für das Testverfahren am Montag wurde das Lehrerzimmer extra umgebaut. Es sei jetzt mit Desinfektionsspendern und mehreren Stationen zum Testen ausgestattet. Den Eltern würden über die Lernplattform Moodle Termine gegeben, sodass der Unterricht pünktlich starten könne. „Beim Testen werden wir zurzeit von einer Arztpraxis unterstützt“, erklärt Elisabeth Olthoff-Watermann.

Auch negative Tests aus Bürgertestzentren werden akzeptiert

In der Regel müssen die Kinder die Tests selbst machen. Laut Schulleiterin würden die Grundschüler aber von den Lehrerinnen und Lehrern vor Ort eingewiesen. Zudem bekämen die Kinder beim Testen Anweisungen und Tipps. Nur die medizinische Mitarbeiterin der Arztpraxis dürfe den Test bei den Kindern durchführen.

Wie die Schulleiterin weiter erklärt, sei dieses Angebot aber nicht auf Dauer ausgelegt. Offenbar ist das aber auch gar nicht nötig: „Ein Großteil der Eltern hat ihre Kinder in den örtlichen Bürgertestzentren testen lassen. Das ist uns sehr entgegengekommen“, so Elisabeth Olthoff-Watermann.

Tests aus Schnellteststationen in der Stadt werden an der St.-Marien-Schule akzeptiert, wenn sie nicht älter als 48 Stunden sind. Laut Direktorin spreche für die Tests aus diesen Stationen, dass die Eltern dabei ihre Kinder begleiten können. Schülerinnen und Schüler, die bereits einen negativen Test haben, dürften die Schule direkt durch den Haupteingang betreten.

Mehr Tests in Planung

Genau wie die Schülerinnen und Schüler lasse sich auch das gesamte Schulpersonal vor Schulbeginn testen. Laut Olthoff-Watermann sei damit sichergestellt, dass wirklich alle Personen im Gebäude negativ sind. „Mit dem Ablauf heute sind wir sehr zufrieden“, betont sie. Ab der nächsten Woche soll, wenn möglich, drei Mal wöchentlich getestet werden. Das möchte die Schulleitung aber erst abwarten.

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