Psychisch Kranker bedroht Polizisten und macht geregelten Prozess unmöglich

mlzAmtsgericht Ahaus

Nachdem er seine Medikamente nicht genommen hatte, bedrohte ein psychisch kranker Vredener Polizisten mit einem Messer. Vor Gericht war kein geregelter Prozess möglich.

Vreden

, 06.12.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine geregelte Gerichtsverhandlung war bei diesem Termin nicht möglich. Der Angeklagte rief immer wieder dazwischen, ließ weder Richter noch Staatsanwältin oder Zeugen ausreden und ignorierte alle Anweisungen.

Der Vater und rechtliche Betreuer des 45-Jährigen erklärte das Verhalten: „Er hat seit 26 Jahren eine Psychose und ist mindestens einmal im Jahr in einer psychiatrischen Einrichtung.“ Der Angeklagte sah das anders: „Ich habe nie im Leben eine Psychose“, rief er dazwischen.

Eltern im Urlaub, Medikamente nicht genommen

Im Juni 2019 waren die Eltern im Urlaub, der 45-Jährige nahm seine Medikamente nicht. Laut Anklage hat sein Nachbar eine Pizza bestellt. Der Angeklagte soll den Nachbarn mit einem Messer bedrohtt haben. Der alarmierte daraufhin die Polizei.

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„Der Angeklagte hat uns die Tür geöffnet und hatte ein Messer in der Hand. Damit ist er auf uns zugekommen“, berichtete eine Polizistin im Zeugenstand. Wenig später haben die Beamten den Vredener mit Handschellen abgeführt. „Ich hab die nicht bedroht, das geb ich nicht zu“, rief der Angeklagte.

Seitenlanger Brief an die Polizei voller Beleidigungen

Deswegen hat er nach dem Vorfall auch einen seitenlangen Brief an die Polizei geschrieben. Darin beleidigt er die Polizisten und zweifelt die Rechtmäßigkeit seiner Festnahme an.

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Angeklagt war der 45-Jährige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Verleumdung. Verurteilt wurde er jedoch nicht. „Wir müssen davon ausgehen, dass er strafrechtlich nicht verantwortlich war aufgrund seiner Erkrankung“, sagte der Richter und stellte das Verfahren ein.

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