Zum vierten Mal ist eine Vredenerin binnen sieben Jahren wegen Diebstahls geringwertiger Sachen straffällig geworden. Der Richter sprach letztlich noch einmal eine Geldstrafe aus - verbunden mit einer letzten Verwarnung. © picture alliance / dpa
Amtsgericht

Richter verwarnt Vredenerin ein letztes Mal: „So kann es nicht weitergehen”

Dreimal war sie wegen Diebstahls bereits auffällig geworden, nun stand eine Vredenerin wegen eines vierten Vergehens erstmals vor Gericht. Und kam noch einmal mit einer Geldstrafe davon.

Es ging zwar stets nur um geringwertige Sachen, die eine Vredenerin in drei Fällen bisher gestohlen hatte, beim nunmehr vierten Vorfall dieser Art fand der Richter im Amtsgericht dann ernste Worte: Er verwarnte die 32-Jährige ein letztes Mal, beließ es aber noch einmal bei einer Geldstrafe. „Das ist der sprichwörtlich letzte Schuss vor den Bug“, sagte der Richter.

Anfang September hatte die Vredenerin in einem Discount-Lebensmittelmarkt an der Straße Up de Hacke in Vreden Hosen im Wert von 27,13 Euro aus der Auslage in ihre Tasche gesteckt, ohne diese zu bezahlen. Hinter dem Kassenbereich wurde sie daraufhin von einer Mitarbeiterin des Marktes gestellt. Nach anfänglichem Zögern gab die Angeklagte die Tat dann auch vollumfänglich vor Gericht zu.

Die Hosen seien für ihren Sohn bestimmt gewesen. Auf die Vernehmung der Mitarbeiterin als Zeugin konnte folglich verzichtet werden. Einen Grund für den erneuten Diebstahl konnte die 32-Jährige, die ihren Lebensunterhalt durch Unterstützung des Staates und gelegentlichen Nebenjobs bestreite, nicht nennen. Ebenso fand sie keine Antwort auf die Frage des Richters, warum sie „nichts dazugelernt“ habe. Aus gesundheitlichen Gründen sei sie stark eingeschränkt – auch in Bezug auf die Aufnahme einer regelmäßigen Arbeit.

Drei Vorstrafen wegen gleicher Vergehen

Wegen des Diebstahls geringwertiger Sachen waren der Vredenerin bereits in den Jahren 2013, 2016 und 2018 Geldstrafen auferlegt worden – seinerzeit allerdings jeweils per Strafbefehlsverfahren. In ihrem Plädoyer hielt die Staatsanwältin der Angeklagten neben dem Geständnis die Umstände zugute, dass die Art der Waren geringwertig, nicht für sie selbst bestimmt sowie im Laden verblieben waren. Straferhöhend hätten sich die drei Vorstrafen aus gleichem Grund ausgewirkt.

Dem Antrag von 90 Tagessätzen a 10 Euro folgte der Richter dann auch: „Die Staatsanwaltschaft hat alles auf den Punkt gebracht.“ Eindringlich wandte er sich nach einem „sehr milden Urteil“ zum Abschluss an die Angeklagte: „So kann es nicht weitergehen. Bei 90 Tagessätzen weiß jeder folgende Richter, dass es bei einem weiteren Fall nahezu allein noch eine Bewährungsstrafe geben kann. Und dann hängt das Damoklesschwert einer Gefängnisstrafe über Ihnen. Sie standen nun das erste Mal vor Gericht und ich hoffe, wir sehen uns hier auch nicht wieder. Denken Sie dabei auch an ihren Sohn.“

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