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Vreden. Alle zwei Wochen tanzen die Westmünsterländer wie Südamerikaner: Beim „Salsa-Abend“ für den guten Zweck. Ein Besuch auf der Tanzfläche

Vreden

, 25.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Tanzen macht Spaß, Tanzen befreit und Tanzen verbindet. Und wenn dann noch ein Benefizgedanke dazu kommt, wird das Ganze rund. All dies ist spürbar, als sich am Samstagabend erneut rund 40 tanzwillige Teilnehmer im N-Joy einfinden, um unter der Anleitung von Rosa Maria Lopez Klinkosch und Iracema „Tita“ Domingos die ersten oder weiteren Schritte im Salsa, Bachata oder Merengue zu erlernen. Seit Januar schon werden diese Benefiz-Events im N-Joy in regelmäßigen Abständen angeboten.

Salsa tanzen, Spaß haben und dabei Gutes tun

Rosa Maria Lopez Klinkosch (gebürtig aus Paraguay), Rolf Elsing, Betreiber des N-Joy, Iracema „Tita" Domingos Martins Santos (gebürtig aus Brasilien) und Initiatorin Rita Umme. © Elvira Meisel-Kemper

Rosa Maria Lopez Klinkosch wurde in Paraguay geboren, „Tita“ Domingos in Brasilien. Beide leben in Vreden, sind ausgebildete Zumba-Lehrerinnen und geben jetzt den Salsa weiter. Rita Umme, eine Bekannte von Rosa Maria Lopez Klinkosch aus Vreden, hatte schon lange die Idee, einen Salsakurs anzubieten und fand in Rosa eine Mitstreiterin. Und dann kam der Benefiz-Gedanke dazu. Denn als Jeison Orlando Rodríguez Hernández im vergangenen Jahr bei Georg Wessels, dem Spezialisten für Schuhe in Übergrößen, zu Gast war, war Rosa Maria Lopez Klinkosch als Dolmetscherin tätig. Jeison Orlando Rodriguez hat einen Tumor im Kopf, der immer weiter wächst. Er steht als Mann mit den größten Füßen der Welt im Guinnessbuch der Rekorde und hat von Georg und Peter Wessels schon mehrfach passendes Schuhwerk erhalten. Jeison braucht teure Medikamente. Rosa Maria Lopez Klinkosch holte „Tita“ Domingos mit ins Boot, Rita Umme fand in Rolf Elsing einen weiteren Mitstreiter und in seinem N-Joy einen passenden Raum, um alle 14 Tage ein Salsa-Projekt anzubieten. Dabei wird die Spendenbox immer wieder gut gefüllt.

Schon 510 Euro ertanzt

Zurück auf die Tanzfläche: Rita Umme wirbt auch an diesem Samstagabend mit der Spendenbox um Unterstützung für den jungen Mann. „Mittlerweile haben wir 510 Euro zusammenbekommen“, erzählt sie. Rosa und Tita übersenden das Geld einmal im Monat. Auch Rolf Elsing beteiligt sich aktiv . „Mir gefällt die Lebensfreude. Alle haben Spaß und es profitiert einer davon, der es wirklich gut gebrauchen kann“, sagt der Gastronom, den es nicht mehr hinter der Theke hält. Auch er versucht auf der Tanzfläche, das umzusetzen, was Klinkosch und Domingos vortanzen. Alles erscheint spielerisch, keiner muss perfekt sein. Erst im Line-Dancing, dann im Paartanz zeigen Klinkosch und Domingos die ersten Schritte.

Salsa tanzen, Spaß haben und dabei Gutes tun

Tanzen mit Rosa und Tita - die ersten Schritte im Salsa, Bachata oder Merengue machten am Samstag den runt 40 Teilnehmern Spaß. © Elvira Meisel-Kemper

Anfangs sind die Gesichter hoch konzentriert. Langsam lockern sich die Gesichtszüge und mit ihnen die Bewegungen der Tänzer und Tänzerinnen. Keiner hat Berührungsängste. Wildfremde Menschen tanzen miteinander. Die ersten Schweißperlen sind auf der Stirn der Teilnehmer sichtbar, aber auch das gehört absolut dazu. Mancher tanzt beschwingt und selbstsicher buchstäblich aus der Reihe. Lacher sind zu hören und – je später der Abend – sogar anfeuernde Kommentare. Zuschauer werden einfach auf die Tanzfläche geholt und zum Mittanzen motiviert.

Mit Freude dabei

Maguma Hank tanzt bereits das zweite Mal mit an diesem Abend. Sie stammt aus Somalia. Südamerikanische Rhythmen waren ihr bisher fremd. „Alle kommen aus verschiedenen Ländern. Das ist doch toll“, schwärmt sie etwas atemlos nach der ersten Sequenz. Auch Gregor Malyszek, der in Polen geboren wurde, ist begeistert dabei: „Ich habe schon einmal einen Salsa-Kurs in den Niederlanden gemacht. Es geht hier einfach um den Spaß daran.“ Und dieser Spaß war an diesem Abend auf allen Gesichtern lesbar.

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