Schmitz Cargobull rückt wegen ausbleibender Aufträge zusammen, um Kurzarbeit zu vermeiden

mlzKonjunktur schwächelt

Die schwächelnde Konjunktur macht Schmitz Cargobull zu schaffen. Der Geschäftsführer bittet die Mitarbeiter in einer internen Nachricht um Hilfe. Nur so lasse sich Kurzarbeit verhindern.

Vreden

, 19.08.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schmitz Cargobull bekommt die schwächelnde Konjunktur zu spüren. Vor allem der Standort in Altenberge ist davon betroffen. Dort wird die Produktion auf ungefähr die Hälfte der Maximalleistung zurückgefahren. Zu Kurzarbeit soll es dennoch nicht kommen.

Mitarbeiter leitet interne Nachricht der Geschäftsleitung weiter

In einer internen Nachricht hat sich Geschäftsführer Andreas Schmitz Ende vergangener Woche an die Mitarbeiter gewendet. Ein Mitarbeiter hat unserer Redaktion diese Nachricht weitergeleitet – anonym.

Darin erklärt der Geschäftsführer, dass im Unternehmen bereits etliche konzernweite Maßnahmen eingeleitet wurden. Auch die Produktion wurde demnach bereits zurückgefahren. Schmitz Cargobull müsse sich dennoch auf einen weiteren Konjunkturrückgang einstellen.

Empfindliche Einschnitte sollen helfen, Kurzarbeit zu vermeiden

Anna Stuhlmeier, Pressesprecherin des Unternehmens, bestätigt am Montag auf Nachfrage die Echtheit der Mitteilung. Demnach plant Schmitz Cargobull zunächst diese Punkte:

  • Mitarbeiter aus Altenberge sollen auch an anderen Standorten – vor allem in Vreden – eingesetzt werden.
  • 40-Stunden-Verträge werden auf 35-Stunden-Verträge zurückgeführt.
  • Ein genereller Einstellungsstopp mit eng gefassten Ausnahmen für einige Qualifikationen wird verhängt.
  • In enger Abstimmung mit dem Betriebsrat sollen auch Urlaubs- und Zeitguthaben betrieblich eingesetzt werden.
  • Verträge mit Leiharbeitern wurden bereits im Vorfeld nicht mehr verlängert.

„Wir setzen auf diese kollegiale Unterstützung, um Kurzarbeit zu vermeiden“, erklärt Anna Stuhlmeier. So hatte es auch Andreas Schmitz formuliert. „Unser Ziel ist es – in Abstimmung mit dem Betriebsrat – Kurzarbeit und einen möglicherweise notwendigen Sozialplan so lange wie möglich zu vermeiden“, erklärt er in dem internen Schreiben.

Produktion vom Rückgang der Konjunktur schwer getroffen

Die gesamte Transportwirtschaft verlaufe ja sehr zyklisch. Besonders vom aktuellen Konjunkturrückgang seien die sogenannten Sattelcurtainsider betroffen. Die werden in Altenberge produziert. Diese Auflieger, die an den Längsseiten mit Vorhängen aus LKW-Plane versehen sind, werden besonders von Zulieferern der Automobilindustrie und insgesamt der verarbeitenden Industrie genutzt.

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„Diese Unternehmen halten sich mit Blick auf die weitere Entwicklung im Moment mit Investitionen zurück“, erklärt Anna Stuhlmeier. Die Fuhrparks seien insgesamt inzwischen sehr modern. Weitere Investitionen würden demnach noch zurückgehalten. „Diese Faktoren wirken auf die gesamte Wirtschaft“, sagt sie.

Vredener Werk von Einschnitten bisher nicht betroffen

Das Werk in Vreden sei von diesen Änderungen im Moment nicht direkt betroffen. Dort laufe die Produktion weiter wie bisher. Allerdings müsse man sich dort eben darauf einstellen, demnächst mit Kollegen aus Altenberge direkt zusammenzuarbeiten.

In der Information an die Mitarbeiter gibt sich Andreas Schmitz betont zuversichtlich: „Ich bin überzeugt, dass wir besser als jeder andere Trailerhersteller diese schwierige Zeit meistern werden“, heißt es darin. Er sei stolz auf das gesamte Team und stolz darauf, dass es jetzt als ‚One Schmitz Cargobull‘ enger zusammenrücke.

Bei Schmitz Cargobull sind aktuell insgesamt rund 6300 Mitarbeiter beschäftigt. In den Werken in Altenberge arbeiten 1800, in Vreden 1900 Mitarbeiter.

Betriebsratsvorsitzender ist im Moment im Urlaub

Für Manuel Terhuerne, Betriebsratsvorsitzender im Werk Vreden, ist die Nachricht nichts Neues. „Das spiegelt eben die aktuelle Situation wider“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Wie diese Nachricht in der Vredener Belegschaft aufgenommen wurde, kann er am Montag jedoch nicht beantworten, da er gerade im Urlaub ist.

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