Schmitz schließt Werk in Altenberge wegen Corona – Was ist mit Vreden?

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Wegen eines Corona-Falls und ausbleibender Aufträge hat Schmitz Cargobull das Werk in Altenberge vorübergehend geschlossen. In Vreden setzt das Unternehmen auf andere Maßnahmen.

Vreden

, 08.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Werk von Schmitz Cargobull in Altenberge ist momentan geschlossen. „Betriebsruhe“ und eine „Unterbrechung der Produktion“ nennt Pressesprecherin Anna Stuhlmeier die aktuelle Situation.

Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen hat das Unternehmen mit einem starken Auftragsrückgang bei den in Altenberge hergestellten Planenaufliegern zu kämpfen. Zum anderen gibt es einen Corona-Fall in der Umgebung des Werkes in Altenberge. „Das Gesundheitsamt hat einige Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt. Zur Minimierung des Risikos einer Ansteckung ruht der Betrieb vorübergehend“, so Anna Stuhlmeier.

Diese Entscheidung hat die Unternehmensleitung zusammen mit dem Betriebsrat getroffen. Nach Ostern soll die Produktion wieder aufgenommen werden.

Schmitz stellt in Vreden dringend benötigte Kühlkoffer her

Was bedeutet das für das Werk in Vreden? Anna Stuhlmeier macht klar, dass die Produktion so gut es geht aufrecht erhalten bleiben soll. In Vreden werden nämlich Kühlkoffer hergestellt. Diese sind momentan für den Transport von Nahrungsmitteln dringend nötig.

Und trotzdem: „Zum jetzigen Zeitpunkt können weder die weitere Covid-19-Ausbreitung noch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie eingeschätzt werden. Es muss jeden Tag auf sich verändernde Parameter reagiert werden und somit ist keine Prognose möglich“, schreibt die Pressesprecherin.

Schmitz Cargobull kämpft schon länger mit Problemen

Schon seit Mitte 2019 bekommt das Unternehmen Schmitz Cargobull die rückläufige Industrieproduktion zu spüren. Weniger Aufträge kommen rein. Bislang konnte das Unternehmen Kurzarbeit vermeiden. Allerdings wurden Verträge von Zeitarbeitern nicht verlängert, Mitarbeiter aus Altenberge wurden an anderen Standorten eingesetzt, und in Vreden verzichtete das Unternehmen zeitweise auf die Nachtschicht.

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Anfang 2020 schien es dann endlich wieder bergauf zu gehen. „Seit Januar zog die Nachfrage wieder deutlich an, wurde aber durch die Coronakrise im März komplett abgewürgt“, beschreibt Anna Stuhlmeier. Und weiter: „Die Corona-Krise ist ein noch nie dagewesenes Ereignis, das mit einem erzwungenen Stillstand großer Teile der Wirtschaft einhergeht, welcher von den Unternehmen verkraftet werden muss. Die Krise wird viel Geld kosten.“

Es brauche kreative Ideen von Seiten der Unternehmen, aber auch Maßnahmen aus der Politik, um die Unternehmen zu entlasten.

Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter, Hilfe für Lkw-Fahrer

Bei Schmitz Cargobull in Vreden läuft der Betrieb aber erst einmal wie gewohnt weiter, bislang ohne Kurzarbeit. Doch das Unternehmen hat einige Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um die Mitarbeiter vor einer Ansteckung zu schützen.

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Die Schichten sind nun zeitlich so getrennt, dass sich die Mitarbeiter auch in den Übergangszeiten nicht begegnen. „In allen Bereichen wird auf die Einhaltung der Hygieneregeln verwiesen und Mitarbeitern werden Mundschutzmasken zur Verfügung gestellt“, sagt Anna Stuhlmeier. Diese Masken stellt das Unternehmen ihren Angaben nach als Hilfsangebot auch den lokalen Krankenhäusern zur Verfügung.

Hilfsbereit zeigt sich das Unternehmen auch gegenüber Lkw-Fahrern. Da viele Raststätten an den Autobahnen geschlossen sind, können sich diese nur noch schwer angemessen versorgen. Wenn die Fahrer also neue Fahrzeuge bei Schmitz Cargobull abholen, dürfen sie dort die separaten Sanitärräume nutzen und bekommen abgepackte Snacks und Getränke.

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