Marktleiter Willy Kramer vom Vredener Baumarkt Plewa kann bestimmte Artikel im Geschäft nur mit negativem Corona-Schnelltest und Termin verkaufen. Die Verwirrung bei den Kunden ist groß. © Anne Schiebener
Einzelhandel

Shoppen mit negativem Corona-Schnelltest: So lief der erste Tag in Vreden

Seit Montag ist Termin-Shopping nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Um das zukünftig zu erleichtern, eröffnen bereits ab Dienstag zwei neue Teststellen. Eine direkt in der City.

Die Verunsicherung ist groß am Montagmittag in der Vredener Innenstadt. „Immer hin und her und hin und her mit diesem Corona-Lockdown“, sagt ein Postbote bei der Warenlieferung. Ab heute greift die kreisweite Notbremse, denn die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Borken liegt seit einigen Tagen über 100. Termin-Shoppen ist aber trotzdem weiter möglich. Mit negativem Corona-Schnelltest.

Wunsch nach stadtnahen Teststellen wird laut

„Es kommen Kunden“, sagt Stefan Büning, Filialleiter von Sport Niehuis am Marktplatz, „aber ohne Testergebnis. Das ist für uns auch schwierig zu kontrollieren.“ Kurz danach steht eine Kundin an der Tür. Sie weiß, was sie kaufen möchte, der Verkäufer sucht es heraus und bringt es ihr zur Tür.

Stefan Büning bittet die Kundin zur Kasse. „Aber ich habe kein negatives Schnelltest-Ergebnis“, sagt sie. „Zum Bezahlen dürfen Sie trotzdem rein. Bei ‚Click and Collect‘ ist das genau so“, entgegnet der Filialleiter. Was man jetzt eigentlich darf und was nicht, das weiß keiner mehr so wirklich.

Stefan Büning und Brigitte Niehuis vom Sportladen in der Vredener Innenstadt hoffen auf eine Corona-Teststelle in Innenstadtnähe.
Stefan Büning und Brigitte Niehuis vom Sportladen in der Vredener Innenstadt hoffen auf eine Corona-Teststelle in Innenstadtnähe. © Anne Schiebener © Anne Schiebener

Die Hoffnung vom Vredener Sportgeschäft: Schnelltests in der Innenstadt. Und dieser Plan steht schon in den Startlöchern. Seit die Entscheidung zum „Click and Meet“ mit negativem Corona-Schnelltest am Freitag gefallen ist, laufen die Planungen von Politik und Stadtmarketing auf Hochtouren. Die Vredener haben Jochen Terbeck von West Münsterland Events kontaktiert. Der hat bereits Corona-Teststellen in Oeding, Südlohn und Borken aus dem Boden gestampft.

Zwei neue Corona-Teststellen in Vreden öffnen am 30. März

„Die Anfrage kam um 17 Uhr am Freitag“, sagt Jochen Terbeck. „Da mussten wir ganz schön Gas geben.“ Am Montagnachmittag kam dann grünes Licht vom Kreis Borken. Ab Dienstag, 30. März, wird bei Mümken am Domhof getestet. Die ersten Corona-Schnelltests sollen ab 9.30 Uhr erfolgen. Eine Terminbuchung wird über die Tobit Chayns-App (corona.chayns.de) möglich sein. „Wer diesem nicht mächtig ist, kann auch so kommen und einen Termin vor Ort machen“, sagt Organisator Jochen Terbeck.

Gleichzeitig eröffnet eine weitere Teststelle in Vreden. Ab Dienstag, 30. März, geht das volldigitale Schnelltestzentrum Vreden am Sportzentrum an der Ottensteiner Straße an den Start. Auch hier können Termine kostenlos über die App des Ahauser Software-Unternehmens (corona.chayns.de) gebucht werden. Mittels der App erfolgt der Testvorgang von der Terminreservierung bis zur Datenübermittlung an das örtliche Gesundheitsamt komplett automatisiert. Damit eröffnet die Preventim UG das erste Drive-in-Testzentrum in Vreden. Testlinge können mit Auto, Rad oder zu Fuß zur Teststation kommen.

Gerade noch im Aufbau, führen die Mitarbeiter von Preventim ab dem 30. März Corona-Schnelltests an Drive-in-Besuchern durch. Grundlage des Testzentrums ist eine App, über die die gesamte Abwicklung digital erfolgt.
Gerade noch im Aufbau, führen die Mitarbeiter von Preventim ab dem 30. März Corona-Schnelltests an Drive-in-Besuchern durch. Grundlage des Testzentrums ist eine App, über die die gesamte Abwicklung digital erfolgt. © Kemper © Kemper

Nach dem Test informiert die App automatisch über das Ergebnis. Ist dieses negativ, generiert sie ein Testzertifikat, das im persönlichen Wallet auf dem Smartphone eingespielt wird. Ein digitaler Pass, mit dem Vredener zum Termin-Shoppen in die Einzelhandelsgeschäfte gehen können.

Noch herrscht viel Verwirrung bei den Kunden in der Vredener City

Der Wunsch nach einer stadtnahen Teststelle wird nicht nur bei den Einzelhändlern laut. Auch ein junger Vredener, der am Montagmittag in der Innenstadt unterwegs ist, sagt: „Es wäre gut, wenn es eine Teststation in der Stadt gäbe. Das würde auch den Geschäften helfen.“ Er selbst hat deswegen auf Termine in den Geschäften verzichtet und lediglich das „Click and Collect“-Angebot angenommen. Seine Freundin sagt: „Wir haben kurz überlegt, ob wir noch einen Schnelltest machen sollen. Aber wir wussten, dass wir im Schaufenster alles gut sehen und aussuchen können.“

Textilhändler Christoph Demes hatte am Montagmittag bereits Kunden in seinen Läden mit negativem Schnelltest, aber nicht viele. Trotzdem ist er zuversichtlich und dankbar, dass er seine Geschäfte Cede und Trendbox in der Vredener Innenstadt überhaupt öffnen darf. „Unsere Kunden haben uns durchgehend positives Feedback in den vergangenen drei Wochen zum ‚Click and Meet‘-Angebot gegeben“, sagt Christoph Demes. „Aber es herrscht heute auch viel Verwirrung.“

Corona-Testergebnis auf dem Smartphone überall dabei

Eine Frau ist mit ihrer Tochter in der Innenstadt unterwegs. Beide mit negativem Schnelltest-Ergebnis auf dem Smartphone. „Wir waren gestern zufällig bei der Massentest-Aktion in Ahaus“, sagt sie am Montag. „Dann ist uns heute eingefallen, dass wir ja sogar in die Geschäfte rein dürfen. Das ist schon praktisch, mit dem Testergebnis auf dem Handy. Das hat man ja sowieso immer dabei.“

Der Vredener Baumarkt hat schnell auf die neuen Corona-Regeln für den Einzelhandel reagiert.
Der Vredener Baumarkt hat schnell auf die neuen Corona-Regeln für den Einzelhandel reagiert. © Anne Schiebener © Anne Schiebener

Abseits der Vredener Innenstadt weist bereits ein Plakat vor dem Eingang vom Baumarkt Plewa auf die neuen Corona-Regeln hin. „Zutritt zum Tierbedarf und Gartenmarkt gestattet. Für das restliche Sortiment: Soforttermin mit negativem Tagestest möglich.“ Am Mittag seien einige Kunden mit negativem Schnelltest im Baumarkt gewesen. „Aber nur wenige“, sagt Marktleiter Willy Kramer. „Vielleicht fünf bis sechs Leute.“

Viele Kunden kommen rein und sind verwirrt. Dabei versucht Baufuchs Plewa seine Kundschaft tagesaktuell auf Facebook und Instagram über die Änderungen in der Corona-Politik und damit verbundenen Auswirkungen auf den Einzelhandel zu informieren. „Es ist häufig die ältere Generation, die anruft und fragt, was sie jetzt überhaupt noch dürfen“, sagt Willy Kramer. „Wir haben die Kasse doppelt besetzt, damit sich ein Mitarbeiter nur um das Telefon kümmern kann.“

Über die Autorin
Volontärin
In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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