Mindestens sieben Leerstände in der Innenstadt sollen zu Beginn des neuen Jahres verschwinden. Das ist dank eines Förderprogramms möglich. © Victoria Garwer
Innenstadt

Sieben Leerstände in der Vredener Innenstadt werden sich schon bald füllen

Zu Beginn des Jahres werden mindestens sieben Leerstände in der Vredener Innenstadt mit Leben gefüllt. Das ist dank eines Förderprogramms möglich – und die Fördersumme ist noch nicht ausgeschöpft.

Es sind sehr gute Nachrichten für die Vredener Innenstadt, die Citymanager Jörg Lenhard verkünden kann. Gleich mehrere Leerstände werden zu Beginn des Jahres verschwinden. „Bei sieben ist die Sache schon sicher, bei zwei weiteren wahrscheinlich“, berichtet Jörg Lenhard.

Dass das möglich ist, liegt an einem Förderporgamm des Landes NRW mit dem Titel „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren“. Das Land stellt 70 Millionen Euro zur Verfügung, um die Innenstädte gegen den Online-Handel zu stärken. Anlass ist auch die Corona-Pandemie. Das Programm wurde erst im Juli aufgelegt, schon im November hat die Stadt Vreden den positiven Förderbescheid erhalten.

Ich glaube, dass wir innerhalb des nächsten Jahres den Leerstand in der Vredener Innenstadt wegkriegen.

Jörg Lenhard, Citymanager

214.000 Euro bekommt die Stadt. Mit diesem Geld wird sie Ladenlokale anmieten und dann untervermieten. Dadurch sparen alle Beteiligten eine Menge Geld, denn einen Großteil der Miete übernimmt das Land.

Statt 1000 Euro zahlt der Mieter nur 200 Euro

Ein Rechenbeispiel: Ein Ladenlokal hat bislang 1000 Euro pro Monat gekostet. Die Stadt darf es laut Förderrichtlinien für maximal 70 Prozent dieser Summe anmieten. Das heißt, die Eigentümer verzichten auf 30 Prozent. „Die wissen inzwischen auch: Jeder Cent Miete ist besser als gar keine Miete“, sagt Jörg Lenhard.

Die Stadt würde im Beispiel also 700 Euro pro Monat zahlen. Sie vermietet das Objekt weiter – für nur 20 Prozent des eigentlichen Mietpreises, also 200 Euro. Von der Differenz übernimmt das Land mit dem Förderprogramm 90 Prozent. In diesem Rechenbeispiel zahlt das Land also 450 Euro, die Stadt 50 Euro.

Prominent gelegene Ladenlokale werden sich füllen

„Das ist vor allem für Neugründer interessant. Denn sie zahlen eine sehr geringe Miete und haben so gerade am Anfang ein geringes Risiko“, sagt Jörg Lenhard. Dadurch habe man Mieter gewinnen können, die sonst eher zurückhaltend waren. Welche Leerstände genau verschwinden und wer dort einzieht, will er im Moment aus Gründen des Datenschutzes noch nicht sagen. Außerdem laufen in einigen Fällen noch Gespräche über die Vertragsdetails. Nur so viel: Es sind sehr prominent gelegene Ladenlokale dabei und nicht überall geht es um klassischen Einzelhandel.

Ende Mai hat Jörg Lenhard sein Büro im Kult in Vreden bezogen. Viele Gespräche standen und stehen aktuell für den Citymanager im Mittelpunkt, um sich einen Überblick über den vielschichtigen Aufgabenbereich zu verschaffen. Schwerpunkte und Ziele hat er dabei schon in den Fokus genommen. © Michael Schley © Michael Schley

Doch das ist für Jörg Lenhard kein Nachteil. „Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass Vreden eine Einzelhandelsstadt wird. Wir müssen eher auf Aufenthaltsqualität setzen“, sagt er. Jede Nutzung der leer stehenden Objekte bringe Frequenz in die Innenstadt und das sei in jedem Fall gut. Denn davon würden auch die bestehenden Einzelhändler profitieren.

Um die Frequenz in der Innenstadt zu messen, gibt es seit einigen Tagen ein ganz neues Instrument. Am Alten Rathaus am Marktplatz hängt nun ein Frequenzmesser. Er registriert jedes Handy, das sich in der Umgebung aufhält – unter Einhaltung aller Datenschutzrichtlinien, wie Jörg Lenhard betont. „Wir gehen davon aus, dass die Frequenz auf dem Marktplatz in Zukunft deutlichen steigen wird. Durch den Messer haben wir dann Daten, die das belegen. Das wiederum hilft uns dabei, Interessenten von Vreden zu überzeugen.“

Interessenten können sich noch beim Citymanager melden

Das Förderprogramm ist auf zwei Jahre ausgelegt. Das heißt, in zwei Jahren müssen die Mieter mit den Eigentümern neu über die Höhe der Miete verhandeln. „Bis dahin haben sie aber im besten Fall einen Kundenstamm aufgebaut, Erfahrungen gesammelt, Geld gespart und wissen dann, wie viel sie für die Miete aufbringen können“, sagt Jörg Lenhard.

Noch ist die bewilligte Fördersumme nicht ausgeschöpft. Heißt: Es können sich noch Interessenten bei dem Citymanager melden. Außerdem ist im April voraussichtlich eine zweite Runde geplant, in der das Land noch verbliebene Mittel verteilt. Das alles und weitere geplante Projekte stimmen Jörg Lenhard sehr zuversichtlich: „Ich glaube, dass wir innerhalb des nächsten Jahres den Leerstand in der Vredener Innenstadt wegkriegen. Und das meine ich ernst.“ Momentan stehen innerhalb des Butenwalls 20 Ladenlokale leer.

Über die Autorin
Redakteurin
Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
Zur Autorenseite
Victoria Garwer

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt