Silvestertraditionen in Vreden: Silvesterlauf, Zigarren und Spieleabende

mlzSilvesterbräuche

Der Silvestertag sieht bei jedem anders aus und ganz unterschiedlich zelebriert. Wir haben bei Vredener Persönlichkeiten nachgefragt, wie sie den letzten Tag im alten Jahr verbringen.

Vreden

, 31.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bleigießen, um das Motto für das kommende Jahr herauszufinden; Dinner for One, um sich jedes Jahr wieder über den Butler James zu bekringeln oder das Raclette-Essen mit Pfännchen und leckerem Käse: Klassische Silvesterbräuche gibt es viele.

Doch wie verbringen Vredener eigentlichen ihren Silvestertag? Wir haben bei einigen Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Kultur nachgefragt, wie der Ablauf an Silvester ist und welche Traditionen gepflegt werden.

Bernhard Tenhumberg, Vorsitzender FC Vreden

„Wir treffen uns mit unserem Stammtisch am Silvestertag stets um 19 Uhr im Restaurant Zum Dornbusch und essen dort zusammen. Das machen wir schon seit Jahren so. Die Betreiber wissen, dass wir kommen und halten uns immer schon einen Tisch frei – daher müssen wir gar nicht mehr reservieren.

Bernhard Tenhumberg feiert Silvester mit seinem Stammtisch im Restaurant Zum Dornbusch.

Bernhard Tenhumberg feiert Silvester mit seinem Stammtisch im Restaurant Zum Dornbusch. © Foto Gewers

Im Anschluss machen wir gegen 22 Uhr einen Spaziergang zu uns nach Hause. Dort verbringen wir den Rest des Abends. Pünktlich um 0 Uhr treffen wir uns dann mit den Nachbarn und stoßen zusammen aufs neue Jahr an.

Seit einigen Jahren gönnen wir uns auch eine gute Zigarre. Ich habe vor über 20 Jahren mit dem Rauchen aufgehört, aber eine gute Zigarre gehört mittlerweile dazu. Für dieses Silvester habe ich schon welche besorgt.“

Tom Tenostendarp, Vorsitzender Jugendwerk Vreden

„Wir gehen am Silvestertag um 18 Uhr in die Abendmesse. Danach gehen wir zu uns nach Hause und essen zusammen. Seit den letzten Jahren hat sich als kleine Tradition entwickelt, dass wir Kartoffelsalat mit Würstchen essen.

Tom Tenostendarp geht an Silvester in die Abendmesse und feiert danach im kleinen Familienkreis.

Tom Tenostendarp geht an Silvester in die Abendmesse und feiert danach im kleinen Familienkreis. © Victoria Thünte

Silvester verbringen wir im kleinen Familienkreis – Traditionen wie Bleigießen oder anderes gibt es bei uns nicht. Gegen 0 Uhr schauen wir uns dann zusammen die Feuerwerke von den anderen an. Wir selbst zünden kein Feuerwerk.“

Daniel Terwersche, Vorsitzender der Bürgergenossenschaft Ellewick

„Mit meiner Familie gehen wir an Silvester zunächst zum Silvesterlauf nach Stadtlohn. Dort nehmen neben meiner Frau und meiner Mutter auch einige befreundete Familien teil. Danach treffen wir uns abends bei einer den Familien. Das geht reihum. In diesem Jahr sind wir dran mit Kochen. Jeder Gastgeber kann selbst entscheiden, was gekocht wird – da gibt es keine festen Traditionen.

Am Silvestertag ist Daniel Terwersche sportlich unterwegs: Er nimmt am Silvesterlauf in Stadtlohn teil.

Am Silvestertag ist Daniel Terwersche sportlich unterwegs: Er nimmt am Silvesterlauf in Stadtlohn teil. © Redaktion MZ

Die Kinder dürfen dann bis 0 Uhr wachbleiben und schauen sich dann gern das Feuerwerk an. Beim Feuerwerk halten wir es so: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Für die Kinder machen wir ein paar Raketen an, damit sie sich an den Lichtern und Farben erfreuen können. Aber viel mehr Feuerwerk zünden wir nicht an.“

Hassan Al-Attar, Schützenkaiser in Vreden

„Ich werde am Silvestertag als Notarzt im Ruhrgebiet unterwegs sein. Dabei werde ich von 20 Uhr bis 8 Uhr im Einsatz sein. Wenn ich dann nach Hause komme, gehe ich erstmal ins Bett und hole meinen Schlaf nach. Eines meiner Kinder feiert in Südamerika den Start ins neue Jahr, das andere mit Freunden, da habe ich mir gedacht, dass ich auch arbeiten kann.

Der Vredener Schützenkaiser Hassan Al-Attar arbeitet an Silvester und ist als Notarzt im Einsatz.

Der Vredener Schützenkaiser Hassan Al-Attar arbeitet an Silvester und ist als Notarzt im Einsatz. © Raphael Kampshoff

Bei uns Ärzten ist das normalerweise so, dass man entweder Weihnachten oder Silvester arbeitet. Daher gewöhnt man sich daran, dass man Silvester auch mal nicht feiert. Manchmal habe ich auch schon ein oder zwei Tage danach den Start ins neue Jahr gefeiert.“

Ursula Schulte, Bundestagsabgeordnete aus Vreden

„Ich feiere Silvester mit meinem Mann – ganz gemütlich zu zweit. Die Kinder sind mittlerweile so groß, dass sie alleine feiern. Daher kochen wir zusammen und spielen einige Spiele wie Dame oder Mühle. Früher, als wir noch mit mehreren Menschen den Tag verbracht haben, haben wir viel Doppelkopf gespielt.

Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte spielt mit ihrem einige Gesellschaftsspiele an Silvester.

Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte spielt mit ihrem einige Gesellschaftsspiele an Silvester. © Robert Wojtasik

Dazu haben wir meistens noch die klassischen Silvesteressen zubereitet – Raclette, Fondue und solche Dinge. Aber für zwei Personen lohnt das nicht mehr. Andere Silvesterbräuche wie Bleigießen oder Ähnliches gibt es bei uns nicht. Wir stoßen mit einem Glas Sekt aufs neue Jahr an und wünschen uns dabei Gesundheit und Weltfrieden.“

Fritz Volmer, ehemaliger Lehrer in Vreden und Vorsitzender des Arbeitskreises Möllenkring

„In unserem Alter verbringen wir den Silvestertag ganz geruhsam. Früher hatten wir noch Tiere, deswegen haben wir Silvester zu Hause verbracht und konnten nicht weg. Jetzt freuen wir uns, ganz gemütlich zu zweit den Tag zu begehen. Beim Essen lasse ich mich von meiner Frau überraschen, die geht noch einkaufen und ich weiß noch nicht genau, was Silvester bei uns auf den Tisch kommt.

Bei Fritz Volmer gibt es an Neujahr klassischerweise Neujahrshörnchen.

Bei Fritz Volmer gibt es an Neujahr klassischerweise Neujahrshörnchen. © Redaktion MZ

Zu Neujahr hatten wir früher die Tradition, dass wir noch ‚Neujahr abgewonnen‘ haben – das heißt: Man ging von Haus zu Haus, wünschte alles Gute und bekam dann Apfel und Walnüsse oder manchmal einen Kuchen. Zudem ist es noch Tradition bei uns, dass wir zu Neujahr Neujahrshörnchen backen. Die gibt es dann mit Sahne gefüllt.

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