„Sinfonietta Bulgaria“ begeistert

Konzert

VREDEN Durch eine Mischung verschiedener Stile von traditioneller bis hin zu atonaler Musik - ausschließlich von Komponisten des 20. Jahrhunderts - zeichnete sich das symphonische Konzert der „Sinfonietta Bulgaria“ am Samstagabend aus, zu dem die evangelische Kirchengemeinde eingeladen hatte.

von Von Frederike Funk

, 23.11.2009, 11:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die "Sinfonietta Bulgarica" bei ihrem Konzert in Vreden.

Die "Sinfonietta Bulgarica" bei ihrem Konzert in Vreden.

Mit der Atonalität des Impressionismus werden die Zuhörer in den „Oscillations célestes“ von Hans-André Stamm und in Alfred Goodmans Orchestersuite „Eine kleine Schulmusik“ konfrontiert. Eine fließende, wellenförmige, aber auch pendelnde Bewegung kennzeichnet die Melodik. Der zurückhaltende Bass, bewegte Mittelstimmen und ein signifikantes Motiv in den Oberstimmen vermischen raffiniert fremde mit harmonischen Klängen. Die kleine Schulmusik -eine Spielmusik von lockerer und kurzweiliger Atmosphäre- erinnert im ersten Satz an die Melodie von „Eine kleine Nachtmusik“. In dem musikalischen Märchen „Die Zeitmaschine“, das von Dirigent Ilieff äußerst geschickt komponiert wurde, bauen drei Kinder eine Zeitmaschine, mit der sie in die Vergangenheit reisen. Das Publikum fühlt sich zunächst in das 18. Jahrhundert, als der Kölner Dom gebaut wurde, zurückversetzt und kann perfekt nachempfinden, wie die Kinder im 16. Jahrhundert auf einmal mitten im Palast des Kaisers von China landen. Manch einer fiebert gedanklich mit, als sie schließlich nur knapp den aufgebrachten Soldaten der russischen Revolution entkommen.

Für leises Gelächter sorgt Günther Haas‘ humorvolle „Symphonische Fantasie und Fuge über ein neapolitanisches Volkslied“, dessen Melodie jedoch an das deutsche Volkslied „Mein Hut, der hat drei Ecken“ erinnert. Einem Solo im Bass folgen wechselnde Instrumenten-Kombinationen, Rhythmen und Stile, die die Melodie variieren, bevor schließlich eine streng durchgeführte Fuge erklingt. Einen weiteren Höhepunkt im Programm stellt das Werk „Der Baum“ von Rainer Quade dar, in dem bei genauem Hinhören Geräusche aus der Natur zu erkennen sind. So erzeugen die Klarinetten Windgeräusche und die Querflöten imitieren Vogelstimmen.

Die aus sieben verschiedenen Teilen mit unterschiedlichen Charakteren, Klängen und Formen bestehenden „Seven miniatures“ von Lyubomir Denev lösen zum Schluss besonders durch das Glockenspiel eine gewisse Vorfreude auf Weihnachten aus. Mit begeistertem Applaus verabschiedet sich das Publikum von der „Sinfonietta Bulgaria“, die ihre Deutschland-Tournee noch bis zum 6. Dezember fortsetzen wird.

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