Soziale Missstände Lateinamerikas berühren Zuhörer

VREDEN Ihre Lieder atmen den Geist Latein- und Südamerikas; mit glühender Begeisterung singen und spielen sie von der Hoffnung auf Gerechtigkeit für alle Menschen dieser Welt: die Musiker der "Grupo Sal", die aus Portugal, Chile, Argentinien und Deutschland stammen.

15.03.2009, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu diesem Konzert, initiiert vom Eine-Welt-Kreis Vreden unter Leitung von Ulrich Kipp und dem aktuellen forum VHS, konnte Dechant Guido Wachtel am Donnerstagabend so viele Besucher begrüßen, dass die Vredener Stiftskirche sie kaum fassen konnte.

Mit einer Lesung aus dem Buch Jesaja, in der gesagt wird, dass das Licht Gottes aufgeht, wo gegen Unterdrückung, Armut und Ungerechtigkeit gehandelt wird, leitete der Theologe Fulbert Steffensky (Foto) den literarischen Beitrag des Abends ein, musikalisch begleitet von Querflöte, Klarinette und Kontrabass. Der Sprecher beschrieb danach den Alltag eines Mädchens aus Honduras, das für einen Wochenlohn von 33 Euro täglich 13 Stunden arbeiten muss und zog folgendes Fazit: "Hauptsünden passieren dort, wo Menschen die Rechte der anderen verletzen." Dagegen könne einer allein wenig tun. Doch es gebe Gruppen, die Recht verschaffen könnten. So zeige sich auch die Kirche solidarisch mit den Armen Latein- und Südamerikas.

So richtig wach machte nicht nur die temperamentvolle, feurige Musik an den Bongos und Congas und den übrigen Instrumenten, sondern auch der Liedtext über die Kriminalität der Drogenmafia, wo bezahlte Killer mit dem Töten ihr Geld verdienen.

Der Text stammt von dem prominenten Salsa-Komponisten Rubén Blades, dem ehemaligen Vorsitzenden der Menschenrechtskommission.

Tief ergriffen waren die Zuhörer, als "Grupo Sal" in ihren Rhythmen das Schicksal der Straßenkinder von Buenos Aires anklingen ließen und von dem kleinen Jungen sang, der nachts in den Kneipen Rosen verkaufen muss und sich aus Müll einen Drachen baute, um damit seinem Elend zu entfliehen; was aber nicht gelang.

Leidenschaft

Mit großer Leidenschaft spielten die Musiker das Lied eines peruanischen Journalisten, das den im Exil lebenden Menschen gewidmet ist und mit dem Titel "Alle kehren zurück" die Erinnerung wach halten und die Hoffnung auf Rückkehr stärken soll. Ersehntes wird herbei gesungen, und vielleicht seien Sänger ja die besseren Prediger, meinte Fulbert Steffensky.

Ob Kinderlied, Folkloristisches, argentinische Samba oder Tanzlied aus der Dominikanischen Republik: Die professionellen Musiker überzeugten und erfreuten das Publikum mit ihrer Spielfreude und ihrem breit gefächerten Repertoire.

Mit großem Applaus und stehenden Ovationen dankten die Zuhörer den Interpreten Roberto Deimel, Fernando Dias Costa, Alessandro de Nardi, Anibal Civilotti, Steffen Hollenweger, Harald Schneider und Roland Geiger für ein unvergessliches Konzert zugunsten des Straßenkinderprojektes in Recife.

Susanne Dirking

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