Spaziergänger trotz Verbot im Wald

Folgen von Sturm „Friederike“

Ein Spaziergang an den Lüntener Fischteichen ist derzeit eher gefährlich als entspannend. Nach Sturm Friederike ist der Wald weiter gesperrt. Dazu kommt ein Ärgernis, das schon seit Dezember besteht.

LÜNTEN

, 09.02.2018, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nicht überall, aber doch ziemlich häufig, liegen Bäume auf den Wanderwegen am Lüntener Fischteich.

Nicht überall, aber doch ziemlich häufig, liegen Bäume auf den Wanderwegen am Lüntener Fischteich. © Victoria Thünte

Am Rand eines Wanderweges bei den Lüntener Fischteichen steht ein Fahrrad. Es fällt auf, weil es eigentlich gar nicht dort sein dürfte. Das Betreten des Waldes ist nämlich nach Sturm Friederike vor drei Wochen noch immer verboten. Im Unterholz raschelt es, Alexander Kleijn stolpert auf den Wanderweg. Ihm gehört das Fahrrad. Der Holländer ist Geocacher und mit einem GPS-Gerät auf der Suche nach einem versteckten Gegenstand. Dass er sich gerade über ein Verbot hinwegsetzt, weiß er nicht. „Das habe ich in Holland nirgendwo gesehen oder gelesen. Aber die Wege sind ja auch in Ordnung“, sagt er. Hinter der nächsten Kurve geht es aber auf einmal nicht mehr weiter. Zwei Bäume liegen quer über dem Weg. Und auch dahinter sieht es nicht besser aus. Alexander Kleijn stört das nicht. Er steigt ab, schiebt das Fahrrad unter den Bäumen durch und verschwindet im Wald.

Thorsten Fechtner vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) kann so ein Verhalten nicht nachvollziehen. „Natürlich, es ist im Moment super Wetter für einen Waldspaziergang, aber das ist mit Risiken verbunden.“ Der LWL hat als Eigentümer der Naturschutzgebiete Schwattet Gatt, Lüntener Fischteiche und Forstgut Ammeloe die Wälder bis mindestens Ende März gesperrt. Die Begründung laut Pressemitteilung: „Es besteht durch die aufgeweichten Böden die akute Gefahr von weiteren Baumstürzen. Nicht nur die vorgeschädigten Bäumen können jederzeit umfallen. Angebrochene Baumkronen können auf die Wege fallen.“ Ein Blick in den Lüntener Wald zeigt: Überall stehen Bäume schräg, der gesamte Waldboden ist mit abgebrochenen Ästen bedeckt und bei jedem Windstoß knackt es bedrohlich.

Vorbereitungen für Beseitigung laufen

„Es sieht wirklich schrecklich aus“, sagt Kerstin Klemm. Sie hat ein Ferienhaus in Lünten und liebt die Spaziergänge durch den Wald. Auch das Verbot kann sie davon nicht abhalten. „Ja, ich gehe in den Wald. Aber mir ist klar, dass das auf eigene Gefahr ist“, sagt sie.

Der LWL bereite gerade die Beseitigung der Bäume vor, sagt Thorsten Fechtner. „Das Gebiet ist rund 600 Hektar groß, das muss ordentlich geplant werden.“ Vor allem, weil erst im Dezember Forstarbeiten an den Fischteichen durchgeführt wurden. Schon damals waren die Böden so nass, dass sie nicht mehr begehbar waren, nachdem die schweren Maschinen dort entlang gefahren waren. Nach Ende der Arbeiten sollten die Wege eigentlich Mitte Januar wieder ausgebessert werden. „Da ist jetzt der Sturm dazwischen gekommen.“ Die vielen Haufen aus Baumstämmen am Waldrand haben übrigens mit dem Sturm nichts zu tun. Sie liegen dort seit den Forstarbeiten. Sie werden abgeholt, wenn auch der Rest des Waldes von den gefährlichen Sturmfolgen befreit wird. Das könne aber noch dauern, sagt Thorsten Fechtner. Weil auch die anderen Wälder des LWL ähnlich aussehen.

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