St. Felicitasförderschule soll Kompetenzzentrum werden

Mehr Integration wagen

VREDEN Die St. Felicitas-Förderschule soll eines von sechs Kompetenzzentren für sonderpädagogische Förderung im Kreis Borken werden. Dafür hat sich der Rat der Stadt Vreden in seiner jüngsten Sitzung ohne Gegenstimme bei Enthaltung der SPD ausgesprochen.

von Von Stefan Grothues

, 15.10.2009, 11:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schulleiter Bernhard Südholt mit Schülern im Billardraum des "Ganztagsgebäudes" der St. Felicitas-Förderschule, die jetzt Kompetenzzentrum werden soll.

Schulleiter Bernhard Südholt mit Schülern im Billardraum des "Ganztagsgebäudes" der St. Felicitas-Förderschule, die jetzt Kompetenzzentrum werden soll.

Zuvor hatte der Erste Beigeordnete Christoph Holtwisch betont, dass auch die Stadt Vreden letztlich nicht daran vorbeikomme, der UN-Konvention zu folgen. „Danach dürfen wir Menschen aufgrund ihrer Behinderung nicht von den Regelschulen ausschließen.“ Wenn Vreden jetzt im Zusammenspiel mit dem Kreis und anderen Kommunen an einer Pilotphase teilnehme, eröffne dies Chancen auf eine bessere sachliche und personelle Ausstattung der Schulen. Holtwisch: „Ich verstehe aber die Bedenken. Auch wir begleiten das Projekt nicht euphorisch. Es sind noch viele Fragen zur Umsetzung offen.“

Zu viele, meinte Reinhard Laurich (SPD). Er betonte, dass die Förderschule in Vreden sehr gut funktioniere und begründete die Stimmenthaltung seiner Fraktion so: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Umbau zum Kompetenzzentrum eine Verbesserung darstellen kann. Außerdem sind die anderen Schulen noch gar nicht dazu befragt worden.“ Helma Benke (Grüne) sprach sich für Integration aus, wann immer sie machbar sei. „Sie ist es aber nicht immer. Und dann darf sie weder zu Lasten der Mitschüler noch der Lehrer gehen. Wir müssen aber der UN-Konvention folgen. Wir stimmen daher trotz erheblicher Bedenken zu.“

Aus Theo Humbergs (CDU) Sicht habe die Stadt auch keine andere Wahl. „Das kommt so oder so auf uns zu. Wenn wir am Pilotprojekt teilnehmen, können wir noch einige Vorteile nuzten.“ Bürgermeister Hermann Pennekamp merkte zum Schluss der Debatte noch an, dass die Stadt nach der dreijährigen Projektphase souverän neu entscheiden könne.

Lesen Sie jetzt