Staatsanwaltschaft prüft Videos aus Ställen Rörings

Tierschützer-Anzeigen

Die Staatsanwaltschaft in Münster reagiert auf die Strafanzeigen gegen den Schweinemastbetrieb Röring in Vreden: Eine Vorprüfung zu den erhobenen Vorwürfen soll jetzt klären, ob die Justiz in dieser Frage an den Bundestagspräsidenten herantritt.

VREDEN

, 20.10.2016, 11:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Johannes Röring hatte auf die Vorwürfe der Tierschützer mit einer Pressekonferenz auf seinem Hof reagiert und dabei auch den Jornalisten Ställe gezeigt.

Johannes Röring hatte auf die Vorwürfe der Tierschützer mit einer Pressekonferenz auf seinem Hof reagiert und dabei auch den Jornalisten Ställe gezeigt.

Hintergrund: Johannes Röring genießt als Abgeordneter des Bundestages Immunität. Ohne weiteres sind daher keine Ermittlungen möglich, die ihn betreffen. Das erklärte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt von der Staatsanwaltschaft in Münster auf Anfrage der Redaktion.

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Der Hof Röring war in der jüngsten Vergangenheit ins Visier von Tierschützern geraten. Zwei Organisationen hatten die Zustände in der Schweinemast kritisiert, was Röring entschieden zurückgewiesen hatte. Die Tierschutzorganisationen Animal’s Right Watch und Peta hatten unabhängig voneinander Videomaterial veröffentlicht, das in den Ställen entstanden war. Aktivisten hatten sich dafür nachts illegal Zutritt zu den Stallgebäuden verschafft. Ein Teil des Materials war vom ARD-Magazin Panorama veröffentlicht worden.

Prüfung braucht mehrere Wochen

Die Staatsanwaltschaft führe jetzt eine Vorprüfung des Videomaterials durch, sagte Oberstaatsanwalt Botzenhardt: „Von dem Ergebnis hängt ab, wie wir weiter vorgehen werden.“ Es werde sicherlich noch einige Wochen dauern, bis ein Resultat vorliege.

Anders liegen die Dinge bei Paul Hegemann, Vorsitzender des Zentralverbands der Deutschen Schweineproduktion aus Saerbeck. Auch gegen ihn waren entsprechende Anzeigen gestellt worden. Botzenhardt bestätigte, dass dazu Ermittlungen aufgenommen worden seien.

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