In den Schulbussen mischen sich die Schülergruppen wieder durch. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Stadt Vreden: „Nicht mehr als 50 Kinder fahren in einem Schulbus“

Keine Lüftungsanlagen, keine FFP2-Masken für Lehrer, viele Schüler in den Schulbussen. Obwohl die Verwaltung schon viel für den Corona-Schutz tut, sehen die Lokalpolitiker noch Handlungsbedarf.

Eine Arbeitsgruppe soll sich zeitnah mit der Frage beschäftigen, welche weiteren Corona-Maßnahmen in den Vredener Schulen ergriffen werden können. Das hat der Rat beschlossen. Dabei legte Bernd Kemper, Erster Beigeordneter, großen Wert darauf, eines zu betonen: „Wir als Verwaltung tun bereits sehr viel.“ Hier kommen Fragen und Antworten zum Thema.

Werden in den Vredener Schulen Lüftungs- und Filteranlagen eingesetzt?

Nein. Das wünschen sich zwar einige Lehrer und Schüler, doch die Verwaltung hält das nicht für sinnvoll. „Diese Geräte können zwar die Virenbelastung in der Luft reduzieren, sie sind aber nicht in der Lage, das Kohlendioxid durch Sauerstoff zu ersetzen“, sagt Bernd Kemper. Es müsste also dennoch regelmäßig gelüftet werden.

„Die Entscheidung gegen diese Lüfter ist nicht aus finanziellen Gründen gefallen“, betont Bernd Kemper. Vielmehr habe man Aufwand und Erfolgsaussichten abgewogen und sei zu einem negativen Ergebnis gekommen.

Was ist mit CO2-Messgeräten?

Die Stadt hat bereits im September solche Sensoren bestellt. Damit sollen sämtliche Klassenräume an allen Vredener Schulen ausgestattet werden. Doch weil die Nachfrage derzeit so hoch ist, gab es Lieferschwierigkeiten. „Die ersten Geräte sind inzwischen da, doch die Gesamtlieferung lässt weiter auf sich warten“, so der Erste Beigeordnete.

Wie ist die Situation in den Schulbussen?

In den Taxen und Schulbussen gilt seit dem Frühjahr eine Maskenpflicht. Nach den Sommerferien hat die Verwaltung einige Busse zusätzlich eingeführt. Nach Fahrgastzählungen im November wurde die Zahl der Busse noch einmal erhöht. Nach Angaben der Stadt Vreden fahren zurzeit „nicht mehr als 50 Kinder in einem Bus mit“. Eine weitere Reduzierung der Schulkinder pro Bus sei kaum umzusetzen.

„Das ist viel zu viel“, sagte dazu Reinhard Laurich (SPD). „Das ist ein Problem, das wir nicht zulassen dürfen.“ Dieser Punkt wird sicher zu Diskussionen in der neuen Arbeitsgruppe führen.

Tragen die Lehrer FFP2-Masken?

Nein, im Moment nicht. Zwar hat das Land im Frühjahr 2000 Euro zur Verfügung gestellt, um Masken für Lehrer anzuschaffen, doch damals gab es aufgrund von Engpässen keine FFP2-Masken. Die Stadt hat deswegen die Lehrer mit Alltagsmasken ausgestattet. Vom Land gibt es bislang weder weiteren Vorgaben, welche Art von Mund-Nasen-Schutz Lehrer tragen sollten, noch weiteren Fördergelder.

Gibt es Plexiglaswände zwischen den Schülern?

Nein. Nach Angaben der Stadt hat sich bislang keine Vredener Schule so eine „bauliche Trennung“ der Schüler im Unterricht gewünscht oder für sinnvoll erachtet.

Wie sehen die Hygienepläne der Schulen aus?

Neben den generell geltenden Vorschriften wie Abstand halten, Maske tragen, Hand- und Flächendesinfektion und Lüften haben alle Vredener Schulen eine Einbahnregelung auf den Fluren eingeführt, damit sich die Schüler möglichst wenig begegnen. Die Pausen finden seit Mai nur noch gestaffelt statt.

Wie ist die digitale Ausstattung der Schulen?

Im Frühjahr gab es beim Distanzunterricht noch einige Probleme. Im Sommer hat die Stadt deswegen eine neue und einheitliche Software angeschafft. Außerdem hat die Stadt 600 Tablets für Schüler und 50 Laptops für Lehrkräfte bestellt.

Was hat der Rat nun beschlossen?

Es wird eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern von Politik, Verwaltung, Schulen, Lehrern, Schülern und Eltern gebildet. Auf ein persönliches Treffen in der doch recht großen Gruppe wird allerdings verzichtet. Die Arbeitsgruppe soll laut einstimmigem Beschluss des Rates zeitnah ausschließlich digital zusammenkommen.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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