Steht die Schmitz-Erweiterung auf der Kippe? – Unternehmen arbeitet schon an Plan B

mlzSchmitz Cargobull

Ein Aushang im Vredener Werk von Schmitz Cargobull wirft viele Fragen auf. Demnach arbeitet das Unternehmen aus Angst vor neuen Klagen an einer Alternative zur Erweiterung an der B70.

Vreden

, 26.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Unternehmen Schmitz Cargobull erarbeitet einen Plan B als Alternative zu der Erweiterung an der B70. Das geht aus einem Aushang hervor, der im Vredener Werk aushängt und der der Redaktion vorliegt. Unterschrieben wurde er vom Vredener Werkleiter und dem Betriebsratsvorsitzenden. In dem Text heißt es: „Wir sind aufgefordert, Alternativen zum Ausbau auf dem neuen Gelände zu erarbeiten.“

Die Stadt Vreden hat im Dezember 2014 einen Satzungsbeschluss gefasst und damit den Weg frei gemacht für die Erweiterung. Dagegen haben einige Anwohner der Blumensiedlung geklagt. Das Oberverwaltungsgericht NRW hat ihnen im April recht gegeben und den Bebauungsplan für unwirksam erklärt. Jetzt muss der Rat nacharbeiten, die Mängel beheben und so den Bebauungsplan heilen.

Angst vor neuen Klagen der Nachbarn

„Daran arbeiten wir“, heißt es in dem Aushang bei Schmitz. Aber: „Es ist zu befürchten, dass der neue Plan dann erneut beklagt wird. Das kann unendlich so weiter gehen. Nachbarn klagen, wir korrigieren, Nachbarn klagen, wir korrigieren, usw. Wir würden auf einer unsicheren Rechtslage weiterbauen müssen. Das können wir natürlich nicht verantworten, denn dann bleibt das Risiko einer Stilllegung auf dem neuen Gelände.“ Und später im Text: „Alle Planungsarbeiten zum neuen Gelände werden auf ein Minimum zurückgefahren.“

Steht die Schmitz-Erweiterung auf der Kippe? – Unternehmen arbeitet schon an Plan B

Auf der Fläche an der B70 werden schon Auflieger abgestellt. Hier soll auch ein zweites Werk entstehen. © Geodatenatlas Kreis Borken

Nimmt das Unternehmen also Abstand von den Erweiterungsplänen an der B70? Bei Anna Stuhlmeier, Pressesprecherin bei Schmitz Cargobull, klingt das auf Nachfrage ganz anders: „Wir arbeiten weiterhin mit allen Behörden daran, den Bebauungsplan im Wege eines Heilungsverfahrens bis zum Ende des Jahres neu aufzustellen.“ Genauso äußert sich auch Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch gegenüber der Redaktion.

Investitionen von 100 Millionen Euro geplant

In dem Aushang steht jedoch auch deutlich, dass verschiedene Arbeitsgruppen an einem Plan B arbeiten. Christoph Holtwisch kann diese Vorgehensweise nachvollziehen: „Das Unternehmen bereitet sich auf alle Szenarien vor. Das halte ich durchaus für seriös. Nichtsdestotrotz hat das Unternehmen die massive Unterstützung der Stadt, die Erweiterungspläne weiter voranzutreiben.“

Schmitz Cargobull hat angekündigt, insgesamt 100 Millionen Euro in den Standort Vreden investieren zu wollen. Auf der Erweiterungsfläche an der B70 soll ein neues, digitales und automatisiertes Werk entstehen.

Plan B: Optimierung auf dem bestehenden Gelände

Der Plan B sieht vor, dass alle Produkte und Prozesse auf dem bestehenden Gelände ausgebaut werden. „Aber da ist die Luft nach oben begrenzt. Wir machen die Erweiterung ja nicht aus Spaß. Die Maßnahmen sind am bestehenden Gelände nicht zur Gänze möglich. Daher wird auch die temporäre Verlagerung von Teilen der Produktion an andere Standort geprüft“, so Anna Stuhlmeier.

Auf die Frage, was das alles für die 2200 Mitarbeiter in Vreden bedeutet, antwortet die Pressesprecherin ausweichend. Dass aktuell wieder viele Leiharbeiter gehen müssen und sogar die Nachtschicht ausgesetzt wird, habe aber mit der Erweiterung nichts zu tun. „Das ist in erster Linie von der Auftragslage abhängig.“

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