Wohnungen statt Parkplätzen: Investoren wollen Stettiner Platz bebauen

mlzNachverdichtung

Eine Gruppe von Investoren will den Stettiner Platz in Vreden bebauen. Wo jetzt Parkplätze sind und Bäume für einen Innenhof-Charakter sorgen, soll der Idee nach Wohnraum entstehen.

Vreden

, 31.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Stettiner Platz wirkt wie eine Art Vorplatz oder Innenhof für die umliegenden Wohnhäuser: große, schattenspendende Bäume, eine Rasenfläche und 16 Parkplätze. Diese unbebaute Fläche mitten in Vreden ist einer Gruppe von Investoren aufgefallen. Sie möchten dort Wohnungen schaffen und haben einen entsprechenden Antrag bei der Stadt eingereicht.

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Der Rat hat sich am Donnerstagabend mit dem Thema beschäftigt. Das erste Urteil fällt dabei durchaus kritisch aus. „Wir sind der festen Überzeugung, dass das städtebaulich nicht sinnvoll ist. Eine neue Nutzung kann es nicht schaffen, alle bisherigen Nutzungen sinnvoll zu vereinen“, meinte beispielsweise Joachim Hartmann, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung.

Stettiner Platz sei nicht für Nachverdichtung geeignet

Auch mit dem Hintergrund, dass die Stadt Vreden durchaus an einer Nachverdichtung interessiert ist: „Dieses Grundstück ist dafür nicht geeignet. Da passt doch allenfalls ein Einfamilienhaus drauf und das ist sicher nicht das, was die Investoren vorhaben“, sagte Elmar Kampshoff (UWG).

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Das Grundstück an der Breslauer Straße gehört der Stadt und ist 712 Quadratmeter groß. Die dort stehenden Bäume seien „ökololgsch hoch wertvoll“, so Gerd Welper (Grüne). Er fasste zusammen: „Das Grundstück ist nicht ungenutzt. Das ist ein starkes Stück Identität für die Nachbarschaft. Wir fangen ja auch nicht an, den Stadtpark zu bebauen.“

Stellplätze sollen erhalten bleiben

In der Sitzungsvorlage nennt die Verwaltung ein weiteres Problem: Wenn die 16 vorhandenen Stellplätze, die momentan gut genutzt werden, wegfallen, müssten die Anwohner künftig auf der Breslauer Straße parken.

In dem Schreiben machen die Investoren deutlich, dass sie durchaus gewillt sind, weiterhin Parkplätze auf der Fläche zur Verfügung zu stellen. Wie das mit einer Bebauung funktionieren soll, konnten sich die Ratsmitglieder jedoch nicht vorstellen.

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Denn konkrete Pläne gibt es noch nicht. Die Antragssteller haben in dem Schreiben an die Stadt erst einmal darum gebeten, ein Konzept für eine Bebauung vorlegen zu dürfen. Doch selbst diesen Schritt wollte die Verwaltung nicht gehen. Sie schlug vor, den Antrag direkt abzulehnen.

Thema Stettiner Platz landet im Bauausschuss

„Vielleicht sollten wir doch noch einmal darüber diskutieren“, fand hingegen Stephan Bengfort aus der CDU-Fraktion. Der Bauausschuss soll sich nun mit dem Thema befassen. „Und wenn der zu dem Ergebnis kommt, dass das Grundstück für eine Nachverdichtung ungeeignet ist, dann haben wir wenigstens darüber gesprochen.“

Die UWG stimmte schließlich direkt gegen die Idee, die Grünen enthielten sich. Mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP landet das Thema nun auf der Tagesordnung des Bauausschusses.

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