Störende Bäume müssen Bauplänen weichen

Bauausschusssitzung

Die Motorsäge kommt in diesen Tagen noch öfter in Vreden zum Einsatz: Bis Ende Februar werden noch einige Bäume gefällt. Das kündigte Hermann Wilmer, Fachabteilungsleiter bei der Stadt Vreden, in der Bauausschusssitzung am Donnerstag an. An der Rundsporthalle und am Viehmarkt zum Beispiel müssten Bäume den schon lange verfolgten Plänen für den "Stadteingang Süd" und den neuen Busbahnhof weichen.

VREDEN

, 13.02.2016, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diese Tatsache war den Bauausschussmitgliedern, die ja nun die Planungen seit langer Zeit diskutiert und letztendlich auch entschieden haben, durchaus bekannt. Doch, so hieß es am Donnerstag von allen Seiten, sollte die Vredener Bevölkerung bei anstehenden Maßnahmen frühzeitig noch einmal informiert werden.

Vertreter der Stadtverwaltung und die Kommunalpolitiker hatten noch deutlich die Leserbriefe in der Münsterland Zeitung und teils hitzige Diskussion im sozialen Netzwerk Facebook über die Baumfällaktion am Bauernhausmuseum vor Augen. "Es ist wohl besser, so etwas vorher zu veröffentlichen", meinte der Bauausschussvorsitzende Hermann Geesink. "Am Thema Kommunikation könnte noch gearbeitet werden", befand auch Gerd Welper (Grüne). Es hätte besser laufen können, räumte Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch ein. Aber es gelte auch in Zukunft, im Einzelfall abzuwägen.

Sensibilität schärfen

Heike Wissing (CDU) sprach sich für Transparenz aus. Detaillierte Vorinformationen seien sicher nicht von Nachteil gewesen. Sie appellierte, die Sensibilität bei diesem Thema zu schärfen, "auch wenn alles richtig gelaufen ist", blickte sie auf die elf gefällten Bäume am Bauernhausmuseum zurück.

Beim Blick voraus hatten die Kommunalpolitiker aber nichts an den anstehenden Fällaktionen auszusetzen. Und Transparenz gab es. Hermann Wilmer ging sogar auf einen Einzelfall ein - auch wenn der an prominenter Stelle ist: Die Kastanie am Kreisverkehr in der Nähe des Gymnasiums Georgianum ist von einem Pilz befallen. Sie wird abgesägt. Aber der Kreisel soll weiter einen Baum mit einer großen Krone haben: "Dort soll eine Mooreiche gepflanzt werden", teilte Hermann Wilmer am Freitag auf Anfrage der Redaktion mit.

Bäume behindern LKW

Keine Diskussion gab es über zwei Bäume, die am Ende der Straße Master Esch stehen: Diese behindern die LKW bei der Ein- und Ausfahrt auf ein Firmengelände. Die Bäume fallen ersatzlos. Damit konnten alle Kommunalpolitiker leben, weil die andere Straßenseite von vielen Bäumen gesäumt ist und so auf der anderen, baumlosen Seite die Option für einen Gehweg entsteht.

Allein 15 Bäume - eine Buche, Zypressen und Kiefern - werden rund um die Hama-landhalle gefällt. Dort, wie auch am Viehmarkt, wo nur die Ulme stehen bleibt, gilt: An gleicher Stelle wird für jeden gefällten Baum ein Ersatzbaum gepflanzt, erläuterte Hermann Wilmer am Freitag im Gespräch mit der Redaktion.

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