Sträucher und Bäume auf Hügel müssen Festplatz weichen

Bäume im Vredener Stadtpark gefällt

Eine Baumgruppe im Stadtpark wurde gefällt. Einen politischen Beschluss zum Fällen gibt es aber für zwei andere Bäume.

Vreden

26.02.2018, 13:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bäume auf dem Hügel im Stadtpark (hinten links) wurden gefällt, damit der Park „offener“ wird, wie Stadtplaner Joachim Hartmann sagt.

Die Bäume auf dem Hügel im Stadtpark (hinten links) wurden gefällt, damit der Park „offener“ wird, wie Stadtplaner Joachim Hartmann sagt. © Victoria Thünte

Der kleine Hügel im Stadtpark ist noch da, die Bäume und Sträucher darauf allerdings nicht mehr. Stattdessen schauen vereinzelte Baumstümpfe unter haufenweise dünnen Ästen hervor. Mittendrin ein Vogelhäuschen – bedeckt von Ästen und Dornenranken, direkt neben den Resten eines abgeschnittenen Strauchs. Auf der anderen Seite des roten Schotterweges liegen Baumstämme, unordentlich übereinander geworfen. Dazwischen weitere Baumstümpfe mit frischen Schnittkanten. Das Holz sieht gesund aus. Das Harz, das an den Schnittflächen getrocknet ist, glänzt in der Sonne. Aber die Bäume wurden auch nicht gefällt, weil sie beschädigt waren. Sie mussten weichen, damit das neue Konzept für den Park umgesetzt werden kann.

Im Stadtpark soll ein Festplatz entstehen, die Fördergelder dafür liegen schon bereit. Die Skizze zeigt jedoch, dass der Platz für das Festzelt neben dem Hügel liegt. Trotzdem: „Die Bäume hätten in jedem Fall weichen müssen“, sagt Stadtplaner Joachim Hartmann im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Die „kleine Strauchgruppe“ entspreche nicht dem Bild eines Parks. „Wir wollen, dass der Park offener wird.“ Große Grünflächen mit frei stehenden, alten Bäumen, das sei es, was einen Park ausmacht. Enge, verstrauchte Baumgruppen hingegen passten nicht in dieses Bild.

Schilder auf Bäumen: „Wir möchten stehen bleiben – leben“

Einen Beschluss des Bauausschusses brauchte es für diese Fällaktion nicht. Der Ausschuss muss laut einem Ratsbeschluss einer Fällung nur zustimmen, wenn die betroffenen Bäume einen Stammumfang von 150 Zentimetern (Laubbäume) beziehungsweise 100 Zentimeter (Nadelbäume) haben. Ansonsten wird er lediglich über die geplanten oder bereits durchgeführten Fällungen informiert. So wird es auch in diesem Fall passieren. Und auch der entsprechende Ratsbeschluss steht auf der Kippe. Der Bauausschuss hat in seiner Sitzung im Januar dem Rat empfohlen, den Beschluss wieder aufzuheben. Zukünftig wird der Ausschuss also vermutlich nicht mehr gefragt, sondern nur noch informiert.

In der gleichen Sitzung wurde beschlossen, dass eine Hainbuche und ein Ahornbaum im Stadtpark gefällt werden, um Platz zu machen für das Festzelt. An genau diesen Bäumen hängen nun rote, in Klarsichthülle eingepackte Schilder. „Wir möchten stehen bleiben – leben“, steht auf dem einen. „Baumleben und Sauerstoff sind wichtig für die Menschen dieser Stadt“, auf dem anderen. Joachim Hartmann macht Hoffnung: „Die Bäume werden in diesem Winter definitiv nicht mehr gefällt.“ Es gebe sogar eine Chance, dass sie tatsächlich stehen bleiben können. „Es gibt eine ernst zu nehmende Planungsvariante, bei der die Bäume nicht gefällt werden müssen“, sagt er. Diese Variante werde im nächsten Bauausschuss diskutiert. Deswegen wurde der Beschluss zur Fällung der beiden Bäume jetzt noch nicht umgesetzt.

Mammutbäume bleiben

Gefällt wurden hingegen jetzt auch einige Weymouthkiefern am Rande des roten Schotterweges zwischen Hügel und Brücke. Sie standen nämlich in jeder Planungsvariante auf dem Platz, der für das Festzelt vorgesehen ist. Stehen bleiben dürfen hingegen in jedem Fall die Mammutbäume, sagt Joachim Hartmann.

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