Zwei Ellewicker schauen am Samstag zurück auf das Jahr 2020. © Markus Gehring
Wirtshaus Gänsemarkt

Streit mit Gästen: Nachbar vom Wirtshaus am Gänsemarkt stellt Strafantrag

Schon länger leben der 68-jährige Ellewicker und das Wirtshaus am Gänsemarkt im Streit. Es geht dabei vor allem um Ruhestörung. Jetzt aber folgt die erste Auseinandersetzung mit den Gästen.

Seit 2017 ist das Wirtshaus am Gänsemarkt der Treffpunkt für kalte Getränke und gute Stimmung im Ellewicker Dorfkern. Die meisten Bewohner sind stolz auf die Kneipe – aber nicht deren direkter Nachbar.

„Raus hier, raus hier, raus hier!“, schreit der 68-Jährige, während er unter Körpereinsatz einen 20-jährigen Jugendlichen aus dem Flur seines Mehrfamilienhauses drückt.

Der zugezogene Ellewicker wohnt in unmittelbarer Nähe des Wirtshauses, mit dem er und seine Lebensgefährtin immer wieder Ärger haben. Vor allem wegen des Lärms. Im September 2020 stellte er nach einem Streit mit Gästen des Lokals einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruch.

Eine Gruppe von Jugendlichen hatte am Abend des 16. August bei ihm sturmgeklingelt. Es folgt ein aufbrausendes Streitgespräch zwischen dem Ellewicker und Mitgliedern eines Stammtisches. Einer von ihnen sagte später vor Gericht aus, dass sie mit dem 68-Jährigen nur etwas klären wollten, was schon lange zwischen ihnen steht.

Immer wieder gibt es Ärger

Der 68-Jährige ist äußerst unzufrieden. Auch noch heute, über ein Jahr nach dem Vorfall. „Ab ein, zwei Uhr ist irgendwann mal Nachtruhe. Da geht es aber weiter bis drei, vier Uhr“, so der Ellewicker, der jetzt im Ahauser Amtsgericht als Zeuge aussagte.

„Es waren auch schonmal öfter die Polizei und das Ordnungsamt da“, berichtet der Angeklagte vor Gericht. Deshalb, so der Vredener, wollten er und sein Stammtisch mit dem betroffenen Nachbarn sprechen. „Um gemeinsam nach Lösungen zu suchen“. Am Anfang sei dieses Gespräch friedlich verlaufen, dann aber kippte die Stimmung, berichtet der junge Mann von dem Treffen mit dem 68-Jährigen.

„Ich hatte Adrenalin bis hier“, erinnert sich der 68-Jährige. Er erzählt von einer lautstarken Auseinandersetzung mit Beleidigungen. Der damals noch 20-jährige Angeklagte soll sich in den Wohnungsflur gestellt haben und nach mehreren Aufforderungen nicht bereit gewesen sein, zu gehen. Das Ganze spielte sich mitten in der Nacht um halb eins ab, irgendwann gelingt es dem Ellewicker die Wohnungstür zu schließen. Er geht in seine Wohnung und ruft die Polizei.

Eigentliches Problem bleibt ungeklärt

Am Ende entschuldigt sich der Angeklagte mit persönlichen Worten. „Es tut mir wirklich aufrichtig leid. So was wird in Zukunft nie wieder vorkommen“. Doch der 68-Jährige zeigt sich sichtlich unbeeindruckt. „Ich nehme das jetzt einfach so hin“, sagt er emotionslos.

Letztendlich wird das Verfahren gegen eine Auflage eingestellt. Die Grundproblematik ist damit aber noch lange nicht geklärt. Obwohl dies die erste Auseinandersetzung mit Gästen des Wirtshauses gewesen ist, konnte der Ellewicker mit dem Betreiber noch keine Einigung finden.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.