Telekom-Störung legte Vreden lahm: Kein Bargeld, keine EC-Karten-Zahlungen, kein Notruf

mlzKabel gekappt

Die Telekom-Störung scheint behoben. Die Auswirkungen des gekappten Kabels legten Vreden zwei Tage lang lahm. Der Notruf fiel aus, Geschäfte waren nicht erreichbar, Banken waren machtlos.

Vreden

, 04.12.2019, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein gekapptes Kabel ließ am Dienstag und Mittwoch tausende Vredener ohne Internet und Telefon dastehen. Die Auswirkungen der großflächigen Telekom-Störung waren enorm: kein Bargeld, keine EC-Karten-Zahlungen, kein Notruf.

Die Warn-App Nina des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte deswegen eine offizielle Warnung rausgegeben. Darin wurde gewarnt, dass der Notruf für Feuerwehr und Polizei zum Teil nicht erreichbar sei. In einem Notfall sollten sich die Vredener direkt zur Polizeistation, zu den Feuerwehrgerätehäusern oder zum Krankenhaus begeben.

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Auch die Polizei ist bei einem so großen Netzausfall relativ machtlos. „Wir fahren in solchen Situationen verstärkt Streife, aber wir können natürlich nicht überall sein“, sagt Frank Rentmeister, Polizeipressesprecher. Er riet den Vredenern für solche Fälle: „Man sollte sich mit den Nachbarn abstimmen, wer noch Netz hat und im Notfall telefonieren kann. Wichtig ist in einem Notfall, dass man auf sich aufmerksam macht und andere Leute oder Streifenwagen offensiv zu sich heranwinkt.“

Kein Bargeld, keine Kartenzahlung

Ein weiteres Problem: Geldautomaten waren außer Betrieb. „Die Automaten sind mit dem Internet verbunden“, erklärt Kerstin Marpert von der Pressestelle der Sparkasse Westmünsterland.

Auch am Schalter gab es kein Bargeld: „Wir können nicht auf unsere Systeme zugreifen und somit nicht überprüfen, ob die Person, die vor uns steht ist, berechtigt ist, von dem Konto Geld abzuheben“, so Kerstin Marpert.

Und es kommt noch schlimmer: Auch Zahlungen mit EC-Karten im Supermarkt oder an der Tankstelle waren oft nicht möglich. „Diese Geräte sind ebenfalls mit dem Internet verbunden“, sagt die Mitarbeiterin der Sparkasse Westmünsterland. Das Problem trat also unabhängig vom jeweiligen Kreditinstitut auf. Außerhalb von Vreden konnten Bankkunden aber problemlos Geld abheben.

Am späten Mittwochnachmittag waren die ersten Anschlüsse wieder funktionsfähig, auch die Bankautomaten funktionierten wieder. Nach und nach sollten dann alle Störungen behoben werden, so ein Sprecher der Telekom. Wie lange es dauert, bis alles wieder reibungslos läuft, konnte er am Mittwochabend nicht sagen.

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