Erfrischend aber kostspielig: Die Stadt Vreden will angesichts der hohen Kosten nur einen von geplanten vier Trinkwasserbrunnen (Symbolbild) im öffentlichen Raum installieren. © picture alliance / dpa
Trinkwasserbrunnen

Teurer Schluck: Stadt streicht drei Trinkwasserbrunnen aus der Planung

Der Schluck aus dem Trinkwasserbrunnen sollte erfrischend sein. Vredens Politiker aber zeigten sich aber erschrocken angesichts der Kosten. Von vier geplanten Brunnen bleibt nur einer.

Sprudelndes Trinkwasser für den erfrischenden Schluck zwischendurch. Oder für Radausflügler gratis zum Abfüllen in die Trinkflasche. Die Idee der CDU, im öffentlichen Raum vier Trinkwasserbrunnen aufzustellen, fanden Vredens Politikerinnen und Politiker fraktionsübergreifend richtig gut – bis die Verwaltung eine Kostenkalkulation auf den Tisch legte.

Vier Standortvorschläge

Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit der geplanten Errichtung von vier Trinkwasserbrunnen. Die Verwaltung hatte ein durchdachtes Konzept vorgeschlagen: Danach könnten am Markt, am Busbahnhof, am Rathaus und an der Hamaland-Sporthalle solche Brunnen aufgestellt werden.

Joachim Hartmann, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, präsentierte dem Ausschuss die möglichen Standorte und Gestaltungsbeispiele. Der Kostenkalkulation schickte er aber die Vorbemerkung voraus: „Wir waren erschrocken, wie aufwendig das ist.“

Vier Brunnen würden 48.000 Euro kosten

Die Anschaffung eines Brunnens im mittleren Preissegment kostet nach Angaben der Stadtverwaltung 6000 Euro, die notwendigen Erdarbeiten 3000 Euro und die Installation weitere 3000 Euro – pro Brunnen. Macht summa summarum 48.000 Euro schon vor dem ersten Schluck.

Dazu kämen für vier Brunnen insgesamt jährlich laufende Kosten in Höhe von 3200 Euro für Wartung, Hygiene sowie für die jährliche In- und Außerbetriebnahme im Frühling und im Herbst.

Alternativstandort Zwillbrock

„Wir sind auch erschrocken“, erklärte Brigitte Niehuis (CDU). Dennoch befürworte ihre Fraktion die vier Brunnen. Sie schlug aber zwei Alternativstandorte vor: am Sportzentrum und in Zwillbrock, das für Touristen ja ein besonderer Anziehungspunkt sei.

Hendrik Mulder (FDP) zog aber die Reißleine: „Ich will die gute Idee nicht klein reden – aber die Kosten!“ Nach seiner Überzeugung würden die Brunnen nicht so häufig genutzt, dass sich die Investition rechtfertigen ließe.

Versuchsweise zunächst ein Brunnen

Gerd Welper (Grüne) sprach angesichts der Kosten von einem „ganz schön dicken Brocken“. Andererseits seien die Brunnen sicher eine Bereicherung für den Radtourismus. Er schlug ein stufenweises Vorgehen vor. „Wir errichten erstmal einen Brunnen auf dem Markt und gucken was passiert.“

Einen anderen Aspekt, den auch Hendrik Mulder angeführt hatte, hob Elmar Kampshoff (UWG) hervor. „Für die Gastronomie zählt jeder Gast, gerade auch in Zwillbrock.“ Die Trinkwasserbrunnen könnten die ohnehin schon durch Corona gebeutelte Gastronomie weiter schwächen.

Alfons Effing (SPD) unterstützte Gerd Welpers Stufenvorschlag und konkretisierte den Standort: „An der Fahrradstation wäre der richtige Platz für den Brunnen.“ Am Ende lenkte auch die CDU-Fraktion ein. Einstimmig beschloss der Ausschuss, zunächst nur einen Trinkwasserbrunnen am Markt einzurichten. Hendrik Mulder enthielt sich der Stimme.

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Stefan Grothues

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