"Torwächter" sollen Stadttore erlebbar machen

Neues Projekt

An den ehemaligen Stadttoren sollen gemauerte Pfeiler auf den historischen Ort aufmerksam und gleichzeitig die Torsituation erlebbar machen – diese Idee ist im Rahmen des Projekts Innenstadt Vreden – Wohnen, Erleben, Einkaufen“ entstanden und stieß jetzt im Kulturausschuss auf große Zustimmung.

VREDEN

von Von Anne Winter-Weckenbrock

, 17.03.2011, 18:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gemauerte Pfeiler und ein Pflasterband auf der Straße sollen auf die alten Stadtore aufmerksam machen.

Gemauerte Pfeiler und ein Pflasterband auf der Straße sollen auf die alten Stadtore aufmerksam machen.

Guido Leeck, Vorsitzender des Heimatvereins, ist Mitglied im Ausschuss und zugleich Ideengeber für die „Torwächter“. So konnte er den Kommunalpolitikern seinen Ansatz erklären: „Historische Stadttore nachzubauen, ergibt wenig Sinn, auch aus Sicht der Denkmalpflege nicht“, betonte Leeck. Aber: Um den Eintritt in die alte Stadt wirklich anschaulich zu machen, war seine Idee, etwas zu erschaffen, was im weitesten Sinne mit Befestigung zu tun habe.

So entstand der Vorschlag für den gemauerten Pfeiler, der mit einem großformatigen Kopfsteinpflaster verbunden ist, das als breites Band quer in der Straße den Verlauf des ehemaligen Stadtgrabens markiert. Diese Pfeiler, so Leeck, könnten die 1988 an den Stadttoren angebrachten bronzenen Erläuterungstafeln aufnehmen und mit zusätzlichen Symbolplatten mit geschichtlichem Bezug – etwa Stadtwappen – ausgestattet werden. 2,50 Meter hoch, 1,50 Meter tief und 46,5 Zentimeter breit hat er die Pfeiler geplant. Die Höhe solle den Besuchern ermöglichen, den Eindruck nachzuempfinden, den damalige Besucher hatten, als sie vor den Stadttoren standen.

„Die Idee ist super, ein handfestes Projekt – klasse“, befand Reinhard Laurich (SPD). Die Idee und die geplante Umsetzungen seien gelungen, lobte Theo Humberg für die CDU – und fragte Leeck nach seiner Wortschöpfung „Torwächter“. Früher habe der Wächter das Tor verschlossen – die Stele stehe wie eine Person in der Straße und trage die Botschaft: „Hier beginnt die Stadt.“ Der Kulturausschuss beschloss, dem Lenkungsausschuss und den Arbeitsgruppen des Projektes Innenstadt Vreden – Wohnen, Erleben, Einkaufen“ die positive Rückmeldung zu geben, dass die Umsetzung weiterentwickelt werden soll. Die Gremien sollten die Möglichkeit erhalten, den Prozess, eventuell durch weitere Ideen, zu begleiten.

  • Bis 1854 war jahrhundertelang der Zugang nach Vreden, das räumlich auf den Bereich innerhalb des Stadtgrabens begrenzt war, nur durch die drei Vredener Stadttore – Wassermühlen-, Windmühlen- und Wüllener Tor – möglich. Vor jedem der drei Stadttore befand sich eine Brücke über den Stadtgraben.
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