Die Stadt hat Fördergelder für eine Fahrrad-Unterführung an der Kreuzung Winterswyker Straße/Ringstraße beantragt. Es sind weitere Maßnahmen geplant.

Vreden

, 12.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Unter der Straße hindurch statt darüber sollen Radfahrer in Zukunft an der Kreuzung der Winterswyker Straße mit der Ringstraße fahren. Die Stadt Vreden hat Fördergelder für eine Unterführung beantragt. Es sind noch weitere Maßnahmen geplant, um die Verbindung zum Industriegebiet Gaxel für Radfahrer attraktiver zu machen. Der Name des Ganzen: Gaxelino. Das steht für Innovative Nahmobilitätsoffensive für das Industriegebiet Gaxel.

  • Fahrrad-Unterführung: Die Idee ist, die Ringstraße um circa einen Meter anzuheben und das Gelände für eine Unterführung um drei Meter abzusenken. „Wir wollen den Radverkehr von der Kreuzung wegbekommen und unterirdisch legen, um Platz für mehr Fahrspuren für den motorisierten Verkehr zu haben“, erklärte Stadtplaner Dirk
    Hetrodt im Bauausschuss. Die Radfahrer sollen so sicherer und zeitsparender die Ringstraße überwinden können. „Es wird eine weite Böschung geben, damit viel Luft und Licht in die Unterführung kommt“, so Hetrodt. Die Entstehung eines Angstraumes soll so vermieden werden. Die Steigung der Ein- und Ausfahrten ist mit höchstens 4,5 Prozent geplant. Da die Kreuzung dann frei vom Radverkehr ist, können dort mehr Abbiegespuren für Autos und Lkw geschaffen werden. So soll es zum Beispiel möglich sein, dass Fahrzeuge vom Industriegebiet kommend nach rechts auf die Ringstraße abbiegen und sich dort in den Verkehr einfädeln, ohne an einer Ampel halten zu müssen.

  • Breitere Radwege: Von der Ringstraße bis zum Birkhahnweg ist der Radweg entlang der Winterswyker Straße bereits 2,50 Meter breit. Geplant ist, den Radweg vom Sachsenring bis zur Grenze durchgängig auf diese Breite auszubauen. Bislang ist er zwei Meter breit. Außerdem sollen alle 40 Meter neue Laternen aufgestellt werden.

  • Fahrradstraßen: In Ellewick auf dem Langen Diek entsteht gerade die erste Fahrradstraße in Vreden, jetzt sind bereits weitere geplant. Im Konzept für Gaxelino steht eine Fahrradstraße, die von der Fußgängerampel an der Marienschule (Up de Bookholt) über die Wikbertstraße und die Graf-von-Moltke-Straße durch ein schmales Pättken bis zum Sachsenring führen soll. In einer weiteren Maßnahme könnte auch der Venndiek vom Sachsenring bis zur Ringstraße als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Auf einer solchen Straße haben Radfahrer Vorrang. Sie dürfen zum Beispiel nebeneinander fahren und müssen keinen Platz für Fahrzeuge machen. Autofahrer müssen sich nach dem Tempo der Radfahrer richten und dürfen höchstens 30 km/h fahren.

  • Kosten: Die Stadt geht derzeit von Gesamtkosten der Maßnahmen mit Öffentlichkeitsarbeit und Planungskosten von rund 2,6 Millionen Euro aus. Allein die Fahrrad-Unterführung kostet rund 1,4 Millionen Euro. Für die Radwege sind insgesamt eine Million Euro veranschlagt und für die Fahrradstraßen 85.000 Euro. Mit dem Projekt hat sich die Stadt beim Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ beworben. Der Förderanteil würde 1,8 Millionen Euro betragen, der Eigenanteil der Stadt läge bei rund 790.000 Euro. Allerdings müsste die Stadt noch zusätzlich mehr als eine Million Euro investieren, die nicht gefördert werden können. Die Fahrrad-Unterführung zum Beispiel ist förderfähig, der Ausbau der Kreuzung für Autofahrer jedoch nicht.

  • Ziel: „Wir wollen die vielen Arbeitnehmer im Industriegebiet davon überzeugen, das Fahrrad für den Arbeitsweg zu nutzen“, sagte Dirk
    Hetrodt im Bauausschuss. Zurzeit fahren nur rund 15 Prozent der Beschäftigten mit dem Rad. Deswegen soll die Strecke attraktiver werden. Gleichzeitig soll auch die Verbindung in die Niederlande gestärkt werden.

  • Stand der Dinge: Die eingereichte Projektskizze der Stadt Vreden hat das Bundesministerium überzeugt. Das Projekt soll also definitiv gefördert werden. Jetzt muss die Stadt einen ausführlichen Antrag auf die Fördergelder stellen. Die einzelnen Maßnahmen müssen jedoch später noch von der Politik diskutiert und beschlossen werden. Bernd Kemper, Erster Beigeordneter, geht aber davon aus, dass das passieren wird. Schließlich hat die Politik die Verwaltung damit beauftragt, den Förderantrag zu stellen.

  • Zeitplan: Der Wettbewerb schreibt vor, dass die Bauarbeiten im Jahr 2019 beginnen müssen. Dann hat die Stadt drei Jahre Zeit, um alle Maßnahmen umzusetzen. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Unterführung im Frühjahr 2021 realisiert werden kann.