Verkehr belastet Lünten

Kreisstraße 18

Ob im direkten Gespräch oder in den Beiträgen bei Facebook im Internet: Die Besorgnis der Menschen im Raum Lünten ist mit Händen zu greifen. Was ihnen Angst macht, ist die Situation auf der Kreisstraße 18, die mitten durch das beschauliche Dorf führt.

VREDEN

, 11.11.2014, 17:01 Uhr / Lesedauer: 3 min

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Die Verkehrssituation im Raum Lünten

Die Lüntener müssen sich noch gedulden. Der Landesbetrieb Straßen.NRW hofft, dass die Arbeiten bis Weihnachten abgeschlossen sind.
11.11.2014
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Die Baustelle auf der Bundesstraße 70 sorgt für verstärkten Verkehr in und um Lünten.© Foto: Markus Gehring
Die Baustelle auf der Bundesstraße 70 sorgt für verstärkten Verkehr in und um Lünten.© Foto: Markus Gehring
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Die Baustelle auf der Bundesstraße 70 sorgt für verstärkten Verkehr in und um Lünten.© Foto: Markus Gehring
Die Baustelle auf der Bundesstraße 70 sorgt für verstärkten Verkehr in und um Lünten.© Foto: Markus Gehring
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Die Lüntener müssen sich noch gedulden. Der Landesbetrieb Straßen.NRW hofft, dass die Arbeiten bis Weihnachten abgeschlossen sind.
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Die Baustelle auf der Bundesstraße 70 sorgt für verstärkten Verkehr in und um Lünten.© Foto: Markus Gehring
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„So etwas habe ich hier noch nie erlebt“, sagt Adelheid Beuting. Die Lüntenerin empfindet die Situation auf der wichtigsten Verkehrsader ihres Heimatdorfes als katastrophal. Derzeit von Lünten nach Alstätte zu wollen, das gleich einer Himmelfahrt mit Angst und Schrecken. Eng sei es ohnehin auf der Straße, dazu noch der gestiegene Verkehr, und auch auf den Wirtschaftswegen mehr Autos – Adelheid Beutings Urteil steht fest: „Das ist verheerend.“ Sie befürchtet, dass so schnell noch kein Ende des Dilemmas in Sicht ist – und mit ihr viele andere Vredener.

Im Hinterkopf haben sie alle dabei die Unfälle, die sich in den vergangenen Wochen im Raum Lünten ereignet haben – mit dem traurigen Höhepunkt in der vergangenen Woche, als ein Mensch nur wenige hundert Meter östlich vom Ortseingang auf der Allee sein Leben verloren hat. Doch deckt sich der persönliche Eindruck der Lüntener mit den Zahlen? Frank Rentmeister kann das nicht bestätigen. Zu uneindeutig ist das, was der Sprecher der Kreispolizeibehörde in der Statistik gefunden hat. Das Bild, das er zeichnet: Sechs Unfälle ereigneten sich im Jahr 2007 auf der K 18 im Raum Lünten auf den beiden Abschnitten östlich und westlich des Ortes. Zwei waren es im Jahre 2008, 16 im Jahr 2009, acht im Jahr 2010, und dieser Wert pendelte weiter: 13 in 2011, sechs in 2012, sieben in 2014. Acht Mal krachte es im ersten Halbjahr dieses Jahres, sieben Mal seit Juli.

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Frank Rentmeister hat die Unfallzahlen für die Kreisstraße 18 noch unter einem anderen Gesichtspunkt ausgewertet. Seit 2007 ereigneten sich auf dem Abschnitt Lünten Alstätte neun Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen. Drei Mal war dafür das Missachten der Vorfahrt verantwortlich, drei Mal die Geschwindigkeit, zwei Mal geschah der Unfall beim Überholen und ein Mal durch einen Fehler beim Abbiegen. Ebenfalls neun Unfälle mit Personenschäden passierten auf dem Teilstück in Richtung Ammeloe. Dort war zwei Mal das Missachten der Vorfahrt ursächlich, zwei Mal ein Abbiege-Fehler, zwei Mal gab es „Fehler von Fußgängern“. Die weiteren Ursachen: Abstand, Geschwindigkeit und Alkohol. Da lasse sich nur schwer ein Durchschnitt bilden, mit dem die aktuellen Zahlen aus diesem Jahr zu Vergleich wären. Grundsätzlich berge mehr Verkehr immer auch mehr Risiko für Unfälle in sich, sagt Rentmeister. Denn wo mehr Menschen fahren, können auch mehr Fehler passieren. Dass die Menschen in Lünten derzeit in hohem Maße sensibilisiert seien für das Geschehen, steht für ihn außer Frage.

Wie reagiert der Kreis Borken auf das, was da gerade auf „seiner“ Straße passiert? Denn schließlich ist er ja als sogenannter Straßenbaulastträger direkt davon berührt. Im Westen von Lünten stehen inzwischen an einer besonders gefährlichen Stelle Stop-Schilder an der Einmündung von Wirtschaftswegen – dort war es zu Unfällen gekommen. Zusätzlich war dort vor wenigen Wochen das zulässige Tempo auf einem weiteren Abschnitt auf 70 Stundenkilometer verringert worden. Nach dem tödlichen Unfall vom vergangenen Donnerstag gelten jetzt auch auf dem östlich des Dorfes gelegenen Teilstück neue Regeln: Dort ist das Tempo auf maximal 50 Stundenkilometer gesenkt worden. Ein anderer Punkt, der den Lüntenern ins Auge gestochen ist: die Schäden an den Fahrbahnrändern, die durch den zusätzlichen Verkehr entstanden sind. „Wir haben dazu eine Absprache. Der Landesbetrieb lässt die entsprechenden Reparaturen vornehmen. Das passiert ja auch schon“, erklärte dazu Karl-Heinz Gördes, Sprecher des Kreises Borken, auf Anfrage unserer Zeitung. Gestern waren Arbeiter dabei, schadhafte Stellen auszubessern.

Die Polizei hat auf dem Stück zwischen Lünten und Alstätte zugleich die Geschwindigkeit messen lassen. Das Ergebnis stimmt nur begrenzt optimistisch: 20 Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs, sieben müssen sogar mit einem Verfahren rechnen. Viel zu viele Raser also, obwohl die Bauarbeiter kaum zu übersehen war. „Wir können Regeln aufstellen, wie wir wollen“, sagt Frank Rentmeister: „Es hängt alles davon ab, dass der Mensch die Einsicht besitzt, sich auch daran zu halten.“   Interview mit Josef Brinkhaus, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW:

Wenn das Wetter mitspielt, sind wir bis Weihnachten fertig. Es ist umfangreicher geworden als zunächst geplant, weil der Untergrund stärker verschlissen war. Deshalb muss viel tiefer ausgekoffert und erneuert werden. Pro Tag werden 450 Tonnen Schotter neu gelegt. Was die Umleitung betrifft: Sie führt regulär weiträumig über die Landstraße 560, über Graes und Ahaus, und zumindest der Schwerlastverkehr sollte sie nutzen. Die Kreisstraße 18 ist aber nicht gesperrt, und viele Niederländer fahren nach Navi und landen deshalb darauf.

Nein, schon aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht. Es wird bis zu einem Meter tief ausgekoffert. Dafür braucht es Abstandsflächen, und die sind bei einer Fahrbahnbreite von 6,60 Meter nicht gegeben. Hinzu kommt die schlechtere Qualität, weil nicht in ganzer Breite durch gearbeitet werden kann, zudem wäre es viel teurer geworden.

Auf jeden Fall. Bautechnisch gab es einfach keine Alternative dazu

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