Viele Fragen zur Stromautobahn bleiben offen

Amprion-Trasse in Vreden

Im Infomobil auf dem Marktplatz in Vreden blieben einige Anwohner-Fragen zur neuen Amprion-Trasse A-Nord unbeantwortet. Die Bürger konnten aber zumindest erfahren, ob sie innerhalb des betroffenen Korridors liegen.

Vreden

13.02.2018, 19:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf der Karte konnten sich die Vredener den geplanten Trassenverlauf ansehen. Foto: Victoria Thünte

Auf der Karte konnten sich die Vredener den geplanten Trassenverlauf ansehen. Foto: Victoria Thünte

Eine Adresse nach der anderen tippen Jonas Knoop und Stefan Sempermann in ein Computerprogramm ein. Das entsprechende Grundstück wird angezeigt, der jeweils betroffene Landwirt im Infomobil auf dem Marktplatz reagiert mit einem Seufzen – entweder resigniert oder erleichtert. Je nachdem, ob das Grundstück in dem bevorzugten Korridor der Firma Amprion für die neue Stromleitung A-Nord liegt oder nicht. „Der Korridor wird sich nicht mehr verschieben“, sagt Stefan Sempermann. „Wenn ein Grundstück also jetzt nicht in der bevorzugten Trasse liegt, ist es sicher nicht betroffen.“ Wenn es hingegen in dem Korridor liegt, bedeutet das aber auch nicht, dass dort sicher die Leitung verläuft. „Der Korridor ist 1000 Meter breit, in einem 35 Meter breiten Streifen darin soll die Leitung verlegt werden.“

Der geplante Verlauf der Vorzugstrasse ist deckend lila gefärbt. Die unterirdische Gleichstromverbindung läuft westlich an Ahaus vorbei Richtung Südlohn. Grafik: Amprion

Der geplante Verlauf der Vorzugstrasse ist deckend lila gefärbt. Die unterirdische Gleichstromverbindung läuft westlich an Ahaus vorbei Richtung Südlohn. Grafik: Amprion © Ohm, Thorsten

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Keine konkrete Antwort

Begeistert sind die Landwirte nicht. Aber sie wissen: Die Stromtrasse kommt, das ist gesetzlich so festgelegt. Also gilt es, möglichst viele Fragen zu stellen. Zwei Meter unter der Erde soll die Leitung verlegt werden, im Einzelfall auch höher. „Wie viel Wärme strahlt die Leitung denn aus? Nicht, dass es im Winter auf dem Feld auf einmal anfängt zu wachsen, weil es zu warm wird“, möchte Matthias Ehler wissen. Eine konkrete Antwort hat Jonas Knoop darauf nicht. „Wir haben das auf Testfeldern getestet, aber uns fehlt natürlich die Langzeiterfahrung. Das müssen wir abwarten.“ Mit dieser Auskunft ist Matthias Ehler nicht zufrieden. „Das ist keine gescheite Antwort.“ Eine konkretere bekommt er aber an diesem Morgen nicht.

Auch auf andere Fragen haben die Amprion-Mitarbeiter nicht immer eine zufriedenstellende Antwort. „Wann soll es in Vreden denn losgehen?“, möchte Josef Fahrland wissen. „Wir rechnen 2021 mit dem Planfeststellungsbeschluss. Dann planen wir mit vier Jahren Bauzeit und einem Probebetrieb im Jahr 2025“, sagt Jonas Knoop. Ob das alles so klappt und wann die Bagger in Vreden anrollen, sei aber noch unklar.

Einzelgespräche

Wie die Leitung gebaut wird, kann Jonas Knoop allerdings genau beschreiben. Erst werden sechs Leerrohre nebeneinander verlegt und zugeschüttet. Nach jedem Kilometer wird eine Erdöffnung gelassen, durch die später die Kabel eingezogen werden. Viel mehr interessiert die Landwirte aber die Themen Ausgleichsflächen, Entschädigungen und Folgen für die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen. In Einzelgesprächen versuchen Jonas Knoop und Stefan Sempermann, alle Fragen zu beantworten.

Nach einer Stunde verlassen Matthias Ehler und Josef Fahrland das Infomobil. Insgesamt sind beide zufrieden mit den Auskünften. Der Hof von Josef Fahrland in Große-mast liegt mitten im bevorzugten Korridor. „Glücklich bin ich darüber natürlich nicht. Aber wenn die Leitung bei mir verläuft, dann ist das eben so. Eine Autobahn fände ich zumindest schlimmer.“

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