Herbert Ostendarp (51) eröffnet am Donnerstag, 20. Mai seinen Hofladen inklusive begehbarer Milchkammer. Seine Milchkühlungen seien nach eigenen Angaben fast so alt wie er selbst. © Lisa Wissing
Landwirtschaft

Von der Kuh direkt in die Flasche: Vredener Milchkammer mit Hofladen

Der Devise „wissen, wo es herkommt“ folgen immer mehr Menschen. Regionale Produkte werden daher immer beliebter. Im Video stellt ein Landwirt seine neu eröffnete Milchkammer mit Hoflanden vor.

Zwei große metallene Bottiche ziehen den Blick auf sich. Von ihnen gehen Rohre aus, die zum Melkplatz direkt nebenan führen. Regale stehen noch keine in dem ehemaligen Gartenhaus. Das wird am 20. Mai nämlich als Kombination aus Milchkammer und Hofladen eröffnet.

Auch bei der Einrichtung zählt die Nachhaltigkeit

„Die Regale kommen heute noch rein und werden dann befüllt“, erklärt Herbert Ostendarp (51). Ihm gehört der Hof in Kleine Mast 31. Zurzeit besitzt er acht Wiederkäuer auf seiner Weide. „Für die Milchkammer werden drei bis fünf Kühe gemolken. Dafür nehmen wir unsere eigenen, aber auch von anderen Bauern“, sagt der Veterinärtechniker. Ein Veterinärtechniker kümmert sich um die Betreuung von Tieren unter tierärztlicher Aufsicht.

Die Inneneinrichtung des Hofladens besteht komplett aus Gebrauchtteilen. Die zwei großen Milchkühlungen etwa habe er von einem befreundeten Landwirt bekommen, sagt Herbert Ostendarp. Selbst die Fenster sind gebraucht gekauft. So auch das Fenster, dass einen Durchblick zum direkt nebenan liegenden Melkplatz eröffnet.

Idee kam von einem Kollegen mit Käserei

„Der Fokus liegt darauf, dass die Leute sehen können, wie das alles funktioniert. Für die Kinder wird das auch sehr spannend sein“, sagt der Landwirt zuversichtlich. Neben dem Milchverkauf bietet er außerdem Eier, Erdbeeren Marmelade und Kartoffeln aus der Region an. Ihm sei es sehr wichtig, dass er saisonal und regional verkaufe, sagt er.

Auf die Idee hatte ihn ein Berufskollege aus Dortmund gebracht. „Er hat eine Käserei aufgemacht, in der er handwerklich Käse herstellt. Und da habe ich mal vorbeigeschaut und mitgemacht.“ Das hat nicht nur den Landwirt selbst, sondern auch seinen Sohn fasziniert. Dieser überzeugte ihn letztendlich mit den Worten: „Papa, das musst du auch machen!“

Die Kühe werden auf der Weide gehalten

Als sich Herbert Ostendarp das Rindvieh anschaffte, war ihm eines besonders wichtig: Die Kühe sollen die Möglichkeit haben, das ganze Jahr draußen zu verbringen. „Dafür habe ich auch den Stall auf der Weide umgebaut, sodass sie diesen nutzen können, wann immer sie wollen“, erklärt er.

Die Milch für die Milchkammer soll typische Weidemilch sein. Das bedeutet, die Kühe bekommen keine zusätzlichen Futtermittel. Sie grasen also nur auf der Weide. Die Milch ist aber nicht nur dadurch geschmacklich besonders. „Die Rasse Schwedisches Rotvie gibt eine sehr geschmacksintensive Milch“, sagt der Landwirt.

Hofschild als Wegweiser in Planung

Noch liegt die Milchkammer mit Hofladen etwas versteckt. „Unsere Auffahrt ist etwas kleiner und wird wegen der Büsche schnell übersehen“, erklärt Herbert Ostendarp. Eine Lösung dafür hat er jedoch schon parat: Seine Tochter entwirft momentan ein Aushängeschild. Damit soll der neue Verkauf ab Hof direkt gefunden werden.

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