Vreden feiert Kultfilm mit Ralf Richter im Kino

Bang Boom Bang

Der Film ist jugendliche 17 Jahre alt. Doch das Kino in Vreden ist restlos ausverkauft, als "Bang Boom Bang" am Donnerstagabend die Rückkehr auf die Kinoleinwand feiert. Mit dabei: Ralf Richter, einer der Hauptdarsteller von damals.

VREDEN

, 12.02.2016, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Filmfans stehen dicht gedrängt im kleinen Foyer des Kinos. Vorfreude macht sich breit. Dann zücken die ersten ihre Kameras und Handys. Ralf Richter kommt. Der Darsteller von Ruhrpott-Prolet und Schwerverbrecher Kalle Grabowski läuft über den kurzen roten Teppich. Nicht in ballonseidener Jogginghose, sondern in Jeans. Auch ist der "Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang) einem Kurzhaarschnitt gewichen. Er stellt sich den Fans, gibt Autogramme, unterhält sich, lässt sich fotografieren. Sein Publikum ist begeistert und drängt sich um ihn. Es gibt kein Durchkommen mehr.

Polizist hatte die Idee

Bis Kinobetreiber Patrick Paffrath auf die Theke steigt. "Geht bitte in den Saal. Ralf will noch was erzählen." Und da stehen sie dann vor den restlos vollen Sitzreihen: Ralf Richter neben Paffrath. Richter erzählt, wie stolz er auf den Film ist, wie sehr er sich freut, dass Fans ihn immer noch darauf ansprechen. Und dass bei der Polizei in Hagen sogar eine Dienstmütze mit seiner Unterschrift hinter Plexiglas in der Wache hängt. Lautes Gelächter.

Die Polizei spielt an diesem Abend eine besondere Rolle: Denn einigen Polizisten ist zu verdanken, dass der Film überhaupt in Vreden läuft: Die Idee hatte ausgerechnet sie: Thomas Beuting, Polizist aus Vreden, zusammen mit einigen Kollegen. Unter anderem auch Ingo Woolderink aus Ahaus. Der ist mit Paffrath seit Jahren befreundet. "Bang Boom Bang ist bei uns in der Dienstgruppe ein absoluter Kultstreifen. Den gucken wir regelmäßig", erzählt Woolderink. Aus einer zunächst fixen Idee wurde dann über Jahre ein Plan: "Bei der Kirmes wurde darüber gesprochen, bei der Szene-80-Party beschlossen - jedes Jahr", sagt Beuting lachend. Dieses Jahr hat es endlich geklappt.

Demnächst Premiere in Vreden

Dann verspricht Richter noch, dass er mit seinem neuen Film zu einer Premiere auf jeden Fall nach Vreden kommen will. Per Handschlag besiegelt er das mit Paffrath. Tosender Applaus.

Es wird dunkel: Noch bevor der Vorspann anläuft, spielen sich die Zuschauer gegenseitig die Stichworte zu. "Is’ der geil"; "Ich bin da wat am Planen dran"; "90 Minuten. Echte Gefühle." Die beliebtesten Textzeilen aus dem Film machen die Runde durch den Saal - natürlich in tiefstem Ruhrpott-Dialekt. Eigentlich bräuchte man keinen Ton. Das Publikum könnte den kompletten Film mitsprechen.

104 Minuten Kinoerinnerungen

104 Minuten dauert der Streifen. Die Stimmung ist gelöst. Weniger gebannte Kinospannung als lockere Wohnzimmeratmosphäre. Es wird gelacht, zitiert und gejohlt.

Schließlich - viel zu früh - der Abspann. Einige schwelgen noch in Erinnerungen an die erste Premiere des Films vor 17 Jahren. Andere machen sich auf die Jagd nach einem Erinnerungsfoto mit Ralf Richter. Der steht weiter geduldig im Foyer. Blickt mal in diese, mal in jene Kamera. Gibt Autogramme und erklärt, wo man den Trailer für den neuen Film sehen kann. Die Fans sind begeistert. Ein schöner Kino-Kultabend.

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