Stadt schenkt den Vredenern 150.000 Euro, wenn sie Gutscheine kaufen

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Damit die Vredener in ihrer eigenen Stadt einkaufen und essen gehen, schafft die Stadt jetzt einen finanziellen Anreiz. Wer einen Vreden-Gutschein kauft, bekommt 25 Prozent geschenkt.

Vreden

, 31.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in den nächsten Wochen und Monaten beim Vredener Stadtmarketing einen Vreden-Gutschein für 15 Euro kauft, bekommt einen Gegenwert von 20 Euro. Der Rat hat diesen Zuschuss in Höhe von 25 Prozent am Donnerstagabend beschlossen.

Den Antrag hatte die CDU-Fraktion gestellt. „Wir wollen den Gastronomen und Einzelhändlern als wirtschaftlich besonders Geschädigte in der Coronakrise helfen“, erläuterte Christoph Terrahe (CDU). Die Idee: Die Stadt stellt 150.000 Euro zur Verfügung. Verkauft werden bei der 25-prozentigen Förderung Gutscheine im Wert von 600.000 Euro, die nur bei Vredener Einzelhändlern und Gastronomen eingelöst werden können.

Gutscheine sollen ab dem 8. Juni erhältlich sein

Jetzt soll dieser Vorschlag möglichst schnell umgesetzt werden. Voraussichtlich werden die sogenannten „Solidaritäts-Gutscheine“ mit dem Maximalwert von 100 Euro pro Person schon ab dem 8. Juni beim Stadtmarketing und online erhältlich sein. Gültig sein sollen sie allerdings nur bis zum 30. Oktober, damit die Vredener auch möglichst kurzfristig in der Innenstadt einkaufen gehen.

Einen Nachteil aber gibt es: Der Gutschein kann nur bei Partnern des Stadtmarketings eingelöst werden. Einzelhändler und Gastronomen, die keine Partner sind, können davon also auch nicht profitieren. Außerdem müssen die Unternehmer – wie bei dem normalen Vreden-Gutschein auch – eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 3 Prozent des eingelösten Betrags ans Stadtmarketing zahlen.

SPD wollte 25-Euro-Gutscheine für jeden Vredener Bürger

Trotzdem fand die Idee bei der Mehrheit des Stadtrates Zustimmung. Nur die SPD war gegen den Vorschlag. Denn die Fraktion hatte einen eigenen eingereicht. Demnach sollte jeder Vredener Bürger einen Gutschein in Höhe von 25 Euro bekommen, den er nur in Vreden einlösen kann.

„Das ist sozial am gerechtesten und die Wirkung ist ganz direkt. Dieses Geld kommt an, auch bei den Bedürftigen. Denn nicht jeder kann sich einen 100-Euro-Gutschein leisten“, erklärte Reinhard Laurich (SPD) die Idee.

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Die Stadt Vreden hat momentan 22.712 Einwohner. Der SPD-Vorschlag hätte die Stadt also rund 570.000 Euro gekostet, oder 470.000 Euro, wenn der Gutschein nur an Bürger über 16 Jahre verteilt worden wäre. Die anderen Fraktionen sahen jedoch den Nachteil, dass dann eben auch nur dieses Geld ausgegeben wird.

Steuersenkungen könnten bei den Falschen ankommen

Die SPD hatte zudem vorgeschlagen, in diesem Jahr die Grundsteuer B zu senken. „Aber kommt das Geld an? Wir können nicht sichergehen, ob, wie und wann die Vermieter das auf die Mieter umlegen“, meinte dazu Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch.

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Die SPD-Vorschläge waren damit vom Tisch, die anderen Fraktionen stimmten dem CDU-Antrag zu.

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