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Vredener Akteure arbeiten an Naturerlebnissen ohne Barrieren

mlzBarrierefreiheit

Noch ist die „Natur-Tour“ nicht freigegeben. Schon jetzt aber sind das Vredener Stadtmarketing und seine Partner mit diesem touristischen Projekt auf der Zielgeraden. Nicht nur mit diesem.

Vreden

, 11.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Das Projekt „Natur-Tour“ befindet sich auf der Zielgeraden. Zur Erinnerung: Ziel war es, in Vreden eine dauerhaft beschilderte, naturnahe Route auszuweisen, die für alle Menschen - auch für solche mit Einschränkungen - nutzbar ist. Den Impuls hatte der Heimatverein mit seinem Buch „Vreden entdecken - Stadtzentrum und Bauerschaften“ gegeben, in dem Dr. Hermann Terhalle drei Radtouren und einen Stadtrundgang vorstellt.

Impuls kam vom Heimatverein

Eine Vorlage, die Karin Otto vom Stadtmarketing aufgegriffen und weitergeführt hat. Ihr Anliegen, bei dem sie mit der Stadt Vreden, dem Förderverein Kulturlandschaft Vreden, dem Heimatverein und weiteren ehrenamtlichen Partnern gemeinsame Sache macht: „Es sollen für alle Nutzer verlässliche Infos über die Tour verfügbar sein, auch über die Barrierefreiheit.“ Zum Beispiel: Welche Wege lassen sich für wen, ob mit Rad, Kinderwagen oder auch Rollstuhl, problemlos bewältigen? Gibt es passende Abkürzungen? Allerdings stellt Karin Otto klar: „Eine hundertprozentige Barrierefreiheit ist auch auf der Tour nicht zu erreichen.“ Die Strecke führt von Vreden aus über das Ellewicker Feld zum Zwillbrocker Venn; über das Crosewicker Feld und Ellewick zurück.

Vredener Akteure arbeiten an Naturerlebnissen ohne Barrieren

Simon Kesting ist im Moment entlang der Natur-Tour unterwegs, um gemeinsam mit Bauhofleiter Martin Terbrack die Strecke zu begutachten - wie hier an der neuen Fahrradstraße am Langen Diek. © Martin Terbrack

Das Projekt ist weit gereift, der Tourenverlauf wurde auf die unterschiedlichen Ansprüche hin geprüft und von der Stadt an manchen Stellen bereits verbessert. Gerade nimmt Simon Kesting vom Büro Neumann Consult mit Bauhofleiter Martin Terbrack die Tour genauer in Augenschein, gibt Empfehlungen für eventuelle Nachbesserungen. Letzter Akt ist dann die Beschilderung, die auf jeden Fall vor dem 23. Juni erfolgen soll.

Ein Event zur Premiere

Zu diesem Termin ist nämlich ein besonderes Rad-Event beschlossene Sache, bei dem sich Mitglieder des Fördervereins Kulturlandschaft (zum Beispiel Imker, Angler, Hegering, Heimatverein) an Stationen entlang der Strecke zum Thema Natur und Kultur präsentieren wollen. Ganz neu ist, dass die Stadt zum Abschluss des Events gegen 17 Uhr zu einem Bürgerfest auf dem Kirchplatz einlädt. Anlass ist die kommunale Neugliederung vor 50 Jahren.

Eine Karte mit wichtigen Informationen zu den Highlights rechts und links der 37 Kilometer langen Natur-Tour (zuzüglich einer 15 Kilometer Alternativ-/Abkürzungsstrecke) ist in Arbeit. Außerdem stand auch der Aufbau eines Netzwerks zum Thema „barrierefreier und naturnaher Tourismus“ auf der Agenda. Und auch da ist man weit vorangekommen. Karin Otto ist jedenfalls überwältigt von dem, was sich innerhalb eines Jahres so alles getan hat.

16 Akteure machen mit

Dabei hat sie insbesondere die Beteiligung der verschiedenen Akteure im Blick, von Gastronomie- und Hotel-Betrieben, aber auch von ihrer eigenen Einrichtung und der Biologischen Station Zwillbrock. Karin Otto: „16 Leistungsträger wollen sich von ‚Reisen für Alle‘ zertifizieren lassen, eine solche Resonanz hatte ich wirklich nicht erwartet.“ Allerdings habe man dabei auch Aufklärungsarbeit leisten müssen. „Auch eigene Barrieren mussten überwunden werden“, sagt Karin Otto.

Reisen für Alle

  • „Reisen für Alle“ im Sinne eines „Tourismus für Alle in Deutschland“ ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Kooperationsvorhaben des Deutschen Seminars für Tourismus (DSFT) Berlin und des Vereins Tourismus für Alle Deutschland - NatKo. Es sieht die bundesweite Einführung und Weiterentwicklung des Kennzeichnungssystems „Reisen für Alle“. In der Datenbank finden Menschen mit Einschränkungen und ihre Begleiter wichtige Hinweise auf die jeweilige Ausstattung.
  • Unterschieden wird dabei nach unterschiedlichen Personengruppen: Menschen mit Gehbehinderung und Rollstuhlfahrer; Menschen mit Hörbehinderung und Gehörlose; Menschen mit Sehbehinderung und Blinde; Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen.
  • Einige Beispiele aus dem Kriterienkatalog: stufenloser Zugang zum Gebäude; Durchgänge 90 Zentimeter breit; Behinderten-WC; stufenlose Dusche; Blinksignal bei Anklopfen an der Zimmertür; optische Notrufbetätigung im Aufzug; Assistenzhunde erlaubt; Informationen in leicht verständlicher Sprache.

Das Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ prüft die Angebote der Antragsteller nach einem detaillierten Kriterienkatalog und bundeseinheitlichen Standards für die unterschiedlichen Gruppen von Personen mit Einschränkungen und vergibt Punkte. Zu diesem Zweck sind sogenannte „Erheber“ vor Ort unterwegs.

Vreden ist touristischer Vorreiter

Nach Abschluss ihrer Arbeit gehen die Ergebnisse an die Deutsche Zentrale für Tourismus, die dann die Zertifikate ausstellt. Etwa in vier Wochen werde das der Fall sein, rechnet Karin Otto. Zu den Ansprüchen von „Reisen für Alle“ an das Zertifikat gehört auch die Schulung/Sensibilisierung von Mitarbeitern. Ein entsprechender Workshop für die Beteiligten hat bereits stattgefunden.

Dann ist Vreden die einzige Kommune in NRW, die eine solche Anzahl an zertifizierten Tourismus vorweisen kann. „Ein echtes Alleinstellungsmerkmal.“ Mit dieser Einschätzung ist sich Karin Otto mit ihren Mitstreitern einig. Sie betont den touristischen Stellenwert barrierefreier Angebote: „Was für einige Menschen elementar wichtig ist, ist für alle auf jeden Fall komfortabel.“

Ein Weg, der in Vreden noch nicht zuende ist. Inzwischen hat nämlich „NRW Tourismus“ beim Stadtmarketing angeklopft, ob es nicht vorstellbar sei, Vreden als „Tourismusort für Alle“ zertifizieren zu lassen. Karin Otto kann sich das vorstellen. Allerdings nur mit Unterstützung der Stadt.

Die Zertifizierungs-Initiatoren

  • Hotel Meyerink
  • Offshore City Beach
  • Gaststätte Schwering
  • Hotel „Am Kring“
  • Ferienwohnung WohlFühlWohn
  • Ferienhaus „Robert“
  • Irrgarten Zwillbrock
  • Scherenschnittmuseum
  • kult Westmünsterland
  • WIRtshaus am Gänsemarkt
  • Café Plus (Stiftung Petrus Canisuis - Haus Früchting)
  • Vreden Stadtmarketing/Touristinfo
  • Vreden Stadtmarketing/Stadtführung
  • Vreden Stadtmarketing/NaturTour
  • Biologische Station Zwillbrock über Projekt Wegbar
  • Zwillbrocker Venn über Projekt Wegbar
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