Nach wie vor ist Helma Benke im Netz aktiv, allerdings deutlich weniger als vorher. © Privat
Facebook und WhatsApp

Vredener Grünen-Politikerin Helma Benke schaltet soziale Netzwerke ab

Grünen-Politikerin Helma Benke hat WhatsApp und Facebook abgeschaltet. Wegen Datenschutzbedenken. Ob die gesamte Fraktion so radikal war, weiß sie nicht. Ein anderer Messenger wird aber genutzt.

Die neue Datenschutzrichtlinie, für die WhatsApp die Zustimmung ihrer Nutzer noch bis zum 9. Februar erwartet, hat bei Helma Benke den Stein ins Rollen gebracht. „Ich habe dem Braten einfach nicht mehr getraut“, sagt die Lokalpolitikerin der Vredener Grünen.

Heißt: Ihre Angst vor wachsendem Datenmissbrauch war schließlich so groß, dass sie einen radikalen Schlussstrich zog. Mitte Januar zog sie den Schlussstrich und löschte Facebook und WhatsApp. Die sozialen Netzwerke gehören beide zum US-amerikanischen Unternehmen „Facebook Inc.“.

Radikaler Ausstieg

In einer letzten WhatsApp-Nachricht informierte sie Familie, Freundinnen und andere Kontakte. So ganz einfach sei der Ausstieg dann allerdings nicht gewesen, sagt sie. „Ich musste mich da richtig durchklicken.“

Zwar habe es immer wieder Beteuerungen gegeben, dass für die deutschen Nutzer – wie für alle in Europa – die europäischen Datenschutzrichtlinien gelten, so richtig glauben konnte es Helma Benke aber nicht. Zumal ein Bekannter, „der sich gut auskennt“, alle Grünen angeschrieben hatte und deutliche Sicherheitsbedenken geäußert hatte.

Insbesondere die Nutzung von über WhatsApp verschickte Fotos durch Dritte machte ihr schon länger Sorgen: „Schließlich geht es ja auch um unser Enkelkind.“ Und bei Ehemann Uli traf sie mit ihren Bedenken ohnehin auf offene Ohren. Der hatte sich, wie sie sagt, ohnehin von Anfang an verweigert.

Verlust und großer Gewinn

Mit der Familie nutze man daher schon länger die Nachrichten-App „Signal“, die mehr Verschlüsselungen biete und bei der sie sich beim Datenverkehr sicherer fühle. Dort gebe es inzwischen auch eine parteiinterne Gruppe der Grünen. Privat nutzt Helma Benke auch den „iMessenger“ von Apple und Twitter.

Aber kann man sich einen solchen Web-Rückzug als Politikerin überhaupt leisten? Sie spürt inzwischen schon, dass die Kommunikation etwas schwieriger geworden ist, „weil vieles einfach über Facebook läuft“. Ein Format, das vom Ortsverband auch weiter genutzt wird. Ein bisschen leid tue es ihr daher schon, dass manche Kontakte nicht mehr so einfach funktionieren.

Und dennoch weiß sie auch die großen Vorteile ihrer Entscheidung zu schätzen: „diese ungeheure Ruhe, den Zeitgewinn“. Sie sei einfach nicht mehr versucht, „alle zwei Minuten aufs Handy zu schauen“. Negative Reaktionen auf ihren Abschied habe es bislang nicht gegeben. Schließlich sei sie ja auch weiter erreichbar: über Signal, SMS, E-Mail, Telefon oder in natura.

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