Vredener Gymnasiasten arbeiten gegen Kinderarbeit

Schulprojekt Vreden

Sieben Cent bekommt ein Kind auf den Philippinen für eine Stunde Etiketten einnähen. Schüler aus Vreden finden das ungerecht. Und haben eine Aktion gestartet.

Vreden

, 13.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vredener Gymnasiasten arbeiten gegen Kinderarbeit

Die Gymnasiasten haben im Unterricht das Thema „Kinderarbeit“ behandelt und engagierten sich zu Hause mit Hilfen im Haushalt, für die insgesamt 402 Euro zusammenkamen, die jetzt für das Hilfsprojekt „Save the children“ gespendet wurden. © Anne Rolvering

Kinderarbeit ist bei uns verboten – in anderen Ländern weltweit müssen Kinder jedoch noch oft unter meist unmenschlichen Bedingungen täglich schwere Arbeiten leisten. Die Klasse 6c des Gymnasiums Georgianum beschäftigte sich gemeinsam mit ihrer Lehrerin Alexa Groeger im Deutschunterricht mit den Themen Kinderrechte, Kinderarbeit, Kinderarmut und Chancen der Bildung.

Familie wohnt auf einer Müllhalde in Kalkutta

„Wir haben von Kindern in Pakistan, auf den Philippinen oder in Indien erfahren, die für ganz wenig Geld arbeiten müssen. Da waren wir uns einig, wir möchten diesen Kindern helfen“, erzählten die Schülerinnen der Klasse 6c. Besonders erschreckt seien sie gewesen, als sie von einer indischen Familie erfuhren, die vom Land in die Stadt Kalkutta kam, dort nun auf einer Müllhalde wohnt und deren Kinder Metalle oder sogar Haare aus dem Müll sammeln, um etwas Geld zu verdienen.

So überlegten die Gymnasiasten, welche besonderen Hilfsprojekte es gibt, die Kinder in Not weltweit unterstützen. Nachdem sich einzelne Gruppen der Klasse unter anderem mit den Organisationen „Kinderlachen“, „Kindernothilfe“, „SOS Kinderdörfer“, „World Vision“, „Terre des hommes“ , „UNICEF“ sowie „Save the children“ beschäftigten und auf Plakaten deren Einsatzgebiete vorstellten, entschied sich die Klasse, Geld für „Save the children“ zu spenden. „Unter dem Motto ‚Wir arbeiten gegen Kinderarbeit‘ erledigten die Schülerinnen zu Hause drei Wochen lang kleine Hausarbeiten und bekamen dafür von ihren Verwandten Spenden“, erklärte Alexa Groeger das Klassenprojekt.

Löhne im Cent-Bereich

So verdienten die einunddreißig Mädchen 402 Euro für ihre Dienste im Haushalt, fürs Hecke schneiden, Badezimmer putzen, Auto waschen, Kuchen backen, Kaninchenstall ausmisten oder Unkraut zupfen und vieles mehr. „Die Spenden für unsere Arbeiten waren aber angepasst an die Löhne für Kinderarbeit, sie lagen also im Cent-Bereich. Genauso wie bei einem Jungen, der sieben Cent pro Stunde bekommt, wenn er Etiketten auf Kleidung näht, die er sich selber nie leisten kann“, erläuterten die Sechstklässler ihren Einsatz.

Jede Schülerin sammelte ihren „Arbeitslohn“ in einem Umschlag und überreichte diesen an die Deutschlehrerin. Frei nach dem Motto: Es kommt beim Projekt nicht darauf an, wer am meisten spendet, sondern, dass sich jeder nach seinen eigenen Möglichkeiten beteiligt.

Geld für „Save the children“

Von der Hilfsorganisation „Save the children“ haben die Schülerinnen erfahren, dass von den Spendengeldern „Quetschis“ finanziert werden. Das sind Tuben mit einer energie- und vitaminreichen Erdnusspaste als lebensnotwenige Unterstützung für Kinder in Kriegsgebieten und für weitere weltweit von Hunger betroffene Kinder. „‚Save the children‘ hat das Geld jetzt von uns erhalten und uns mitgeteilt, dass sich die Hilfsorganisation noch in besonderer Weise bei unserer Klasse bedanken möchte“, freute sich Lehrerin Alexa Groeger mit allen Schülerinnen über den Erfolg des Klassenprojektes.

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