Symbolbild: Eindrücke von der Vredener Kirmes aus der Zeit vor der Coronapandemie. Auch 2021 wird die Kirmes – der unbestrittene Höhepunkt des Jahres in Vreden – nicht stattfinden können. Allerdings ist eine Alternative in Planung. © Natalia Walfort
Entscheidung gefällt

Vredener Kirmes ist abgesagt: Ersatz wird die alkoholfreie Pop-Up-Kirmes

Die Kirmes – der Jahreshöhepunkt in Vreden – bricht 2021 schon zum zweiten Mal weg. Der Haupt- und Finanzausschuss hat das beschlossen und den Weg frei gemacht für eine alkoholfreie Alternative.

Die Verwaltung hatte in der Vorlage für die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch, 21. April, schweren Herzens den Vorschlag unterbreitet, auf die Vredener Kirmes im Jahr 2021 zu verzichten, erneut. Jetzt ist es Gewissheit – sie wird nicht stattfinden. Zumindest nicht in der traditionellen und bei allen Vredenern beliebten Art und Weise.

Bereits im Vorabgespräch mit unserer Redaktion sprach Bürgermeister Tom Tenostendarp von einer schweren Entscheidung. Treffen müsse man sie aber zeitnah. Das haben die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwochabend, 21. April, im Innenhof des Gymnasiums Georgianum getan.

Pandemie-Ende ist nicht in Sicht

Leicht fiel den Ausschussmitgliedern diese Entscheidung nicht. Notwendig sei sie aber, darüber waren sich alle einig. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht, es ist eben ein Fest für Jung und Alt“, so Tom Tenostendarp. „Es tut uns weh, den Vorschlag überhaupt machen zu müssen. Die Vredener Kirmes ist für alle Vredener von großer Bedeutung“, sagte der Bürgermeister.

Es sei aber immer noch nicht absehbar, wann die Pandemie ihr Ende finden wird. Daher sei eine klassische Kirmes nicht vorstellbar. „Spätestens nach dem dritten Glas Bier funktioniert es ja nicht mehr“, so Tenostendarp. „Wir tragen die Verantwortung für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger.“

Die Verwaltung habe bereits mit dem Schaustellerverband Münsterland über ein Alternativprogramm gesprochen. „Die Schausteller brauchen Planungssicherheit, sie haben seit etwa eineinhalb Jahren so gut wie kein Einkommen mehr“, beschrieb der Bürgermeister die Lage der Schausteller. Es müsse daher jetzt an einem Konzept gearbeitet werden.

Kirmes mit Security und ohne Alkohol

Bernd Kemper, der Erste Beigeordnete, führte die Erklärungen des Bürgermeisters fort. Im Groben sei das Konzept bereits vorgestellt und so weit er sich umgehört habe, sei das Verständnis für die Absage der Kirmes bei der Bevölkerung vorhanden.

Die Pop-Up-Kirmes soll eine Alternative bieten, aber ohne Alkohol.
Die Pop-Up-Kirmes soll eine Alternative bieten, aber ohne Alkohol. © Archiv © Archiv

Die Alternative heiße: Pop-Up-Kirmes. Vorübergehend abgezäunt soll sie sein. Es werde Einlasskontrollen geben. „Es ist nicht die Vredener Kirmes, sondern eine Kirmes in Vreden“, stellte Bernd Kemper klar. Die Kirmes-Alternative soll eine Woche lang inklusive beider Wochenenden mit großzügigen Laufwegen stattfinden. Zwischen den Geschäften der Schausteller sollen große Abstände sein. Außerdem soll es einen Sicherheitsdienst geben, dafür aber keinen Alkoholausschank. Das Ordnungsamt werde verstärkt kontrollieren. Auch im nahen Umfeld der Kirmes.

Schausteller und Familien müssen unterstützt werden

Im Ausschuss wurde die Absage der Vredener Kirmes unterstützt. Eine Pop-Up-Kirmes hingegen kam bei der FDP erst einmal nicht so gut an. Hendrik Mulder wollte wissen, ob man das Geschehen überhaupt unter Kontrolle halten könne. Selbst wenn das Ordnungsamt kontrolliere. Gleichzeitig betonte er aber, dass er nicht als Einziger gegen die Absage der Kirmes stimmen wolle, auch wenn für die FDP wegen des dynamischen Verlaufs der Impfungen, die Absage zu früh komme. Hendrik Mulder sagte zu einer Kirmes-Alternative: „Wir brauchen keine eingezäunte Pop-Up Kirmes auf einer Schotterfläche weil wir eine Innenstadtkirmes sind. Ganz oder gar nicht.“ Daher werde die FDP im Juni gegen das dann entwickelte Konzept stimmen.

Reinhard Laurich (SPD) sah die ganze Diskussion um eine Kirmes-Alternative aus Sicht der Schausteller. Er sagte: „Die Seite der Schausteller muss Beachtung finden, wir sollten ihnen helfen.“ Das Argument fand bei Gertrud Welper von den Grünen großen Anklang. Außerdem fügte sie hinzu: „Auch Familien brauchen einen Ausgleich. Wir begrüßen die Pop-Up-Kirmes.“

Am 29. Juni soll in der sechsten Ratssitzung ein ausgearbeitetes Konzept zur Verwirklichung einer Kirmes-Alternative in Form einer Pop-Up-Kirmes vorgestellt werden. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte einstimmig für die Absage der Vredener Kirmes und für eine Pop-Up-Kirmes.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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