Vredener Schulen bekommen einheitliche Software für digitalen Unterricht

mlzDigitalisierung

Einige Lehrer in Vreden haben in der Coronakrise Aufgaben per Mail verschickt, andere per Post. Einige Schulen haben Video-Unterricht angeboten, andere nicht. Das soll sich nun ändern.

Vreden

, 21.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Whiteboards in den Klassenräumen, gutes Internet im Schulgebäude oder mehr Computerräume – diese Schritte der Digitalisierung ist die Stadt Vreden in den letzten Jahren bereits gegangen. Doch dann kam die Coronakrise und all das war plötzlich kaum noch etwas wert. Denn die Schüler durften nicht ins Schulgebäude, um diese Technik zu nutzen.

Stattdessen wurde in dieser Zeit klar, was den Vredener Schulen fehlt: eine Plattform für digitalen Video-Unterricht. Die Lehrer mussten also erfinderisch werden. Teilweise nutzten sie Clouds oder Mailadressen. Andere gaben die Aufgaben per Telefon durch, verschickten sie per Post oder legten sie an der Schule zum Abholen bereit.

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Das Vorgehen unterschied sich je nach Schule, aber auch nach Lehrern und Fächern. „Wir danken den Lehrkräften für ihren Einsatz, aber fordern bessere Voraussetzungen für die Zukunft“, schreibt die FDP in einem Antrag an den Rat. Die CDU hat zeitgleich aus demselben Grund einen sehr ähnlichen Antrag eingereicht.

Schulen testen zurzeit eine Online-Lernplattform

Die Schulen sollen demnach mit einer einheitlichen Online-Lernplattform ausgerüstet werden. Die Verwaltung hat diese Notwendigkeit ebenfalls bereits erkannt und schon im April mit den Schulen darüber gesprochen. Danach haben einige Lehrer ein Angebot getestet, es aber nicht für gut befunden.

Stattdessen setzt die Stadt auf MNSPro Cloud. Das Programm steht den Schulen bereits seit 2015 zu Verfügung, nun aber wird am Gymnasium, an der Sekundarschule und an der Felicitasschule eine Erweiterung getestet. Wenn der Test erfolgreich ist, soll das System zum neuen Schuljahr flächendeckend angeschafft werden.

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„Aber wir können nur die Technik zur Verfügung stellen. Für das pädagogische Konzept und die Nutzung sind die Schulen verantwortlich“, machte der Erste Beigeordnete Bernd Kemper in der Ratssitzung deutlich.

Stadt soll Tablets für bedürftige Schüler anschaffen

Bei diesem Punkt waren sich auch alle Fraktionen einig. Diskussionsbedarf gab es hingegen beim Thema Hardware. „Es gibt auch Haushalte, die sich keinen Computer leisten können. Das Online-Angebot der Schulen muss aber für jeden erreichbar sein“, fand Reinhard Laurich (SPD). Auch Hendrik Mulder (FDP) pochte darauf, dass die Stadt hier Lösungen liefern muss. Man könne Tablets anschaffen, die Schulen würden diese dann an die entsprechenden Schüler verleihen.

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Die Vertreter der Verwaltung sahen das etwas anders. „Bislang haben die Schulen bei uns noch keinen Bedarf angemeldet“, so Bernd Kemper. „Das kann nicht sein, wir hören da ganz andere Dinge“, entgegnete Hendrik Mulder. Die Stadt solle ein Finanzierungskonzept erarbeiten. Die Verwaltung jedoch hielt das nicht für sinnvoll. „Wir sollten warten, ob es wie angekündigt bald Fördergelder genau dafür gibt“, meinte Bernd Kemper.

Schließlich einigten sich die Ratsmitglieder darauf, dass sich die Planungsbegleitgruppe Digitalisierung, die am 22. Juni tagt, mit dem Thema beschäftigen soll.

Schon 1,2 Millionen Euro in Digitalisierung an Schulen investiert

Nach all der Kritik lag es Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch am Herzen, eines festzustellen: „Die Schulen geben uns als Verwaltung sehr positive Rückmeldungen für unsere Bemühungen in Sachen Digitalisierung.“ Schließlich gebe es bereits seit 2015 einen Mediennutzungsplan und es wurden schon 1,2 Millionen Euro investiert.

„Aber die Coronakrise hat jetzt natürlich für eine Verschiebung der Prioritäten gesorgt“, so Holtwisch. Deswegen werden die angesprochenen Themen nun zuerst angegangen. Ihm war zudem der Breitbandausbau wichtig. Schließlich müssen die Schüler zu Hause auch eine gute Internet-Verbindung haben, um die digitalen Angebote überhaupt nutzen zu können.

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