Vredener zu Therapie gegen pädophile Neigung verurteilt

Kinderpornos besessen

Bei einem Vredener wurden 3000 Bilder und Videos gefunden. Seine Erklärungen vor dem Amtsgericht Ahaus, er sei in der Whatsapp-Gruppe nicht aktiv gewesen, hielten nicht lange stand.

Vreden

, 17.07.2018, 15:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mehr als 3000 kinderpornografische Bilder und Videos haben die Ermittler auf verschiedenen Geräten bei einem Vredener gefunden. Das Amtsgericht Ahaus hat den 27-Jährigen am Dienstag zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren und einer Geldstrafe verurteilt.

„Absprung nicht geschafft“

Aufgeflogen war alles, weil sich ein Mitglied einer Whatsapp-Gruppe an die Polizei gewandt hatte. Der Mann hatte sich in die Gruppe eingeschlichen und Chatverläufe gespeichert. Auch der Angeklagte war Mitglied in dieser Gruppe – allerdings nicht aus pädophiler Neigung, wie er vor Gericht betonte. Er habe als Homosexueller keinen Anschluss in Vreden gefunden und gehofft, über die Gruppe andere Homosexuelle kennenzulernen, erklärte der Verteidiger für seinen Mandanten. „Als die ersten kinderpornografischen Bilder auftauchten, hat er zwar nachgefragt, aber dann gesagt, dass es okay ist, weil er Angst hatte, wieder verstoßen zu werden. Dann hat er den Absprung aus eigener intellektueller Kraft nicht mehr geschafft“, so der Anwalt.

In Whatsapp-Gruppe Kinder angeboten

Der Richter wollte diese Version nicht so richtig glauben. „Sie haben sofort mitgemacht, Sie haben sich aktiv beteiligt“, sagte er und las aus den Chatprotokollen vor. Unter anderem hat der Angeklagte dem Hinweisgeber zwei kleine Kinder für den Geschlechtsverkehr angeboten. Der 27-Jährige versicherte, dass er das frei erfunden habe und nie vorhatte, das umzusetzen.

Wenn keine Therapie, dann Gefängnis

Doch die Bilder und Videos speicherte er auf drei unterschiedlichen Geräten. Ein Video verschickte er sogar per Mail an zwei Personen. Erst versicherte der Angeklagte noch, er habe sich die Bilder und Videos nicht angesehen und sie würden ihn auch nicht erregen. Später gab er dann jedoch zu, pädophile Neigungen zu haben.

Der Richter verurteilte den 27-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe. Als Auflage muss er eine Therapie gegen seine pädophilen Neigungen machen und 1000 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen. Tut er das nicht, muss er für ein Jahr ins Gefängnis.

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