Entweder Campus oder Stadion

Schulcampus 2020

Am Schulzentrum muss etwas geschehen, da sind sich alle einig. Die Verwaltung plant einen „Schulcampus 2020“. Jetzt wurde klar: Wenn der Campus kommt, kann das Widukindstadion nicht bleiben.

Vreden

, 15.02.2018, 19:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
So könnte der Schulcampus 2020 aussehen.

So könnte der Schulcampus 2020 aussehen. © Grafik Stadt Vreden

Schulcampus oder 400-Meter-Bahn? Das eine schließt das andere aus. So sieht es zumindest die Verwaltung. Das wurde am Mittwochabend im Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss deutlich. „Der große Platz zwischen den beiden Schulen, der Schulcampus, ist nur möglich, wenn man das Widukindstadion verändert“, sagte Joachim Hartmann vom Fachbereich Bauen. Eine 400-Meter-Bahn wäre auf dem Gelände nur möglich, wenn die große Sporthalle auf dem jetzigen Schulhof des Gymnasiums platziert werden würde. Dann würde allerdings der Weg zum neuen Schuleingang über die Laufbahn führen. „Das sehen wir als abschreckende Variante“, sagte der Erste Beigeordnete Bernd Kemper. Die Verwaltung bevorzugt die Pläne mit einer 200-Meter-Laufbahn.

Das Schulzentrum aus der Vogelperspektive. Foto: Dr. Hermann Terhalle

Das Schulzentrum aus der Vogelperspektive. Foto: Dr. Hermann Terhalle © Foto: Dr. Hermann Terhalle

Dass am Schulzentrum etwas verändert muss, da sind sich alle einig. Die Laufbahn ist in einem schlechten Zustand, die Turnhallen sind sanierungsbedürftig und zu klein. Die Frage ist lediglich: Ist es möglich, eine 400-Meter-Bahn auf dem Gelände neu zu bauen? Joachim Hartmann sagt deutlich: Nein. Nach neuen Richtlinien würde die Bahn nämlich deutlich länger werden als die bestehende. „Eine Bahn nach internationaler Norm, die für Wettkämpfe geeignet ist, passt nicht auf das Gelände“, sagt der Stadtplaner.

Alternativen prüfen

„Das halte ich für Unsinn“, sagt Elmar Kampshoff (UWG). „Ich bin mir nicht sicher, dass es keine Alternative gibt.“ Auch die FDP und SPD wollen noch einmal überprüfen lassen, ob es nicht doch möglich ist, eine große Rundbahn auf dem Gelände zu integrieren. Die drei Parteien sprachen sich in der Sitzung weiterhin für den Erhalt des Widukindstadtions aus. „Wir fragen uns auch: Was soll mit dem großen Platz geschehen? Das ist im Moment nur ein großer leerer Raum, die Sportanlagen werden hingegen auf kleinsten Raum zurückgedrängt“, sagte Markus Windmeier (SPD). Die Idee, im Sportzentrum am Schwimmbad eine 400-Meter-Bahn zu errichten, überzeuge ihn ebenfalls nicht, weil das Gelände zu weit außerhalb liege.

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Die CDU hingegen sieht in der Umgestaltung des Schulzentrums mehr Chancen als Verluste. „Man kann natürlich sagen: Unser Widukindstadion, das ist so schön. Nein, es ist eben nicht mehr schön“, sagte Gisela Huning (CDU). Auch die Grünen sprachen sich für die Veränderungen aus.

Auflagen vom Gymnasium

Für Siegfried Blömker, Abteilungsleiter Leichtathletik beim TV Vreden, haben beide Lösungen Vor- und Nachteile. „Natürlich wäre es schön, wenn das Widukindstadion erhalten bleiben würde. Aber wenn ich am Sportzentrum alles kompakt haben kann, wäre das auch toll“, sagt er. Das Argument, dass am Schulzentrum kein Platz für eine professionelle 400-Meter-Bahn sei, lässt er nicht gelten. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir mal einen offiziellen Wettkampf ausgetragen haben, und das werden wir auch in den kommenden Jahren nicht tun.“

Das Gymnasium erklärte in einer Stellungnahme, dass es der Aufgabe des Widukindstadtions nur unter bestimmten Auflagen zustimmen könne. Dazu zählen zum Beispiel mehr Parkplätze, Ausgleichsflächen für den Schulsport und Lärmschutz in der neuen Halle. Da die Verwaltung diese Auflagen erfüllen könne, werte sie die Stellungnahme als Zustimmung des Gymnasiums, sagte Bernd Kemper.

Der Ausschuss beschloss schließlich, die Idee zum Schulcampus 2020 weiter zu verfolgen. CDU, Grüne und SPD stimmten dafür, UWG und FDP enthielten sich. Eine Entscheidung für oder gegen das Widukindstadion ist das aber noch nicht. Jetzt ist der Rat wieder am Zug.

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