Weichen gestellt für Erweiterung von Schmitz Cargobull

VREDEN Um rund 20 Hektar will der Fahrzeughersteller Schmitz Cargobull sein Werk in Vreden erweitern. Der Stadtrat fasste am Mittwoch einstimmig den Aufstellungsbeschluss für das dazu notwendige Bebauungsplanverfahren. Die Erweiterungsabsichten des Unternehmens wurden einhellig begrüßt.

05.03.2009, 14:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weichen gestellt für Erweiterung von Schmitz Cargobull

Auf der Erweiterungsfläche in Großemast liegen Bauernhöfe, die umgesiedelt werden sollen.

So liege zum Beispiel bereits ein Lärmkonzept vor. Die gegenseitige Beeinträchtigung in puncto Immissionen mit der Landwirtschaft müssten im Besonderen beachtet werden wie der Artenschutz. Viele weitere Fragen seien noch zu klären. Im geplanten Erweiterungsgebiet liegen vier landwirtschaftliche Betriebe und ein Wohngebäude. Es sei gelungen, vier Hofstellen in Großemast für eine Umsiedlung zu finden, erläuterte Hartmann im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. „Ich bin froh, dass endlich ein Plan vorliegt und so die Gerüchte ein Ende haben“, äußerte sich dCDU-Ratsmitglied Hermann Geesink. Das Planverfahren werde gestartet – „nun können Bedenken geäußert werden“, spielte er auf die Bürgerbeteiligung an. CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Gewering betonte, dass die CDU die Pläne von Schmitz Cargobull sehr begrüße. Reinhard Laurich (SPD) stimmte zu und hob hervor, dass beide Seiten guten Willen gezeigt hätten, und auch Elmar Kampshoff (UWG) freute sich über das klare Bekenntnis des Unternehmens zu Vreden und „das wichtige Zeichen für die Mitarbeiter“. Für die Grünen signalisierte Helma Benke Zustimmung, „aber nur im Sonderfall Schmitz. Nicht für ein normales Gewerbegebiet.“

Als „Zielvision“ bezeichnete Gerd Rohrsen, Pressesprecher des Fahrzeugherstellers, im Gespräch mit der Münsterland Zeitung die Erweiterungspläne von Schmitz Cargobull in Vreden mit einem weiteren Produktionswerk und weiteren Stellflächen. Kurzfristig sei erstes Ziel, weitere Abstellflächen für die Fahrzeuge zu schaffen, langfristig gelte es dann „die Ausdehnung im Auge zu behalten“ – vor dem Hintergrund der seit Monaten bestehenden Probleme im Transportsektor (Münsterland Zeitung berichtete) und der Wirtschaftskrise sei eine Konkretisierung schwierig. „Derzeit traut sich ja keiner zu sagen, wann die Konjunktur wieder anspringt“. Auf jeden Fall aber werde mit den geplanten Investitionen – die deutlich im zweistelligen Millionenbereich liegen würden – der „Kompetenzstandort Vreden“ gesichert. „Vreden bleibt der europäische Standort für Kofferbau“, betonte Rohrsen. Forschung, Entwicklung und Produktion – die Kernkompetenz liege im Westmünsterland. Die Zielvision sei ein positives Signal: „Es sind keine Abwanderungstendenzen zu erkennen“, hielt er fest. Dies sei ja auch mit dem Bau des neuen Schäumwerks schon bekräftigt worden. Die neuen Stellflächen benötige das Unternehmen auf jeden Fall, auch bei der derzeitigen Produktion. Zurzeit würden die fertiggestellten Fahrzeuge bis zur Übergabe – die meist wieder am Werk Vreden stattfinde – überall im Münsterland „zwischengeparkt“. Es sei vorgesehen, den Platz „baulich einzubinden“, also einzuzäunen, um möglichen Schäden durch Vandalismus vorzubeugen. ewa

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