Gitta Schoppen (l.) und Martina Graw hoffen, dass sie mit dem Verkauf von Plätzchen und Marmelade in diesem Jahr noch etwas Gutes für Menschen mit Behinderung erreichen können. © Victoria Garwer
Weihnachtsmarkt-Ersatz

Weihnachtsstimmung für den guten Zweck: Vereine starten Adventsladen

Vier Vredener Vereine haben sich spontan zusammengetan und in der Innenstadt einen kleinen Adventsladen eröffnet. Die Resonanz ist riesig, vor dem Laden bilden sich oft lange Schlangen.

Plätzchen, Marmelade, Neujahrshörnchen, gestrickte Socken, Tischdecken, Holzkrippen, Adventskalender, Engel, Rentiere, Beton-Dekoration und so weiter – das Sortiment des Adventsladens mitten in der Vredener Innenstadt ist riesig. Das Besondere: Alles ist selbstgemacht und der Erlös ist für den guten Zweck. Denn hinter dem Laden stehen vier Vredener Vereine.

Die Fördervereine der Felicitasschule und der Marienschule haben sich mit den Vereinen „Mit Hand und Herz“ und „Ein Herz für behinderte Menschen“ zusammengetan. „Unsere Schüler basteln und werkeln das ganze Jahr an den Sachen“, sagt Hille Höltermann, Floristin an der Felicitasschule. Genauso sieht es bei den anderen Vereinen aus.

Alternative zum ausgefallenen Weihnachtsmarkt

Die Sachen wollten sie eigentlich auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen. Als Alternative waren vier Hütten auf dem Marktplatz beim Aufstellen des Weihnachtsbaumes Horst geplant. Doch auch diese Idee musste wegen der Verschärfung der Pandemie-Lage wieder verworfen werden.

Hille Höltermann und Sven Kruse von der Felicitasschule sind froh, dass sie die Werke der Schüler in dem Ladenlokal verkaufen können.
Hille Höltermann und Sven Kruse von der Felicitasschule sind froh, dass sie die Werke der Schüler in dem Ladenlokal verkaufen können. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Das Stadtmarketing und das Citymanagement haben den Vereinen daraufhin das leerstehende Ladenlokal an der Wassermühlenstraße vermittelt. Hier haben die Ehrenamtlichen ihre Waren aufgebaut. Alles ist weihnachtlich dekoriert, aus den Lautsprechern kommt Weihnachtsmusik. Eigentlich wie auf dem Weihnachtsmarkt, nur der Duft nach Glühwein und gebrannten Mandeln fehlt.

„Wir dürfen leider keine Speisen und Getränke direkt anbieten“, sagt Gitta Schoppen vom Verein „Ein Herz für behinderte Menschen“. Immer zehn Kunden dürfen den Laden gleichzeitig betreten – mit Maske, Abstand und Händedesinfektion, versteht sich.

Besucher geben bei den Vereinen auch Spenden ab

„Kann ich hier Marmelade abgeben?“, unterbricht ein Mann das Gespräch. „Klar gerne“, antwortet Gitta Schoppen und packt die Gläser in einen Eimer. „Ich war letztens hier einkaufen und hab gefragt, ob noch was gebraucht wird. Jetzt ist die gewünschte Marmelade fertig“, erzählt der Mann.

Tatsächlich kann der Verein noch immer Spenden gebrauchen. Denn weil schon im Sommer absehbar war, dass es mit dem Weihnachtsmarkt eng wird, wurde nicht so viel produziert wie in vorherigen Jahren. Vor allem Plätzchen und Marmelade sind in diesem Bereich gefragt.

Aber auch die Holz-Dekorationen der anderen Vereine stoßen auf viel Interesse. „Die ganze Woche stehen die Leute Schlange vor dem Laden“, berichtet Hille Höltermann. „Alle sind froh, dass überhaupt was angeboten wird“, ergänzt Ewald Decke vom Verein „Mit Hand und Herz“. Die Mitglieder sind vor allem Senioren, die zum großen Teil zur Risikogruppe gehören. Deswegen sind sie umso glücklicher, dass die Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen so gut klappt.

Ehrenamtliche übernehmen Verkauf und Organisation

Jeden Tag ist der Laden für vier Stunden geöffnet. Den Verkauf, das Nachfüllen der Regale und das Abrechnen übernehmen komplett Ehrenamtliche. „Das kann man in Zahlen gar nicht beschreiben. Aber es ist alles sehr unkompliziert und deswegen macht es so viel Spaß“, sagt Sven Kruse, Schulleiter der Felicitasschule.

Die Flamingos vom Verein
Die Flamingos vom Verein “Mit Hand und Herz” sind auch in dem Ladenlokal ein Renner. Ewald Decker und seiner Vereinskollegen stellen aber auch noch ganz andere Dinge aus Holz her. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Der Adventsladen soll bis kurz vor Weihnachten geöffnet bleiben. Das Sortiment wird bis dahin wechseln, von Adventsdekoration hin zu Weihnachtsgeschenken. „Man kann also mehrmals kommen und wird immer etwas Neues finden“, sagt Hille Höltermann.

Das Geld können alle Beteiligten auf jeden Fall gut gebrauchen. Die Fördervereine der Schulen nutzen das Geld für AGs oder Anschaffungen. An der Felicitasschule müssen zudem zwei Auszubildende finanziert werden. Die Senioren von „Mit Hand und Herz“ überlegen noch, wo ihre Spende hingehen soll. Das Team von „Ein Herz für behinderte Menschen“ unterstützt mit dem Geld verschiedene Organisationen, aber auch Einzelpersonen im Notfall.

Wie viel Geld am Ende rumkommt, ist Gitta Schoppen aber gar nicht so wichtig. „Wir sind einfach froh, wenn wir in diesem Jahr überhaupt noch etwas erreichen und einigen Menschen helfen können.“

Informationen zum Adventsladen

  • Öffnungszeiten: montags bis freitags 14 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr
  • Der Laden wird bis zum 19. Dezember geöffnet sein.
  • Adresse: Wassermühlenstraße 14 (ehemals Schuhart)
Über die Autorin
Redakteurin
Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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