Wilde Plage an der Berkel

Staudenknöterich wuchert

Entlang der Berkel bietet sich eine einzigartige Flora. Bäume und Stauden reihen sich aneinander. Sie zaubern herrliche Grünflächen entlang der roten Fahrradwege. Doch nicht alle Pflanzen sind so harmlos, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Besonders der sogenannte Staudenknöterich wildert die Wege und Pfade immer mehr zu. Eine regelrechte Plage.

VREDEN

von Von Amira Rajab

, 10.08.2014, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bis zu drei Meter hoch kann das Unkrautgewächs hochwachsen.

Bis zu drei Meter hoch kann das Unkrautgewächs hochwachsen.

Die Staudenknöteriche kämen nicht einmal aus Europa. Wie viele andere Pflanzen hätten sie sich aber dennoch in Deutschland ausbreiten können. Biologen vermuten, dass besonders Hobbygärtner Pflanzen nach Vreden verschleppt haben könnten. „Generell sind sogenannte Neophyten – Pflanzen, die sich in Lebensräumen ausbreiten, in denen sie eigentlich nicht heimisch sind – nicht immer unbedingt als negativ anzusehen“, so die Biologin. Kartoffeln und Tomaten seien genauso auf eben diesem Weg in Europa angekommen. Der Knöterich nun stamme wahrscheinlich aus dem ost-asiatischen Raum. „Hier bei uns hat die Pflanze gar keinen Nutzen.“ Sie gefährde den biologischen Lebensraum. Speziell in Vreden müsste sie bekämpft werden, damit sie nicht noch weiteren Pflanzen den Lebensraum nehme. Für Tiere allerdings sei sie – soweit bekannt – ungefährlich. Doch selbst die Bekämpfung selber stellt sich als Problem heraus. Da der Knöterich nun schon seit Jahren entlang der Berkel gedeihe, werde es immer schwieriger ihn zurückzudämmen. Auch die Lage am fließenden Gewässer stellt sich als problematisch dar: Keimlinge könnten per Wasserweg besonders schnell an andere Uferstellen gelangen. Mit einer einfachen Abholzung sei es zudem nicht getan. „Selbst kleinste Überreste halten sich hartnäckig und bilden neue Ansätze“, erklärt die Berkelkennerin. Ausgraben nütze auch wenig, da die Wurzeln bis zu drei Meter tief in die Erde reichten. Einzig effektive Methode: „Am besten wäre es, alle Pflanzenteile zu verbrennen oder bei mindestens 70 Grad zu kompostieren.“

Eine Methode, die sich schwer umsetzen lasse, weiß auch Hermann Völkering von der Stadt Vreden, dem das Problem schon seit längerem bekannt ist. „Noch wird an konkreten Plänen der Bekämpfung gearbeitet“, so Völkering. Die Kampf gegen den Knöterich könne Jahre in Anspruch nehmen.

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