Jens König (M.) und seine Söhne Tim (l.) und Jan haben verschiedene Rollen bei den LippeBaskets Werne. © Jens König
Basketball

„Basketball ist das Glied, das uns zusammengehalten hat“: Familie König lebt die LippeBaskets Werne

Jens König ist seit mehreren Jahrzehnten fest mit den LippeBaskets Werne verbunden. Seine Söhne Jan und Tim sind auch im Verein aktiv. Trotzdem drängte ihr Vater sie nie zum Basketball.

Kein Name ist wahrscheinlich so eng mit den LippeBaskets Werne verbunden wie König. Das liegt aber nicht nur an Jens König, der sich seit 40 Jahren um den Verein kümmert, sondern auch an seinen Söhnen Jan und Tim, die auch seit ihrer Kindheit im Basketball-Verein aktiv sind.

„So eine Konstellation ist mir in der Nachbarschaft nicht bekannt. Das ist schon eine Seltenheit“, sagt Jens König über das Familien-Dreigestirn bei den LippeBaskets. 1984 stieg der heutige Sportliche Leiter und Geschäftsführer des Vereins dort ein.

Im selben Jahr wurde auch sein erster Sohn Tim geboren, vier Jahre später folgte Jan. Tim ist heute Trainer der dritten Mannschaft und manchmal auch noch Spieler. Sein jüngerer Bruder ist Trainer der Zweitvertretung, spielt hauptsächlich dort, hilft aber auch mal in der Ersten von Christoph Henke aus.

Obwohl seinen Söhnen der Basketball praktisch in die Wiege gelegt wurde, habe Jens König sie nie dazu gedrängt, auch mit dem Sport anzufangen. „Sie haben sich aus freien Stücken dazu entschieden.“ Das bestätigt Jan, sagt aber auch: „Ich hatte nie einen großen Bezug zu anderen Sportarten. Am Wochenende haben wir sehr viel Zeit in der Halle verbracht.“

Jan König trainiert die Zweite, spielt dort auch noch, aber hilft auch mal in der ersten Mannschaft aus.
Jan König trainiert die Zweite, spielt dort auch noch, aber hilft auch mal in der ersten Mannschaft aus. © Matthias Kerk © Matthias Kerk

Auch, wenn er an seine eigene Tochter denke, wolle er ihr nicht vorgeben, dass sie auch Basketball spielen müsste. Druck durch seinen Vater habe er nie verspürt. „Man muss ihm das zugute halten. Er hat nie gesagt: Hey, wir gehen jede Woche in die Halle und machen Einzeltraining“, sagt Jan König.

Trotzdem sagt sein Vater: „Sie sind in der Halle groß geworden. Das war ihr zweites Wohnzimmer.“ Stolz auf das, was die beiden im Basketball erreicht haben, wäre er nicht. „Ich bin stolz, dass sie ihr Abitur gemacht haben. Auf meine Enkelkinder bin ich stolz. Als Vater muss man ihnen das Werkzeug mitgeben.“

Der Basketball wird auch mal vom Essenstisch verbannt

Jens König definiere sich auch nicht über die Leistungen seiner Kinder. „Sie werden nicht ins Schaufenster gestellt.“ Für ihn habe bei seinen Söhnen beim Basketball auch ein anderer Aspekt im Fokus gestanden. „Es geht um die Erlebnisse neben dem Feld und die Persönlichkeits-Entwicklung durch eine Mannschafts-Sportart.“

Damals wie heute spielt Basketball auch zuhause eine große Rolle bei den Königs, obwohl das nicht mehr immer gewünscht ist. „Früher wurden die Spiele dann zuhause nachgespielt. Heute sagen die Ehefrauen dann auch mal: Basketball wird heute nicht zum Thema“, sagt Jens König.

„Da gibt es auch mal Augenroller am Tisch, wenn dann manchmal doch das Thema Basketball aufkommt“, sagt Jan König. „Basketball war immer das Glied, das uns zusammengehalten hat.“

Mit vier, fünf Jahren, damals noch beim TV Werne, hat Jan König mit dem Basketballspielen angefangen. „Da habe ich die ganzen Basics kennengelernt. Von den Super-Minis bis ich 18, 19 war, habe ich mit meinen besten Freunden gespielt.“

Jan: „Haben zehn Zentimeter von meinem Vater und Bruder gefehlt“

Bis zur B-Jugend wurde der jüngste König von seinem Vater trainiert. Vom 17. bis 21. Lebensjahr war dann die erste Phase, in der Jan die LippeBaskets verließ. „Ich habe Basketball damals sehr ernst genommen. Ich war der, der versucht hat, höher zu spielen. Tim hat einen anderen Fokus gelegt und angefangen, auch Musik zu machen.“

Durch seine Heimat-Verbundenheit habe er aber nie den „Move“ in den Profibereich gemacht, obwohl er die Möglichkeiten dazu gehabt hätte. „Dafür haben mir vielleicht auch zehn Zentimeter von meinem Vater und Bruder gefehlt. Ich weiß nicht, wo die geblieben sind“, sagt der Trainer der Zweiten und lacht.

Mit 25, 26 Jahren hatte er aber noch einmal eine Phase, wo er es höher versuchte. Jan König spielte mit seinem Schwager Ruben Martinez bei den VfL Astrostars Bochum. Als es mit dem Job ruhiger wurde, habe er nochmal in der ersten Mannschaft bei den LippeBaskets angreifen wollen.

„Das war eine schöne Zusammenkunft und schön für die Familie. In Werne ist Basketball einfach was anderes. Bei uns ist der ganze Verein eine Familie.“ Da Jan König mittlerweile in Essen wohnt, ist das Training, sofern es wieder stattfindet, eine gute Möglichkeit, seinen Bruder Tim zu sehen.

Tim König ist Trainer der dritten Mannschaft, steht aber auch selbst nochmal auf dem Feld.
Tim König ist Trainer der dritten Mannschaft, steht aber auch selbst nochmal auf dem Feld. © Helga Felgenträger © Helga Felgenträger

„Die Zweite und Dritte trainieren freitagabends zeitgleich. Dann bin ich mit meinem Bruder in der Halle. Nach dem Training können wir den Trennvorhang hochziehen und mal Bier zusammen trinken.“

Der große Reggie-Miller-Fan, der den Distanzwurf, die Leader-Mentalität und Loyalität des Ex-Indiana-Pacers-Stars bewundert, würde auch gerne nochmal mit Tim König (36) zusammenspielen. „Aufgrund unseres Altersunterschieds haben wir nur mal zusammengespielt, als er in der U20 war und ich hochgezogen wurde. Vielleicht spielen wir in der Dritten nochmal zusammen, wenn unsere Körper noch länger halten“, sagt Jan.

Obwohl er nach seiner Spielerkarriere lieber das Basketballerische als Trainer vertiefen wolle, wolle der 33-Jährige auch neben dem Feld Verantwortung übernehmen. „Wir haben ein Privileg, so einen gut geführten Verein zu haben. Unser Ziel muss sein, dass wir den Status Quo halten.“

Das wären sie ihrem Vater schuldig. „Wenn er nicht so eine gute Basketball-Kultur in Werne geschaffen hätte, würde ich meine besten Freunde nicht kennen“, sagt Jan König.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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