Erkan Baslarli (r.) spielt nicht im Sturm um „Äpfel zu pflücken“, wie er selbst sagt. Er macht Tore - und möchte nochmal höher spielen. © Thorsten Teimann
Fußball

Daher lehnte Erkan Baslarli Angebote höherklassiger Vereine ab – und will nicht zum SC Freiburg

Erkan Baslarli war körperlich nie fit, sieht aber Parallelen zu Zlatan Ibrahimovic. Die Zukunft des Stürmers des SuS Oberaden ist offen. Er hat mehrere Anfragen. Wo spielt der Ex-Werner nächste Saison?

Erkan Baslarli ist ein Stürmer durch und durch. „Das ist die längste Zeit, in der ich ohne Tor geblieben bin“, sagt der Spieler des A-Ligisten SuS Oberaden zur aktuellen Situation. „Im Moment macht es mir, wie jedem anderen Fußballer auch, keinen Spaß.“ Der ehemalige Stürmer von Eintracht Werne und dem Werner SC will wieder auf dem Platz stehen und das machen, was er am liebsten macht: Tore schießen.

Sechs Treffer erzielte Baslarli bereits in den fünf Spielen dieser Saison. „Für mich sind sechs Tore wenig. Das ist eine magere Ausbeute. Normalerweise habe ich vor, 40, 50 Tore in der Saison zu machen“, sagt er.

In der Winterpause 2019/20 wechselte der Angreifer von der IG Bönen nach Oberaden und sagte für anderthalb Jahre zu. Sein Ziel: der Aufstieg in die Bezirksliga. „Wir haben eine gute Mannschaft. An mir liegt es nicht, wenn wir nicht aufsteigen. Der Trainer (Birol Dereli, Anm. d. Red.) ist ein super Typ. Allein für ihn will ich das schaffen.“

Aktuell liegt Oberaden punktgleich mit dem Kamener SC auf dem zweiten Platz der Kreisliga A2 Unna-Hamm. Ob die Saison aber nochmal weitergespielt wird, ist Baslarli sich nicht sicher. „Ich hoffe, dass die Zahlen im März gesunken sind und wir wieder spielen können.“

Baslarli hat eine Anfrage als spielender Co-Trainer

Unabhängig davon, ob nochmal gespielt wird, stellt sich die Frage: Was macht er im Sommer? „Ich habe Anfragen, aber noch nirgendwo zugesagt. Die Vereine können im Moment auch nicht planen. Deswegen gebe ich mir Zeit.“

Auch ein Verbleib bei Oberaden ist möglich. Baslarli weiß aber genau, was er will. „Ich bin schon 30. So langsam will ich Verantwortung übernehmen. Ich habe eine Anfrage als spielender Co-Trainer. Ich will auch nochmal höher spielen.“

Die Rolle als Co-Trainer ist aber nicht seine Wunschaufgabe. „Co-Trainer mag ich eigentlich gar nicht. Ich bin von meinem Charakter her keiner, der Hütchen aufstellt. Dann sage ich dem Trainer: Mach selber!“ Wenn er aber noch auf dem Platz stehen könne, würde Baslarli die Rolle als Assistenztrainer aber in Kauf nehmen.

Ans Aufhören denkt der Oberadener noch lange nicht. „Ich kann noch vier, fünf Jahre spielen. Ich bin 30, werde 31. Ich mache nicht mehr die Fehler wie mit 22, 23. Ich bin im besten Fußballalter. Man muss sich nur mal Zlatan Ibrahimovic angucken.“

„Körperlich war ich nie fit, geistig schon“

Körperlich habe er aber noch Defizite – seine ganze Karriere schon. „Körperlich war ich nie fit, geistig schon. Wäre ich fit, wäre ich nicht hier. Ich habe immer nur so viel trainiert, wie es nötig war“, sagt er und lacht. „Ich habe trotzdem in den letzten zwei Jahren in der Kreisliga fast 100 Tore gemacht.“

Seine Torquote hat durchaus auch nochmal das Interesse höherklassiger Vereine geweckt. „Ich hatte auch eine Anfrage aus der Westfalenliga aus Dortmund, aber es muss alles passen.“ Dazu zählen auch der Spielstil und die Ziele des Vereins.

„Wenn ich keine Bälle kriege, was soll ich dann vorne machen? Äpfel pflücken? Wenn sie im Mittelfeld landen wollen, dann sage ich: Ja, dann hört doch gleich auf zu spielen. Was spielst du wie der SC Freiburg? Ich will nicht um den neunten, zehnten Platz spielen“, sagt Baslarli. Neben den sportlichen Ambitionen spielt auch Geld für ihn eine Rolle.

Er brauche den Druck, den er sich selbst mache. „Wenn wir verlieren, trauere ich die ganze Woche. Die ist dann im Eimer. Ich bin fußballgeil. Ich weiß, wie ich mit Druck umgehe. Ich habe überall meine Tore gemacht.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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