Die Kommunikation ist für Lars Müller als Trainer besonders wichtig. © Helga Felgenträger
Fußball

Ein Trainer aus seiner Profi-Laufbahn hat Lars Müller erst schockiert, dann inspiriert

WSC-Trainer Lars Müller hat in seiner Profi-Laufbahn schon einige Trainer erlebt - gute und schlechte. Ein Coach ist ihm besonders in Erinnerung geblieben, allerdings nicht nur positiv.

Deutsche Meisterschaft mit Borussia Dortmund, neun Einsätze im U21-Nationaltrikot, ein bitterer Zweitliga-Abstieg mit dem KFC Uerdingen und eine Oberligameisterschaft mit dem aufgehenden Stern des RB Leipzig: Lars Müller, Trainer von Fußball-Landesligist Werner SC, hat in seiner Profikarriere einiges erlebt. Über Trainer und den Umgang mit einer Mannschaft habe er in diesen Jahren auch einiges gelernt, sagt er.

„Einen guten Trainer macht für mich in erster Linie die Ansprache an die Mannschaft aus. Man muss nicht immer einer Meinung sein, aber man muss aufrichtig sein. Für mich ist es wichtig, in der Ansprache ehrlich zu sein. Ich muss keinem Spieler sagen, dass er nah an der ersten Elf dran ist, wenn er eigentlich meilenweit davon entfernt ist“, betont der 44-Jährige.

Ehemalige Trainer haben auf Lars Müller einen großen Einfluss

Er selbst habe das als Profi oft anders erlebt, erzählt Lars Müller: „Manchmal bin ich aus dem Gespräch mit einem Trainer raus gegangen und habe mich gefragt: Was hat er da wieder für einen Mist erzählt?!“

Lars Müller spielte unter anderem für den FC Nürnberg.
Lars Müller spielte unter anderem für den FC Nürnberg. © dpa © dpa

Diese Erinnerungen, die bis heute im Gedächtnis geblieben sind, hätten auch Einfluss darauf gehabt, wie er sich heute seinen Spielern gegenüber gebe, erklärt Müller und nennt dafür ein Beispiel aus seiner Zweitligazeit: „Wir hatten einen Trainer dabei, der in der Ansprache manchmal echt speziell war. Das war schon heftig.“

Dass Mitspieler in der Kabine zur Schnecke gemacht wurden, sei kein Einzelfall gewesen, erzählt Müller, ohne einen Namen zu nennen. „Wenn du mit Landesligaspielern so umgehe würdest, würden sich einige abmelden“, ist sich Lars Müller sicher.

Das Verhalten des Trainers führte so weit, dass sich die Spieler stärker zusammenschlossen. „Ich habe nie wieder einen so geilen Mannschaftszusammenhalt gehabt wie in dieser Zeit“, erinnert er sich. Diese Phase habe ein paar Monate gedauert, und mittlerweile glaubt Lars Müller: „Das hat er wohl mit Absicht gemacht. Vielleicht damit wir dadurch eine noch stärkere Einheit werden. Sportlich lief es in dieser Saison jedenfalls richtig gut, und fachlich war der Mann eine Rakete. Da gibt es keine zwei Meinungen! Im Nachhinein war er wohl ein wahnsinnig guter Trainer. Wenn du bei ihm gespielt hast, konntest du Viererkette.“

Für Müller ist seitdem aber klar, dass es auf einen vernünftigen Umgang mit den Spielern ankomme: „Kicken können die alle – logisch. Und dass du nicht alle gleich behandeln darfst, ist auch klar. Den einen musst du anstacheln, den anderen musst du streicheln.“

Seit mehr als einem Vierteljahr ruht der Ball nun schon. Und wie es mit dem Amateurfußball in Deutschland weitergeht, steht größtenteils noch in den Sternen. Ob die Spielzeit 2020/21 zu Ende gespielt und gewertet wird, ist genauso unklar wie der „Fahrplan“ für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Landesliga. Zumindest gibt es mit 2. Mai einen angepeilten Starttermin.

Lars Müller sieht dem recht entspannt entgegen: „Die Jungs halten sich fit. Da schlägt keiner über die Stränge“. Und wenn es weitergeht, so Müller, könne das Team innerhalb weniger Wochen wieder auf ein passendes Fitness- und Spiellevel kommen.

Trainer im Portrait

In unserer Serie „Trainer im Portrait“ haben wir mit allen heimischen Coaches gesprochen. Was macht sie aus? An welchem Trainer orientieren sie sich? All das und viel mehr erfahren Sie hier.

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