Bislang konnte Jannis Vertgewall noch nicht beim Werner SC durchstarten. © Timo Janisch
Fußball

Eine mysteriöse Erkrankung verdammte Jannis Vertgewall zum Zugucken

Es wurden nur sechs Spiele diese Saison gespielt. Das ist schon wenig. Und dann musste Jannis Vertgewall auch noch in den meisten zugucken. Der Grund dafür ist unklar - auch für ihn.

Normalerweise, wenn ein Fußballer lange ausfällt, sind dieses Verletzungen wie Muskelfaserriss, Bänderriss oder irgendein verstauchter Knochen. Doch Jannis Vertgewall fiel in der Hälfte der sechs Spiele mit einer Erkrankung aus – und er weiß nicht, welcher.

Ihm sei immer wieder schwindelig geworden, zu erst nur ab und zu, dann plötzlich den ganzen Tag über. „Ich hatte immer Schwindelanfälle, hab dann versucht zu trainieren. Aber das ging dann nicht“, sagt der Offensivspieler des Werner SC. Oft musste er deswegen das Training abbrechen. Was leicht begann, wurde über die Wochen immer schlimmer.

Und für den 23-Jährigen auch immer beängstigender. Denn er schleppte sich von Arzt zu Arzt, war über Kontakte von Kurtulus Öztürk sogar beim Mannschaftsarzt von Preußen Münster und beim Osteopaten. Alles ohne Erfolg: „Keiner konnte mir sagen, woran es liegt.“

In den ersten beiden Spielen saß er dann noch auf der Bank, das dritte Spiel gegen den TuS Wiescherhöfen spielte er sogar von Anfang an – auch ohne gesundheitlichen Probleme. Doch statt Besserung wurde es nur schlimmer: „Das Spiel lief eigentlich ganz gut, aber dann direkt das nächste Training war wieder eine Katastrophe.“ In Rücksprache mit Trainer Lars Müller sagte Vertgewall, dass er erstmal raus sei.

Ein Wattegefühl im Kopf

„Beim Sport war es immer noch extremer. Ich bin rumgelaufen wie mit einem Wattegefühl im Kopf“, erklärt er. Die letzten drei Spiele der Spielzeit verpasste der Stürmer daraufhin. Inzwischen ist der Schwindel weg – und die Saison abgebrochen. „Irgendwann war es einfach weg. Ich weiß nicht, ob es ein Mangel war. Den Grund habe ich nie gewusst. Dann war die Saison aber leider schon unterbrochen.“

Für den 23-Jährigen birgt die wenige Spielpraxis auch die Gefahr, nicht in die Mannschaft rutschen zu können. Schon in seiner ersten Spielzeit beim WSC hatte er erlebt, wie schnell man hier aus dem Tritt kommen kann: „Ich war in der Vorbereitung dabei und war dann ab dem ersten Saisonspiel 14 Tage im Urlaub. Das hat mich hart zurückgeworfen“, erinnert er sich.

Doch wegen zwei eher unbefriedigenden Saisons wollte Jannis Vertgewall nicht das Kapitel Werner SC beenden: „Ich habe nicht darüber nachgedacht, zu wechseln, das stand für mich außer Frage.“ Zum einen weil er bislang durch die zwei Corona-Saisons noch nichts erreichen konnte. „Ich wollte nicht weggehen, ohne zu gucken, was alles hier mit der Mannschaft möglich ist“, sagt er.

Zum anderen aber auch, weil er „die Mannschaft einfach überragend“ findet. Da habe es auch keine Gedanken gegeben, jetzt den Verein zu verlassen.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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Verena Schafflick

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