Beim Ultra-Triathlon ist die Nahrungsaufnahme ein Schlüssel zum Erfolg. © TVW
Ernährung

Ernährung beim Ultra-Triathlon: „Ein Iron Man ist keine kulinarische Reise“

Es ist eine Wissenschaft für sich: Leistungssportler legen viel wert auf eine gesunde Ernährung. Doch wie läuft das bei einem Ultra-Marathon? Eins vorweg: Man darf nicht zimperlich sein.

Der Körper braucht Energie, um zu funktionieren. Früh lernt man, dass man seinem Körper regelmäßig daher Nahrung zuführen soll. Und je mehr Energie der Körper verbraucht, desto mehr Nahrung braucht er auch. Schwieriger wird dies allerdings, wenn man rund zehn Stunden Hochleistungssport am Stück betreibt – zum Beispiel bei einem Ultra-Triathlon.

Davon kann Kamil Jablonski ein Lied singen: „Da liegt ein Riesenfokus drauf, eigentlich ist das die fünfte Disziplin. Eine Verpflegungsstrategie ist der absolute Schlüssel.“ Dabei sei es ein gewaltiger Unterschied, ob er nun mit den TV Werne Wasserfreunden auf die Strecke oder er bei einem Iron Man an den Start geht.

Bei der Ernährung wird es wissenschaftlich

„Je länger die Distanzen, desto schwerer wird es“, weiß er. Schätzungsweise 7000 Kalorien verbrennt er bei einem Ultra-Triathlon, der schon mal zehn Stunden dauern kann. „Das bekommt man nicht hin, wenn man dem Körper nicht die Energie wiedergibt“, erklärt Jablonski. Das muss er dann während des Rennens tun. Und hier wird es wissenschaftlich.

„Also es wird gesagt, dass man dem Körper 60 bis 100 Gramm an Kohlenhydraten pro Stunde zuführen soll“, so der Triathlet. Eine große Spanne, denn jeder Athlet ist unterschiedlich. „Das muss man für sich trainieren und herausfinden, wie viel der Magen verkraften kann.“ Jeder Athlet habe daher seine eigene Verpflegungsstrategie.

Bei Kamil Jablonski sieht das so aus, dass er vor allem während des Radfahrens versucht, Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Doch er isst dann nicht etwa eine Schnitte während der Fahrt. Die Ernährung erfolgt rein über Gels und flüssige Kohlenhydrate. 300 Kalorien nimmt er so pro Stunde zu sich. Manche Athleten essen auch einen Müsliriegel, das könne Jablonski aber nicht: „Das habe ich bei meinem ersten Iron Man gemacht und das war nicht gut.“

Doch auch bei den Gels sollten Athleten vorher gucken, was sie vertragen. Daher nutzt Jablonski auch während des Trainings diese Gels, um zu schauen, ob sein Körper damit klarkommt. „Ein Iron Man ist keine kulinarische Reise“, weiß er.

Kamil Jablonski achtet sehr darauf, was er isst

Doch nicht erst auf der Strecke beginnt die richtige Ernährung. Generell achtet Jablonski sehr darauf, was er seinem Körper zuführt. Inzwischen esse er zu 95 Prozent vegetarisch und zu 90 Prozent vegan. In den Tagen vor den Rennen trinkt er dazu sehr viel. Bei Hitzerennen wie dem Iron Man auf Hawaii nehme er auch sehr viel Salz zu sich. „Ich esse dann Wassermelone mit Salz“, gibt er als Beispiel.

Hinzu kommt, dass er am Tag vor dem Rennen eher kohlenhydratreich isst. Ballaststoffreiches Essen wie Gemüse oder Salat fallen weg. „Das strengt den Magen zu sehr an. Stattdessen gibt es Kartoffeln und Reis“, sagt Jablonski.

Am Morgen vor dem Rennen gibt es dann Reis- oder Maiswaffeln mit Marmelade und einer Banane. Das frühstückt er drei Stunden bevor es ins Wasser geht. Meistens starten die Rennen aber schon um 7 Uhr, daher klingelt dann um 3 Uhr der Wecker. 10 bis 15 Minuten vor dem Start gibt es dann ab und zu mal ein Gel oder einen kleinen Riegel. Mehr nicht.

„Ich bin da relativ empfindlich. Auch beim Training brauche ich so vier Stunden ohne was Schweres im Magen.“ Sein Wissen über die passende Ernährung hat sich Jablonski einerseits durch Gespräche mit seinem Trainer angeeignet. Andererseits setzt er sich selber viel mit der Thematik auseinander, liest, schaut Videos und hört Podcasts. Dennoch müsse am Ende jeder für sich herausfinden, was passt, betont er: „Da gibt es keinen Königsweg.“

Daher wandelt sich auch Jablonskis Ernährung weiter: „Das ist ja ein Lernprozess und kein Rennen war wie das andere, weil man immer irgendwelche Probleme hatte.“ Vor allem Magenprobleme würden ihm da oft zu schaffen machen.

Dennoch warnt der Ultra-Triathlet auch davor, sich zu sehr mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen: „Essstörungen sind im Profisport keine Seltenheit.“ Daher rät er, sich ab und zu auch mal was zu gönnen.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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Verena Schafflick

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