Jürgen Klopp steht mit der Maske nur an der Seitenlinie - auf dem Platz stehen die Spieler ohne. © sampics / Christina Pahnke
Fußball

Fußballspielen mit Maske? Ein heimischer Fußballer verzichtet dann lieber

Schon in der vergangenen Woche sorgte eine Aussage für Aufsehen. Henning Wackerhege von der TU München schlägt vor, dass mit Maske gespielt werden könnte. Bei den heimischen Fußballern gibt es große Zweifel.

Dass in dieser Saison doch nochmal Fußball gespielt wird, scheint aktuell nicht gerade realistisch. Damit es aber vielleicht doch gelingt, schlägt der Sportwissenschaftler Henning Wackerhage von der TU München vor, dass die Spieler vorübergehend mit Masken spielen sollten. Die Reaktionen der heimischen Spieler auf den Vorschlag sind eindeutig.

„Ich halte das für schwachsinnig“, wird Jannik Prinz, Spieler des Werner SC, bei der Beurteilung schnell deutlich. Dafür hat er auch eindeutige Gründe. „Im Moment würde man da ja wahrscheinlich die FFP2-Masken nutzen müssen. Und mit denen bekommt man ja noch weniger Luft als eh schon.“

Jannik Prinz vom Werner SC will nicht um jeden Preis spielen

Fußball spielen würde er an sich natürlich gerne wieder. „Es wäre wirklich schön, wenn man wieder spielen könnte“, sagt Prinz. „Aber nicht um jeden Preis. Mit Maske würde das nicht funktionieren.“

Ähnlich sieht das auch Andreas Betke, Torwart des Fußball-A-Ligisten SV Stockum. „Ich bin schon bei der Arbeit acht Stunden mit Maske unterwegs“, erzählt er. „Beim Fußball halte ich das nicht für machbar. Als Spieler kann man dann doch gar nicht die komplette Leistung abrufen.“

Und Betke weiß, wovon er spricht. „Ich habe schon mal Sport mit einer Höhenmaske gemacht. Das macht absolut keinen Sinn, das würde nicht funktionieren“, sagt er. „Wenn die das machen wollen, würde ich definitiv freiwillig verzichten.“

Ähnlich wenig Verständnis hat auch Sebastian Schütte vom SV Herbern. „Ich denke, dass ich für alle Fußballer sprechen kann. Jeder wünscht sich, dass es endlich wieder los geht“, sagt er. „Aber ich kann mir nicht vorstellen, 90 Minuten mit einer Maske zu spielen.“

Besonders die konkrete Umsetzung hält er für schwierig. „Mir fehlt jegliche Fantasie, wie sich das Ganze darstellen soll“, so Schütte. „Was passiert, wenn man die Maske verliert? Gelbe Karte? Wenn es regnet, kannst du die Maske nach fünf Minuten in die Tonne werfen. Alles sehr schwer vorzustellen.“

Das sagt auch der Kapitän von Eintracht Werne Enes Akyüz. Er geht sogar noch ein Stück weiter. „Für mich ist das unvorstellbar“, sagt er. „Ich finde das schon im Supermarkt anstrengend, wenn man da 20, 30 Minuten mit Maske rumläuft. Wie soll das auf dem Platz funktionieren? Dann würden manche Spieler wahrscheinlich gar nicht mehr laufen, zu Recht. Die Idee ist meiner Meinung nach einfach nicht gut.“

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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