Der SV Herbern und der Werner SC können aktuell, ebenso wie alle anderen Teams, nicht spielen. © Jura Weitzel
Sport-Lockdown

„Jeder weiß, dass er sich quälen muss“: Werner Fußballer halten sich jetzt anders fit

Es ist aktuell ungewohnt still auf den heimischen Fußballplätzen. Die Spieler sind gezwungen, mindestens für den November zu pausieren. Jetzt suchen sie sich Alternativen.

Es ist im Moment nicht viel los mit Fußball. Aufgrund des Sport-Lockdowns bleibt für die Spieler nur Laufen gehen, statt gegen den Ball zu treten. Die Spieler der heimischen Vereine haben dazu unterschiedliche Einstellungen – wollen aber alle möglichst schnell wieder loslegen.

Chris Thannheiser, Werner SC: Sportlich ist aktuell ja wirklich gar nichts los. Zwischen dem Sportverbot im Kreis Unna und dem Lockdown hatten wir gerade ein Mal Training – das nervt einen schon. Extrem blöd ist das Gefühl der Ungewissheit. Niemand weiß genau, wann es wie weitergeht und alle hängen ein bisschen in der Luft.

Chris Thannheiser spielt für den Werner SC und trägt ebenfalls die Kapitänsbinde. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Vom Trainerteam haben wir zwar keinen genauen Plan bekommen, aber die haben uns schon ganz klar gesagt, dass wir drei Mal die Woche laufen und sonst auch unsere normalen Übungen durchziehen sollen. Ganz ehrlich: Ich persönlich hasse ja Laufen gehen – aber da müssen wir jetzt durch. Wir sind da auch eigentlich alle ganz gut drin – schließlich stacheln wir uns ja auch alle immer gegenseitig an. Jeder weiß, dass er sich quälen muss – sonst fällt das direkt auf, wenn wir wieder zusammen trainieren.

Michael Schulte, SV Herbern: Es ist jetzt schon total langweilig – man kann ja einfach nichts machen. Zumal ich auch nicht davon ausgehe, dass wir vor Januar, Februar wieder anfangen. Wenn ich richtig informiert bin, hat man nach dem Lockdown wieder das Recht auf zwei Wochen Training, bevor man wieder spielt. Dann würden wir ja im Dezember nur gegen den WSC spielen und dann direkt wieder Pause machen – das macht, denke ich, wenig Sinn.

Michael Schulte will so schnell wie möglich wieder auf den Platz. © Jürgen Weitzel © Jürgen Weitzel

Natürlich wissen wir, wie die Zahlen aussehen, und dass wir da aktuell nichts gegen machen können. Trotzdem ist es halt irgendwie ärgerlich, weil ich nicht glaube, dass beim Fußball etwas passiert. Aber wir akzeptieren das und gehen dann jetzt wohl wieder Laufen.

Serkan Baslarli, Eintracht Werne: Wir sind irgendwie schon alle enttäuscht. Nach dem Verbot vom Kreis Unna waren wir alle wieder heiß, hatten ein Training, ein Spiel – und dann war doch alles vorbei. Aber letztendlich können wir ja gerade einfach nichts machen dagegen.

Serkan Baslarli hofft, so schnell wie möglich wieder kicken zu können. © Foto: Dominik Gumprich © Foto: Dominik Gumprich

Mario (Martinovic, Trainer von Eintracht Werne, Anm. d. Red.) hat uns dieses Mal jetzt keine Vorgaben gegeben, wie viel wir Laufen gehen sollen – aber alle werden es trotzdem machen. Wir haben ja alle auch immer noch Ambitionen. Und wenn es wieder losgeht, wollen wir auf jeden Fall vorbereitet sein.

Tolga Köroglu, SV Stockum: Es ist einfach eine blöde Situation. Wir lieben den Fußball, wir waren gerade gut drauf – und jetzt müssen wir wieder pausieren. Und das ja auch nicht erst seit gestern, wir sind jetzt echt schon wieder lange raus. Das ärgert einen dann schon.

Tolga Köroglu vermisst seine Mannschaft. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Zumal ich auch echt nicht so gerne Laufen gehe, das muss ich zugeben. Auf dem Feld lege ich viele Kilometer zurück. Aber da bin ich auch mit der Mannschaft, wir machen das alles zusammen. Das vermisst man jetzt einfach. Und wenn wir erst nach Weihnachten wieder anfangen: Wer weiß, wie wir dann alle aussehen.

Über die Autorin
Redakteurin
Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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