Christoph Henke ist schon lange Trainer der LippeBaskets. © Helga Felgenträger
Trainer im Portrait

Jens König lockte ihn zurück: Christoph Henke wurde LippeBaskets-Trainer durch eine Verletzung

Für einen Coach ist Christoph Henke von den LippeBaskets mit 37 Jahren noch jung. Dennoch hat er bereits rund 20 Jahre Erfahrung. So weit wäre es nie gekommen, hätte er sich nicht schwer verletzt.

Offenheit und Authentizität: Der LippeBaskets-Coach Christoph Henke will in seinem Training vor allem Begeisterung für den Basketball übertragen. Es wird schnell klar, was für ihn eine große Rolle spielt: „Mir ist immer wichtig gewesen, dass es für alle auch mehr als der Sport ist. Das Zusammenkommen, das Gefühl, richtige Freunde zu haben, das Gefühl, mehr als ein Team zu sein.“

Einen großen Teil seines Lebens hat Christoph Henke in der Halle mit Basketball verbracht, knapp 20 Jahre davon auch in der Rolle des Coaches. Der 37-Jährige begann selbst mit elf Jahren mit Basketball und spielte den größten Teil seiner Karriere im Werner Heimatverein.

Christoph Henke gab sein Senioren-Debüt bereits mit 14 Jahren

Schon im frühen Alter von 14 Jahren gab er dort sein Seniorendebüt. Doch auch auswärts schnupperte Henke Basketballluft: Während des Studiums spielte der Aufbauspieler eine Saison beim UBC Münster, gemeinsam mit Philipp Kappenstein, der heute Coach des Münsteraner ProB-Teams ist. Dieser war es auch, der ihn anschließend für ein Jahr zum BSV Wulfen lockte. Nur eine Saison später kehrte Henke, nach einem Saisonstart beim SC Westfalia Kinderhaus, zu seinem Heimatverein zurück.

Wie auch heute noch bei den LippeBaskets üblich, begann der jetzige Regionalliga-Coach bereits parallel zu seiner eigenen Karriere, jüngere Spieler zu coachen. Mit 18 Jahren war die U14 männlich das erste Team, welches er trainierte.

Seine erste Seniorenmannschaft sollte neun Jahre später folgen: In einem Spiel gegen die BG Hagen riss er sich das Kreuzband und beschloss anschließend, die Basketballschuhe an den Nagel zu hängen. „Ich wollte aber unbedingt den Rhythmus in der Halle beibehalten“, erzählt Henke – so wurde aus einem abrupten Ende seines eigenen Spielens der eigentliche Startpunkt seiner Trainerkarriere, er übernahm das Reserveteam der Werner Basketballer.

Christoph Henke ging erst zu auswärtigen Vereinen, bevor er zu den LippeBaskets zurück kam

Doch auch als Coach zog es den 37-Jährigen dann zu auswärtigen Vereinen. „Ich wollte Erfahrungen außerhalb sammeln und das war gut und sehr lehrreich.“ Zwei Jahre arbeitete Henke gemeinsam mit talentierten Nachwuchsspielern der JBBL-Mannschaft beim UBC Münster.

Jens König holte Christoph Henke zurück nach Werne. © Helga Felgenträger © Helga Felgenträger

2014 lockte der Sportliche Leiter Jens König ihn erfolgreich zurück. König sei über die Jahre konstant drangeblieben, habe ihm aber auch die Zeit und den Raum gegeben, neue Erfahrungen sammeln zu können. Mit dem Restart in Werne folgte dann gleich das Highlight seiner Karriere: der direkte Aufstieg aus der Ober- in die zweite Regionalliga in einem spannenden Finalspiel gegen den TVE Dortmund Barop.

Doch Henke bewegen ebenfalls die längerfristigen Entwicklungen: „Es ist schön, wenn man in die Halle kommt und Niko (Tilkiaridis, Anm. d. Red.), Louis (Barkowski, Anm. d. Red.) und Nils (Brinkmann, Anm. d. Red.) sieht, die mittlerweile in ihrem vierten, fünften Jahr bei uns sind. Oder Lukas Wiedey, der immer selbstlos gespielt hat und erst später aufholte. Man sieht Persönlichkeiten wachsen.“ Es seien die gemeinsamen Erinnerungen, die zur Kultur und Identität des Vereins gehören. „Nicht die Neuvorstellungen, sondern die Spieler, die bleiben, sind wichtig.“

Die jungen Spieler, hier v.l. Louis Barkowski, Nils Brinkmann, Kai Küper, Niko Tilkiaridis, sind Christoph Henke sehr wichtig. © Michalski © Michalski

In seinem Training setzt er vor allem auf offene Kommunikation mit seinen Spielern. Von diesen erwartet er gegenseitige Unterstützung im Training, sodass die erfahreneren Spieler die Nachwuchstalente mitcoachen. In seiner Mannschaft soll insbesondere die Chemie stimmen: Nicht nur auf dem Spielfeld sollen seine Spieler eine Rolle spielen, sondern auch in der Kabine.

„Was mir wichtig ist, ist eine Uneigennützigkeit und Teamorientierung; Jeder soll das, was er am besten kann, einsetzen, Das heißt auch, von seinem Kuchen ein Stückchen abzugeben, also weniger Würfe zu haben oder weniger Spielzeit zu bekommen.“ Insgesamt zählt für ihn aber besonders, dass sie sich untereinander verstehen.

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